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Deutschland blutet aus Der Schwedisch-Französische Krieg

Nach der schwedischen Niederlage bei Nördlingen beteiligt sich Frankreich nun am Kriegsgeschehen.

Stand: 10.08.2016

Schwedisch-französische Krieg | Bild: BR

Schwedisch-Französischer Krieg 1635 - 1648

Unter dem Eindruck des Prager Friedens schien Schweden zunächst dazu geneigt, gegen Erstattung der Kriegskosten in Verhandlungen über einen schwedisch-deutschen Frieden einzutreten. Doch Kaiser Ferdinand II. und Richelieu kamen nicht zu einer Einigung. Gleichzeitig erklärte König Ludwig XIII. Spanien den Krieg.

Kardinal Richelieu (*1585, †1642) ist seit 1624 leitender Minister Frankreichs mit besonderen Ambitionen zur Macht. Er will die Verbindungen zwischen den habsburgischen Besitzungen in Oberitalien und den spanischen Niederlanden brechen und die Grenzländer Elsass und Lothringen für Frankreich gewinnen. Deshalb verbündet sich Frankreich mit Schweden, den Niederlanden und Teilen Italiens - mit den Gegnern der Habsburger.

Ausgelöst durch eine Provokation Frankreichs - französische Truppen sind bis an den Rhein vorgerückt - kommt es am 18. September 1635 zur Kriegserklärung Kaiser Ferdinands II. an Frankreich. Nun befindet sich Frankreich mit beiden habsburgischen Linien im Krieg, mit Spanien und dem Kaiser.  

Kaiser Ferdinand II. stirbt am 15. Februar 1637. Sein Sohn, Ferdinand III. schließt sich, um gemeinsam Krieg führen zu können, enger mit Spanien zusammen. So können 1638 die Truppen der Franzosen und Herzog Bernhards (der für Frankreich kämpfte) am Mittelrhein zurückgedrängt werden.

Zunehmende Verluste und Kriegsmüdigkeit

1640 zeichnet sich die militärische Überlegenheit der Kaisergegner immer stärker ab. Schwedische Armeen dringen vom Norden und die französischen Heere dringen vom Westen nach Deutschland vor. Spanien wiederum hat seit 1640 hohe Verluste zu verzeichnen und wird von inneren Aufständen erschüttert.

Die missliche Lage Kaiser Ferdinands III. geht zum Teil darauf zurück, dass einzelne Reichsstände - trotz der Abmachungen des Prager Friedens - separat ihren Frieden bzw. ihren Waffenstillstand mit den ausländischen Mächten gemacht haben (Brandenburg, Kursachsen, für kurze Zeit auch Bayern). Einige Reichsstände sind auch kriegsmüde. Man wünscht sich Frieden, selbst wenn es einen hohen Preis kostet. 1641 setzen die ersten Friedensverhandlungen ein.


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