alpha Lernen - Sozialkunde


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Ideen, Tipps und Tricks Schule - und was dann?

Du hast gebüffelt, geschwitzt und deine Abschlussprüfungen bestanden. Und jetzt? Ab ins Ausland, eine Ausbildung anfangen oder einfach abhängen? Wir haben ein paar Ideen für dich zusammengesammelt und sagen dir, worauf du - je nach Wahl - achten solltest.

Von: Sylvaine von Liebe

Stand: 25.04.2016

Wer Faulenzen will, hat nach der Schule eine gute Gelegenheit dazu. | Bild: colourbox.com

Du willst nach der Schule erst einmal ein Jahr gar nichts machen? Wenn du ohne eigenes Geld auskommst, ist das kein Problem. Bist du unter 23 - das sollte ja bei deinem Schulabschluss noch hinhauen - bleibst du bei deinen Eltern in der Krankenversicherung mitversichert. Geht dir doch irgendwann das Geld beziehungsweise der Sponsor aus, musst du dich - wenn du regelmäßig mehr als 450 Euro im Monat verdienst (also 5.400 Euro im Jahr) - selbst versichern.

Denkst du eher an deine Karriere und machst ein Praktikum nach dem anderen, solltest du dich bei deiner Krankenkasse erkundigen. Zwar ist auch hier die Verdiensthöhe entscheidend, aber auch, ob es sich um ein Pflicht- oder ein freiwilliges Praktikum handelt: Manche Krankenkassen machen da Unterschiede.

Hier eine Zusammenstellung, was du alles nach deinem Schulabschluss machen kannst - mit hilfreichen Links und Basisinformationen.

Von Ausbildung bis Au Pair

Work and Travel

Infos:

Willst du gerne reisen, gleichzeitig aber auf Geld und Berufserfahrung nicht verzichten, könnte ein "Working Holiday"-Programm genau das Richtige für dich sein. Infos hierzu findest du beim Auswärtigen Amt oder bei der Bundesagentur für Arbeit.

Gehalt:

Die Entlohnung bei "Work and Travel"-Programmen ist sehr unterschiedlich und richtet sich nach der vertraglichen Vereinbarung.

Krankenversicherung:

Arbeitest du im europäischen Ausland, bist du als gesetzlich Krankenversicherter mit der Europäischen Krankenversichertenkarte (der EHIC), die jeder hat, krankenversichert wie zu Hause. Entscheidend ist hier ein Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und dem ausländischen Staat, das in der Regel zwischen den Staaten der EU besteht. Fehlt ein solches Abkommen zwischen Deutschland und dem Land, in dem du arbeiten willst, brauchst du eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung. Du solltest dich aber wegen der sehr unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Ländern persönlich an deine Krankenkasse wenden und nachfragen.

Freiwilliges Soziales Jahr

Infos:

Du willst einmal etwas ganz anderes machen, dich für den Umweltschutz, sozial oder kulturell engagieren? Mit dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) oder dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) hast du die ideale Gelegenheit dazu. Du solltest zwischen 16 und höchstens 27 Jahre alt sein und einen Schulabschluss haben, dann kannst du dich für eine der Stellen bewerben. Auch im Ausland ist ein FÖJ oder FSJ möglich. Für kulturell interessierte gibt's das FSJ Kultur.

Dauer:

FÖJ und FSJ dauern in der Regel ein Jahr, mindestens aber sechs Monate. Eine Verlängerung auf 18 oder 24 Monate ist oft möglich.

Gehalt

Während des FSJ/FÖJ bekommst du kein Gehalt, sondern nur ein Taschengeld - und das ist nicht gerade üppig. Mit einem niedrigen dreistelligen Eurobetrag kannst du aber rechnen, dazu werden Unterkunft, Verpflegung und Fahrtkosten bezahlt, du hast Anspruch auf pädagogische Begleitung und Urlaub, bist sozialversichert (zahlt der Arbeitgeber in vollem Umfang), der Anspruch auf Kindergeld bleibt bestehen und das FSJ/FÖJ zählt als Wartesemester für einen späteren Studienplatz.

