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Naturnaher Gebirgsfluss und Stromlieferant Die Leitzach im Mangfallgebirge

Die Leitzach entspringt im Mangfallgebirge und ist ein echter Gebirgsfluss. Mehrere Quellen aus dem Seeberg nahe Bayrischzell vereinen sich in der oberen Leitzach. In ihrem Lauf sind viele Flussabschnitte begradigt, wurden aber meist rückverbaut und bieten Lebensräume unter anderem für die Wasseramsel und Bachforelle.

Von: Angela Braun

Stand: 05.10.2019

Naturnaher Gebirgsfluss und Stromlieferant für München | Bild: BR; Angela Braun

Die Leitzach fließt Richtung Norden vorbei an Fischbachau und Wörnsmühl nach Feldkirchen-Westerham nahe der Autobahn München-Salzburg. Bevor sie in die Mangfall mündet, wird der Leitzach Wasser entnommen und in den Seehamer See geleitet. Der wiederum speist die Leitzachwerke, die Strom erzeugen. Etwa 33 Kilometer lang ist die Strecke von der Quelle bis zur Mündung. Trotz Verbauung und Wasserkraftnutzung bleibt die Leitzach dabei ein schöner Gebirgsfluss.

Unterwegs mit Florian Bossert, Gebietsbetreuer für das Mangfallgebirge

Wie viele andere Gebirgsflüsse wurde auch die Leitzach im 19. Jahrhundert von den Flößern zur Holzdrift genutzt. Damals entstanden erste Verbauungen, um den Wildbach in einen schnurgeraden Fluss zu verwandeln. Das ist zum Teil gelungen. Doch bereits 1892 hat sich die Genossenschaft zum Uferschutz der Leitzach gegründet, um den Fluss zu bewahren. Eine ähnliche Aufgabe übernimmt heute der Bund Naturschutz. Gertrud Kopp kämpft seit 25 Jahren für den Fluss.

Schnurgerade im Becken fließt die Leitzach in Mühlkreit bei Fischbachau

Im Oberlauf zwischen Bayrischzell und Geitau wurde zum Teil rückverbaut, so dass die Leitzach wieder naturnah fließen kann. Florian Bossert arbeitet als Gebietsbetreuer für das Mangfallgebirge. Er verweist auf die Wasseramsel, die sich hier ebenso wohl fühlt wie der Eisvogel und die Gebirgsstelze, die im Oberlauf häufiger vorkommt. Auch der Biber baut immer wieder Dämme im Bereich zwischen Bayrischzell und Geitau.    

Bei Westerham mündet die Leitzach in die Mangfall

Vor allem die Naturschützer setzen sich dafür ein, dass genug Wasser für die Fische vorhanden ist. Zusammen mit Fischern und Vogelschützern haben sie 2010 die Mangfall-Allianz gegründet. Ein Großteil des Wassers von Mangfall, Schlierach und Leitzach wird für das Leitzachkraftwerk ausgeleitet. Die Betriebsgenehmigung ist vor einigen Jahren ausgelaufen. Das war die Chance, um mehr Restwasser für die Flüsse zu fordern. Gertrud Kopp, die Vorsitzende des Bund Naturschutz in Feldkirchen-Westerham, hat mit ihren Mitstreitern erreicht, dass die Mindestrestwasser-Menge von 0,8 Kubikmeter pro Sekunde auf 1,5 Kubikmeter pro Sekunde erhöht und somit fast verdoppelt wurde.

Wildholzrechen beim Hochwasser 2013

Am Eingang des Drachentals südlich von Wörnsmühl ändert sich der Charakter der Leitzach. In diesem Abschnitt ist sie nicht begradigt und nicht befestigt und kann sich in einer Kiesbank ausbreiten. In diesem Gebiet brütet auch der Eisvogel, erzählt Gebietsbetreuer Florian Bossert. Damit es auch so bleibt, gibt es die Richtlinien, die für das Flora Fauna Habitat (FFH) gelten. Fast alle Uferbereiche im oberen und mittleren Lauf liegen in FFH Gebieten. Auch die europäische Wasserrahmen-Richtlinie hilft den Flüssen. Darin wird gefordert, dass alle Gewässer in einen guten Zustand rückzuführen seien. Die Wasserwirtschaftsämter sind seit Jahren mit der Umsetzung beschäftigt. Gleichzeitig müssen sie auch für den Hochwasserschutz sorgen.

Bei Westerham mündet die Leitzach in die Mangfall. In dem breiten Flussbett und Naherholungsgebiet stehen fünf riesige kupferfarbene Metallpfosten V-förmig im Wasser – kein modernes Kunstwerk, sondern ein Wildholzrechen. Er soll Holz und entwurzelte Baumstämme abhalten weiterzutreiben. Hier darf sich das Wasser auch aufstauen, da keine Siedlungen betroffen sind. In Zeiten des Klimawandels mit Starkregen und Trockenphasen wird es in Zukunft jedoch immer schwieriger, ein Gleichgewicht zwischen Verbauung und Naturschutz zu halten.  

Karte: Die Leitzach

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Die Leitzach


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