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Tour auf den Hausberg der Blaueishütte im Hochkaltermassiv Der Steinberg in den Berchtesgadener Alpen

Steinberg – das ist ein recht unspektakulärer Name für einen Berg, denn fast jeder Berg besteht aus Stein. Vielleicht ist der Steinberg auch deshalb relativ unbekannt, immerhin ist der 2026 Meter hohe Gipfel der erste im Hochkaltermassiv hoch über dem Hintersee.

Von: Barbara Weiß

Stand: 20.10.2018

Vom Hintersee steigt man 1.230 Meter auf, bis zur Blaueishütte ohne Schwierigkeit. Ab dem Kar unterhalb des Blaueis-Gletschers ist dann aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt – und manchmal muss man auch die Hände zu Hilfe nehmen, wenn es heißt, über die Steinplatten zum Gipfel zu kraxeln.

Berge soweit das Auge reicht

Blick vom Gipfel Richtung Blaueiskar

Gerade jetzt im Herbst ist es ein Genuss oben am Gipfel des Steinbergs zu stehen, auf grauem Stein vor einem strahlend blauen Himmel. Vom Gipfel aus sieht man das Watzmannhaus und überblickt den ganzen Watzmanngrat. Im Hochkalterstock, direkt neben dem Steinberg, ragen noch die Schärtenspitze und die Blaueisspitze auf. Im Süden steht im gleißenden Gegenlicht der Hundstod am Rande des Steinernen Meeres. Überall Steine und Steinberge soweit das Auge reicht, in vielen Schattierungen von Grau. Beeindruckende Felsformationen gibt es auch nach Norden hin. Neben dem Untersberg beeindruckt die Schlafende Hexe: Nase, spitzes Kinn und Busen. es sieht wirklich so aus, wie wenn da eine Frau liegen würde.

Kraxeln über Steinplatten

Kletterwände hinter der Blaueishütte

Viel zu schauen gibt es vom Gipfel - und die absolute Einsamkeit dazu gratis. Die Hütten hier oben sind bereits alle zu. Wer zum Steinberg aufsteigt, braucht Kondition für einen Höhenunterschied von 1.200 Metern vom Hintersee aus. Bis zur Blaueishütte ist der Weg einfach, die letzte Stunde aus dem Gletscherkar hinauf bis zum Gipfel aber folgt ein Kraxeln über Steinplatten - nicht ganz ungefährlich, da auch viele lose Steine auf den Platten liegen. Besonders bei Nässe ist Vorsicht geboten, denn die sonst recht griffigen Steinplatten können unangenehm rutschig werden. Wer von der Blaueishütte gezielt zum Klettern geht, der nimmt dieselben Steinplatten ins Visier, über die weiter oben, wo sie nicht mehr ganz so abschüssig sind, der Aufstieg zum Steinberg quert. So begegnen sich auf dem Weg zum Steinberg Wanderer und Kletterer.

Los geht's am Parkplatz Zauberwald

Blick vom Gipfel Richtung Steinernes Meer

Den Sonnenschein am Gipfel kann man leider nicht einpacken für Zuhause. Aber die Erinnerung an eine wunderbare Rundumsicht in eine unberührte Steinlandschaft bleibt. Menschen mit Fantasie haben hier schon immer mehr gesehen als bloßen Stein. Sie haben die Watzmannkinder im Fels entdeckt und die schlafende Hexe. An was aber erinnert der Steinberg? Um diese Frage zu klären, sollte man direkt einmal hinaufsteigen und für die ganze Tour zwischen fünf und sechs Stunden Gehzeit einkalkulieren.

Ausgangspunkt ist der Parkplatz Zauberwald am Hintersee. Hierher kann man ab dem Bahnhof Berchtesgaden auch mit dem öffentlichen Bus fahren. Die Linie wird etwa einmal in der Stunde bedient.


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