Krankenversicherung:

Im FSJ/FÖJ bleibst du bis unter 25 familienversichert.

Au-Pair

Infos:

Deine Sprachkenntnisse verbessern und dazu in einer Familie integriert sein, das kannst du als Au-Pair. Der Bundesverband für Au-Pair Agenturen, Gastfamilien und Au Pairs in Deutschland kann dir bei der Suche nach einer Gastfamilie weiterhelfen. Garantierter Familienanschluss und maximal 30 Stunden Arbeitszeit pro Woche in Haushalt bzw. Kinderbetreuung - darauf musst du dich als Au-Pair einlassen. Dafür hast du Anspruch auf ein eigenes abschließbares Zimmer.

Dauer:

Der Aufenthalt in einer Gastfamilie beträgt in der Regel zwischen 6 und 12 Monaten, kann aber auch für nur 3 Monate möglich sein.

Gehalt:

Ein Taschengeld, das je nach Land sehr unterschiedlich ist. Für Au-Pairs in Deutschland werden derzeit 260 Euro im Monat gezahlt.

Versicherung:

Als Au-Pair brauchst du eine gültige Kranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung. Es kann sein, dass du über deine Gastfamilie mitversichert bist oder dass deine Gastfamilie eine Versicherung für dich abschließen muss. Innerhalb der EU bist du in der Regel über deine deutsche Krankenversicherung versichert. Auch hier lohnt sich ein Anruf bei der Krankenkasse zur Abklärung.

Praktikum im In- und Ausland

Infos:

Wenn du noch nicht weißt, was du beruflich einmal machen willst, kann dir ein Praktikum bei der Entscheidungsfindung weiterhelfen. Es gibt dir einen Einblick in den Berufsalltag und du kannst damit sinnvoll die Wartezeit auf einen Ausbildungsplatz überbrücken. Um den passenden Praktikumsplatz zu finden, solltest du dich erst fragen: Was interessiert mich? Welche Branche? Welche Tätigkeit? Dann kann es sich auch lohnen, bei den passenden Firmen telefonisch nach Angeboten zu fragen. Praktikumsstellen aller Art findest du zum Beispiel auch in der Online-Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Willst du ein Praktikum im Ausland machen, kannst du dich zum Beispiel über die Datenbank der Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung (ibs) (auch telefonisch unter 0228/ 107 16 46) informieren.

Gehalt:

Wer ein freiwilliges Praktikum macht, hat Anspruch auf eine "angemessene Vergütung", d.h. im Amtsdeutsch eine "finanzielle Hilfe zum Bestreiten seines Lebensunterhalts". Im Klartext bedeutet das meistens: Dein Gehalt ist Verhandlungssache. Nähere Informationen findest du in der Broschüre Leitfaden Praktikum des Bundesarbeits- und -bildungsministeriums.

Krankenversicherung:

Bei einem Praktikum im Inland richtet sich die Krankenversicherung nach dem Verdienst. Aber auch der Status (ob es sich um ein freiwilliges Praktikum handelt oder nicht) kann zu unterschiedlichen Regelungen bei der Krankenversicherung führen. In der Regel bleibst du - aufgrund deines niedrigen Verdienstes und deines Alters - in der Familienversicherung und musst dich nicht selbständig versichern. Es lohnt sich aber in jedem Fall, bei der eigenen Krankenversicherung nachzufragen. Bei einem Praktikum im Ausland solltest du beim ausländischen Sozialversicherungsträger nachfragen, ob du dich versichern musst. Die Versicherungspflicht richtet sich grundsätzlich nach den Rechtsvorschriften des Staates, in dem das Praktikum ausgeübt wird.

Ausbildung

Infos:

Wenn du nach der Schule eine Ausbildung machen willst aber noch nicht weißt, welche, kannst du dich bei einem persönlichen Beratungstermin in der Bundesagentur für Arbeit über die Möglichkeiten informieren. Die bundesweite Rufnummer lautet 0800 4 5555 00. Hier kannst du einen Termin in deiner Agentur vor Ort vereinbaren und bekommst weitere Infos, zum Beispiel über Voraussetzungen und Eignung der verschiedenen Berufe.

