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Europäische Konflikte Kampf der Herrscherfamilien

Auch wenn anfangs die Frage nach dem richtigen Glauben im Mittelpunkt stand, so ging es später im Konflikt zwischen den europäischen Großmächten Spanien, Frankreich und Schweden sowie dem deutschen Kaiser überwiegend um Macht.

Stand: 18.01.2017

Büste Schwedenkönig Gustav Adolf | Bild: picture-alliance/dpa

Habsburger Reich gegen Frankreich

Sowohl das Reich als auch Spanien, die Niederlande und Norditalien gehörten zum Herrschaftsbereich der Familie der Habsburger. Frankreich lag in der Mitte, war nach jahrzehntelangen Religionskriegen und innenpolitischen Machtkämpfen gegen aufrührerische Adelige innenpolitisch geschwächt und fühlte sich von außen bedroht: Im Süden und im Norden durch das mächtige Spanien, im Osten durch das Reich, dessen Kaiser damals in Wien residierte. Für Frankreich war dies eine „mörderische Umklammerung“, die es unbedingt lösen wollte. Es wollte sich gegen eine „habsburgische Weltmacht“ wehren, von der Frankreich den Frieden im gesamten Abendland bedroht sah.

Dänemark gegen Schweden

Im Norden Europas kämpften zudem seit dem 16. Jahrhundert Russland, Dänemark, Polen und Schweden um die Vormachtstellung im Ostseeraum. Schweden dehnte dabei seinen Herrschaftsbereich im Baltikum erheblich aus und legte so den Grundstein seiner Übermacht im baltischen und skandinavischen Raum. Diese Stellung wollte der schwedische König Gustav II. Adolf, der zum protestantischen Zweig der Herrscherfamilie Wasa gehörte, verteidigen. Eine weitere Zutat für eine explosive Mischung!

Der Unabhängigkeitskrieg der Vereinigten Niederlande gegen Spanien

Bereits seit 1568 kämpfte ein Teil der niederländischen Provinzen um Unabhängigkeit vom spanisch-habsburgischen König, ausgelöst durch das harte Vorgehen der Spanier gegen die protestantischen Niederländer. Sieben nördliche niederländische Provinzen schlossen einen antispanischen Bund, aus dem Jahre später die erste neuzeilitche Republik Europas hervorging: die Vereinigten Niederlande. Mit ihr schlossen die Spanier 1609 einen Waffenstillstand. Der endete im April 1621 nach 12 Jahren, als die spanische Armee die Vereinigten Niederlande angriffen. Dieser Kampf zwischen Spanien und den Vereinigten Niederlanden wurde der schwerste Nebenkonflikt des 30jährigen Krieges. Am 30. Januar 1648 – nach 80 Jahren Unabhängigkeitskampf - einigten sich Spanien und die Niederlande schließlich in Münster auf einen Frieden und auf die volle Souveränität der Niederländischen Republik.


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