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Johann T´Serclaes von Tilly Heerführer der Katholischen Liga

Er war von religiösem Eifer beseelt, ein Verehrer der Jungfrau Maria, der die Einheit der Christenheit unter dem Dach Roms wieder herstellen wollte - und das um jeden Preis.

Stand: 18.01.2017

Graf von Tilly - Denkmal Feldherrnhalle München | Bild: BR

Lebenslauf Johann T´Serclaes von Tilly [* Februar 1559 - † 30. April 1632 in Ingolstadt]

Tilly stammte aus einem niederländischen Adelsgeschlecht in Brabant und wurde von Jesuiten erzogen. Er kämpfte für unterschiedliche Kriegsherren in mehreren Schlachten. 1610 bestellte die katholische Liga ihn zum Oberbefehlshaber ihrer Armee. Im Alter von 61 Jahren wurde er 1620 von Herzog Maximilian I. von Bayern zum Generalleutnant der Katholischen Liga befördert. Im selben Jahr gelang ihm der entscheidende Sieg über die Truppen des "Winterkönigs" Friedrich V. von der Pfalz am Weißen Berg bei Prag.  
Weitere Triumphe, aber auch Niederlagen folgten. Im Dänisch-Niedersächsischen Krieg (1625-1629) fiel Tilly 1625 in den niedersächsischen Reichskreis ein und besiegte König Christian IV. 1626 in der Schlacht bei Lutter am Barenberge. In der Folge erreichte er die völlige Niederwerfung Dänemarks und den Abschluss des Friedens von Lübeck (1629), den Tilly als viel zu milde für den Dänenkönig betrachtete.

Nach der Absetzung Wallenstein auf dem Regensburger Fürstentag 1630 wurde Tilly dessen Nachfolger als Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen, allerdings ohne Wallensteins umfassende Machtbefugnisse. Im Mai 1631 gelang ihm die Eroberung von Magdeburg,

Im September desselben Jahres erstürmte er Leipzig, wurde aber nur wenig später bei Breitenfeld von den Schweden unter König Gustav II. Adolf vernichtend geschlagen. Diese Schlacht zerstörte seinen Nimbus als unbesiegbarer Feldherr. Trotzdem versuchte er weiterhin, den vordringenden Schweden Widerstand zu leisten und eroberte im März 1632 Bamberg zurück. Bei dem Versuch, die Schweden an der Überquerung des Lechs zu hindern, wurde er in der Schlacht bei Rain am Lech verwundet und starb kurz darauf im belagerten Ingolstadt im Alter von 73 Jahren an seinen Wunden.


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