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Andere mediale Texte Visuelle Ebene: Licht und Farbe

Von: Christian Albrecht

Stand: 31.03.2017

Hier beantworten wir folgende Fragen:

  • Auf welche Art und Weise lässt sich Licht im Film einsetzen?
  • Welche Rolle spielt das Licht, die Farbe beziehungsweise die Beleuchtung im Film?

Ein wichtiges Stilmittel der visuellen Ebene sind Licht und Farbe. Eine geschickt eingesetzte Lichtregie und Farbgestaltung haben Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Figuren und der Situationen des Films, auf unsere Emotionen und Assoziationen.

Lichtsetzung

Einsatz von Filtern

Man kann die Lichtstimmung aber auch ohne Lampen verändern, z. B. durch die Belichtung und durch spezielle Filter.

Weichzeichner

Den freundlichen Effekt für einen alternden Darsteller könnten wir zum Beispiel auch mit einem Filter erzeugen, den man Weichzeichner nennt.

Grauverlaufsfilter

Filter werden auch oft bei Drehs im Freien eingesetzt. Eine Landschaft mit Wolken am Himmel kann ohne Filter etwas langweilig aussehen.

Mit einem Grau-Filter lässt sich das ändern: Die Szene wirkt dramatischer.

So eine besondere Stimmung könnte man aber auch noch in der Nachbearbeitung herstellen.

Farbgestaltung

Bei der sogenannten Farbkorrektur in der Nachbearbeitung kann noch etwas ganz Wichtiges bestimmt werden: die Farbe des Films. 

Die identische Szene - nun in bläulicher Farbstimmung - hat eine ganz andere Wirkung. Sie hat etwas Kühles, Distanziertes.

Wie gezielt Farben auch in Spielfilmen eingesetzt werden, lässt sich im Video gut an den Beispielen zu "Die fabelhafte Welt der Amélie" und "Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders" sehen. Während die warmen und kräftigen Farben Amélies freundliches Wesen unterstreichen, wirkt die blass-bläuliche Farbgebung des Parisers Fischmarkts kalt und unwirtlich.

Farbe und Schwarz-Weiß

Auch in Zeiten des Farbfilms gibt es Regisseure und Regisseurinnen, die in einer bewussten künstlerischen Entscheidung einen Film in Schwarz-Weiß drehen. Das Video zeigte das Beispiel aus Wim Wenders' Spielfilm "Der Himmel über Berlin", in dem beides eingesetzt wird.

Typische Fehler

1.

Licht und Farbe werden gleichgesetzt und dabei wird vergessen, dass wir Farbe ohne Licht nicht wahrnehmen können, Licht ohne Farbe dagegen schon.

2.

Es wird angenommen, dass bei Tageslicht gedrehte Filmszenen keiner aufwändigen Lichtregie folgen.

Spickzettel

Farbe und Licht

Farbe und Licht dienen der Charakterisierung von Situationen und Figuren, setzen dramatische Akzente und grenzen verschiedene Erzählebenen voneinander ab. Der gezielte Einsatz von Licht prägt die Grundstimmung (zum Beispiel warm gegenüber kalt) eines Filmes und nimmt Einfluss auf die Gefühle des Zuschauers.

Low Key

Schwach bzw. nicht beleuchtete, durch harte Schatten und Hell-Dunkel-Kontraste dominierte Bildgestaltung; negative und bedrohliche Grundstimmung.

High Key

Helle und kontrastarme Bildgestaltung; positive und heitere Grundstimmung.

Schwarz-weiß

Seit der Erfindung des Farbfilms ist die Entscheidung, einen Film in schwarz-weiß zu drehen, eine ästhetische.