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Andere mediale Texte Narrative Ebene: Erzählstruktur

Von: Christian Albrecht

Stand: 31.03.2017

Hier beantworten wir folgende Fragen:

  • Aus welchen narrativen Einheiten besteht eine filmische Erzählung?
  • Welchem Aufbau folgen Filme häufig?
  • Was ist der Unterschied zwischen Story und Plot?
  • Was versteht man unter chronologischem und achronologischem Erzählen?

Narrative Einheiten

So wie sich das Drama in Auftritte, Szenen und Akte untergliedern lässt, kann auch der Film durch sogenannte narrative Einheiten strukturiert werden.

  • Einstellung: Sie ist die kleinste Einheit. Die Einstellung beginnt am vorangehenden Schnitt und endet am folgenden Schnitt.
  • Szene: Mehrere zusammenhängende Einstellungen spielen sich an einem Handlungsort ab.
  • Sequenz: Mehrere Szenen, die zusammen einen größeren Handlungsblock ergeben.

Von der Abfolge dieser Sequenzen hängt es ab, wie die Handlung eines Films erzählt wird:

  • Chronologisch: Der Zuschauer erlebt mit, wie sich eine Geschichte in zeitlich aufeinander folgenden Etappen abspielt.
  • Achronologisch: Der Film beginnt (und endet) oft mit einer Rahmenhandlung, während die Binnenhandlung innerhalb dieser Rahmenhandlung z. B. aus vielen (die Rahmenhandlung erklärenden) Rückblenden besteht. So beginnen Kriminalfilme manchmal "in medias res" mit dem eigentlichen Verbrechen, während die Vorgeschichte, also wie es zu diesem Verbrechen gekommen ist, erst im Laufe des Films erzählt wird. Eine solche achronologische Anordnung unterschiedlicher Sequenzen im Film bildet den Plot. Dieser unterscheidet sich von der Story des Films, unter der man den Inhalt einer Erzählung in chronologischer Reihenfolge versteht.

Plotmuster des Mainstream-Films (nach Syd Field: Das Handbuch zum Drehbuch, Frankfurt a. M. 1991)

Wie man eine Handlung am besten strukturiert, darüber haben sich viele Philosophen und Literaten Gedanken gemacht. Einige Theorien dazu bauen auf der Dramentheorie des griechischen Philosophen Aristoteles auf, die auch auf den Film übertragen wurde.

So folgen viele Mainstream-Filme einem Drei-Akt-Schema aus Exposition, Konfrontation und Auflösung. Zu Beginn des Films steht die Exposition: Die wichtigsten Figuren und der Handlungsrahmen werden vorgestellt. Der zweite Punkt ist der sogenannte "Point of Attack". Hier kommt es zum Konflikt, der die weitere Handlung, die Konfrontation, bestimmt.

In ein oder zwei Wendepunkten müssen die Filmfiguren - in der Regel ist es die Hauptfigur - hier wesentliche Entscheidungen treffen. Es kommt zum Höhepunkt; meist sieht es an diesem Punkt so aus, als sei alles verloren. Aber der Höhepunkt ist immer auch ein Wendepunkt und dann folgt die Auflösung mit einem Happy End - oder einer Katastrophe.

Typische Fehler

1.

Die Begriffe "Einstellung" und "Szene" werden verwechselt.

2.

Die Begriffe "Story" und "Plot" werden nicht richtig verwendet.

Spickzettel

Narrative Einheiten

Grundlegende narrative Einheiten sind Einstellung, Szene und Sequenz.

Aufbau

Viele (Mainstream-)Filme folgen einem ähnlichen dreiaktigen Aufbau aus Exposition, Konfrontation und Auflösung.

Story und Plot

Häufig sind Story und Plot nicht identisch: Oft wird achronologisch, etwa mit Rückblenden, erzählt, so dass sich dem Zuschauer z. B. die Hintergründe der Handlung nur allmählich erschließen.

Einstellung

Alle Bilder zwischen zwei Schnitten.

Chronologischer Aufbau

Erzählung in linear-kausaler Abfolge.

Drei Akte des Films

Exposition, Konfrontation, Auflösung.