Weißt du schon, was du machen willst, kannst du dir über die verschiedenen Jobbörsen eine Lehrstelle suchen. Hilfreich ist auch hier die Bundesagentur für Arbeit, aber auch das Bundesinstitut für Berufsbildung.

Hier findest du auch weiterführende Infos, zum Beispiel zu finanziellen Hilfen für Azubis.

Gehalt:

Wie viel Azubis in Deutschland verdienen, ist je nach Branche, Region und Ausbildungsjahr sehr unterschiedlich. Im Schnitt liegt die Vergütung eines Azubis bei 832 Euro brutto im Monat.

Krankenversicherung:

Auszubildende fallen mit Beginn der Ausbildung aus der Familienversicherung. Sie sind dann selbständig in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Die neue Krankenkasse können Auszubildende frei wählen. Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen sind zwar weitestgehend gleich, dennoch kann sich ein Vergleich lohnen. Unterschiede kann es zum Beispiel bei den sogenannten Wahltarifen geben. Der Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist für Azubis nicht möglich. Diese Möglichkeit besteht derzeit erst ab einem Monatseinkommen von 4.237,50 Euro.

Der Abschluss weiterer Versicherungen, wie eine Haftpflichtversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung, ist für Azubis sinnvoll. Beratung und Auskunft geben die Verbraucherzentralen und der Bund der Versicherten.

Studium

Infos:

Wer nach der Schule studieren will, sollte beachten, dass es vom Studienwunsch bis zur Immatrikulation – der offiziellen Einschreibung an der Hochschule – einiges zu beachten gibt, wie zum Beispiel rechtzeitig alle notwendigen Unterlagen einzureichen. Um in bestimmten Fächern einen Studienplatz zu ergattern, müssen neben dem Abitur noch weitere Voraussetzungen erfüllt sein. Du kannst dich an jeder Hochschule bei der allgemeinen Studienberatung persönlich beraten lassen. Wichtige Informationen zu den Voraussetzungen eines Studiums in Deutschland findest du unter anderem auf dem Online-Portal www.hochschulkompass.de, die Plattform www.hochschulstart.de gibt dir Informationen zu den zulassungsbeschränkten Studiengängen. Allgemeine Informationen rund ums Studium findest du unter www.studienwahl.de. Willst du im Ausland studieren, findest du unter www.rausvonzuhaus.de verschiedene Angebote. Bist du dir noch nicht sicher, was und ob du überhaupt studieren willst, kannst du es erst mal mit einem Schnupperstudium oder einem Studium Generale versuchen. Bist du ganz ehrgeizig, willst studieren und trotzdem schon in einen Beruf einsteigen, kannst du ein duales Studium anfangen

Finanzielle Hilfe:

Die bekannteste finanzielle Unterstützung für Studenten ist das Bafög. Unter bestimmten Voraussetzungen wird dem Studenten ein monatlicher Geldbetrag vom Staat gezahlt, den er zur Hälfte später wieder zurückzahlen muss. Weitere Infos dazu findest du unter www.bafög.de. Weitere Förderungsmöglichkeiten bieten der Bildungskredit des Bundes und die KfW. Für herausragend gute Studenten gibt es auch Stipendien, auch internationale.

Krankenversicherung:

Studenten, die kein regelmäßiges Einkommen beziehen (unter 450 Euro im Monat), bleiben bis zum 25. Lebensjahr in der Familienversicherung mitversichert, bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters und längstens bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres ist eine "Krankenversicherung für Studenten" möglich. Wer während seines Studiums regelmäßig arbeitet und über 450 Euro verdient, muss sich in der Regel selbst versichern. Weil die Versicherungsmöglichkeiten vom Einzelfall abhängen können, solltest du dich aber im Zweifel an deine Krankenkasse wenden und nachfragen. Willst du im Ausland studieren, gelten je nach Land unterschiedliche Bedingungen für eine Krankenversicherung, die du hier nachlesen kannst.


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