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Das Kriegsende Der Westfälische Friede

Nach jahrelangen Verhandlungen kam es 1648 endlich zum Frieden. Delegierte aller am Krieg beteiligten Mächte einigten sich auf eine neue Verfassung und regelten Fragen zu den kirchlichen Konfessionen.

Stand: 10.08.2016

Westfälische Friedensvertrag | Bild: BR

Durch den Krieg war das gesamte Reich verwüstet und ganze Landstriche entvölkert. Die Reichsfürsten drängten den Kaiser, mit den ausländischen Mächten zu verhandeln. Und Kaiser Ferdinand III blieb nichts anderes übrig, er musste schließlich nachgeben. Fünf Jahre rangen Diplomaten aus Frankreich, Deutschland, Schweden, Niederlande, Spanien und Italien in Münster und Osnabrück, um Regelungen zu finden, was die christlichen Konfessionen betraf als auch Entschädigungen und Gebietsabtretungen.

Für Spanien war ein Ende des Krieges ebenso notwendig, der Staat hatte viel Geld investiert und war schließlich mit den Niederlanden bereits seit 80 Jahren im Dauerkrieg. Auch für Schweden wurde der Krieg immer aussichtsloser. Frankreich hingegen war noch nicht kriegsmüde, hatte aber auch keine eigenen Söldnerheere in den Krieg geschickt, sondern die Armeen Verbündeter unterstützt. Frankreich und Schweden rückten immer näher zusammen und der Kaiser kam in Bedrängnis. Und musste während der Verhandlungen immer mehr Zugeständnisse in Kauf nehmen.

Der Westfälische Friede trat mit seiner Unterzeichnung am 24. Oktober 1648 in Kraft. Die Friedensregelungen wurden formell in zwei aufeinander abgestimmten Verträgen festgelegt. Der eine Vertrag entstand im katholischen Münster und der andere Vertrag im protestanischen Osnabrück. Beide Städte gehörten zu Westfalen:

  • Münster - das Abkommen zwischen Kaiser Ferdinand III und dem König von Frankreich Ludwig XIV.
  • Osnabrück - das Abkommen zwischen dem Kaiser und der Königin Christine von Schweden.

Was waren die Hauptanliegen?

Die Delegierten verhandelten über einen Ausgleich zwischen den Großmächten, stritten sich um innerdeutsche Regelungen (Reichsfürsten und Kaiser) und suchten nach Lösungen zu kirchlich-konfessionellen Fragen.

Bereits 1635 war der Kaiser vom Restitutionsedikt abgerückt. Im Prager Frieden hatten die Vertragspartner das Jahr 1627 zur Norm für konfessionelle Verhältnisse festgelegt. In Münster und Osnabrück einigte man sich jetzt auf das 'Normaljahr' 1624. Der konfessionelle Besitzstand sollte so bleiben, wie er am 1. Januar 1624 gewesen war. In Reichsstädten, in denen die Bevölkerung sowohl aus Katholiken als auch aus Protestanten bestand, durften beide Konfessionen nebeneinander bestehen. Der Calvinismus wurde als religiöses Bekenntnis neben dem Luthertum und dem Katholizismus anerkannt.

Die Neuregelung der Religionsverhältnisse war eigentlich eine alte: Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 wurde wiederhergestellt. Die Fürsten hatten wieder die freie Kirchenwahl. Katholiken, Lutheraner und nun auch die Calvinisten waren rechtlich gleichgestellt.



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