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Ikone der Modernen Kunst Wieso das Blaue Pferd?

"Blaues Pferd I" ist DAS Symbol für die Galerie im Lenbachhaus und für die Künstlergruppe "Der Blaue Reiter". In der Reihe "Kunst entdecken" fragen wir: Was macht das Bild so besonders? Warum wird gerade dieses Pferd weltberühmt?

Von: Thomas Kempe

Stand: 14.03.2014

Das Bild

Name: Blaues Pferd I
(nicht zu verwechseln mit "Der Blaue Reiter")
Maler:
Franz Marc
Fertigstellung:
1911
Material:
Öl auf Leinwand
Größe:
112 x 84,5cm
München, Städtische Galerie im Lenbachhaus

Das Bild hat klare Formen, eine extrem durchdachte Farbkomposition, und es ist ein Bruch mit damals geltenden Regeln für gute Malerei. Kunstexperten sehen in "Blaues Pferd I" einen Meilenstein der Kunst. Markant und schlicht aber ausdrucksstark, ist es aus heutiger Sicht eine ideale Ikone der Klassischen Moderne.

Doch 1911 können viele Zeitgenossen gar nichts mit dem Bild anfangen. Manche belächeln, andere bespucken es sogar. Zum großen Hit wird das Bild erst bei einer Ausstellung im Lenbachhaus 1965. Das Publikum ist längst Abstrakteres gewöhnt und mag, wie die Farbspiele und kantigen Formen mit dem rätselhaft tiefen Blick des Pferds kontrastieren.

Der Maler

Franz Moritz Wilhelm Marc

geboren 8. Februar 1880 in München

gestorben 4. März 1916 auf Erkundungsritt bei Verdun

Zentrale Figur des deutschen Expressionismus
Mitbegründer von "Der Blaue Reiter"

Faible für das Murnauer Land
und Obsession für Tierbilder

"Blauer Reiter" vs. "Brücke"

Wir sind die Avantgarde, da sind sich die Freunde Wassily Kandinsky und Franz Marc einig. Ab 1911 veröffentlichen sie als "Blauer Reiter" kunsttheoretische Schriften und veranstalten Ausstellungen in ganz Europa. Ihr größer Streitpunkt: die Künstlergruppe "Brücke", zu der Emil Nolde und Ludwig Kirchner gehören. Für Marc "wirkliche Künstler", für Kandinsky nur ein "Haufen Berliner". Sind sie genauso bedeutend wie die Schwabinger, zu denen auch Gabriele Münter, Paul Klee und August Macke zählen? 1914 löst sich "Der Blaue Reiter" mit Beginn des Ersten Weltkriegs auf.


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