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Wildnistour zum Großen Wilden im Allgäu Entdeckerfreuden zwischen Geröll und Grasflanken

Wirklich einsame Flecken sind in den bayerischen Alpen nicht mehr leicht zu finden. Im Allgäu sind die meisten Berge mit Hütten und Wegen erschlossen. Die jungen Oberstdorfer Lea und Leonard brechen aber trotzdem besonders gerne zu einer Wildnistour auf, auch wenn das immer Überraschungen bereithält, mit denen die beiden dann umgehen müssen.

Von: Georg Bayerle

Stand: 07.09.2018

Kleiner Wilder und Höllhörner | Bild: BR/Georg Bayerle

Ein Geröllkar zieht steil in die wilde Scharte im Massiv des Großen Wilden hinauf. Seit alters her ist hier der Anstieg auf die drei Gipfel dieses Allgäuer Felsmassivs beschrieben. Leonard und Lea wühlen sich hoch und haben Spaß dabei. Entdeckerfreude gibt es dort, wo die ausgetretenen Pfade verlassen sind. Lea folgt diesem ursprünglichen Antrieb. Das wilde Bergsteigen hat so gar nichts mit Premiumwanderwegen und Hüttenkomfort zu tun. Und wahrscheinlich spielt bei der Oberstdorferin auch das Familienerbe mit. Sie ist die Urenkelin von Anderl Heckmair, dem berühmten Erstbegeher der Eigernordwand.

Lea und Leonard

Unerschrocken und trittsicher bewegt sich Lea durch das vermutlich unangenehmste Gelände, das es beim Bergsteigen gibt: Geröllschutt. Auch Leonard schleicht katzenhaft und traumwandlerisch sicher über das lose Geröll auf abschüssigen Untergrund. Auch er ist von klein auf an den Allgäuer Schutt angepasst. Der Lohn der Mühsal sind Erlebnisse von landschaftlicher Wildheit und Unberührtheit, die es in unseren Bergen kaum mehr gibt.

Abschreckende Abstürze

Dann aber, in der Scharte angekommen, bricht diese jäh auf die andere Seite ab. In steilen Runsen und im brüchigen Fels ist ungefähr zu erkennen, wo die Routenbeschreibung hinführt. Aber vor Ort schaut es deutlich gefährlicher aus, als es in der Beschreibung geklungen hat! Es ist zu gefährlich an diesem Tag, finden die beiden, und auch in dieser abwägenden und respektvollen Haltung liegt etwas von der Art des Anderl Heckmair, von Leas Urgroßvater.

Die Berge in ihrer Wildheit und Größe lehren den Menschen Demut. Für Lea und Leonard ist der Tag auch ohne Gipfel erfüllt. Ihre gemeinsame Entdeckungstour hat die beiden jungen Oberstdorfer um eine wertvolle Erfahrung reicher gemacht.

Karte: Großer Wilder im Allgäu

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Großer Wilder im Allgäu


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