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Sachtexte Thema, Textsorten und Intention

Von: Prof. Dr. Juliane Köster

Stand: 15.09.2016

Hier beantworten wir folgende Fragen:

  • Um welches Thema geht es im Text?
  • Mit welcher Textsorte habe ich es zu tun?
  • Was ist die Absicht des Autors?

Um welches Thema geht es?

Um das Thema eines Textes zu bestimmen, muss man sich natürlich erst einmal einen Überblick über den ganzen Text verschaffen. Gibt es Ober- und Untertitel? Gibt es eine fettgedruckte Einleitung (= Lead)? Gibt es Zwischenüberschriften? Wenn ja, welche?

Dann wird der ganze Text durchgelesen. Dabei ist es wichtig, zwischen Inhalt und Verpackung zu unterscheiden. Im Beispieltext, der im Video besprochen wird, ist das Thema nicht ein Mann namens Peter Siebert, sondern Identitätsdiebstahl. Identitätsdiebstahl ist der "Inhalt", Peter Siebert die "Verpackung". Oft lässt sich das Thema auch daran erkennen, dass es in der Überschrift und im Einleitungssatz genannt wird.

Mit welcher Textsorte habe ich es zu tun?

Auch hier geben Überschrift und Lead erste Hinweise. Im Videobeispiel handelt es sich um einen Zeitungstext von Daniela Kuhr mit dem Titel "Identitätsdiebstahl. Die unsichtbare Dritte". Beim Lesen des Textanfangs und der Zwischenüberschriften ist festzustellen, dass es sich in diesem Fall weder um eine Nachricht noch um einen einfachen Bericht handelt, sondern um ein Feature. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen folgenden journalistischen Textsorten:

  • Meldung (gibt einen Sachverhalt oder ein Ereignis in wenigen Zeilen wieder. Beantwortet die W-Fragen: Wer? - Was? - Wann? - Wo? - Wie?)
  • Nachricht (wie die Meldung, aber ausführllicher. Beantwortet die fünf W-Fragen)
  • Bericht (gibt zusätzliche Hintergrundinformationen und kann mehrere Spalten lang sein. Beantwortet zwei weitere W-Fragen: Warum? Und ganz wichtig: Woher stammt die Information?)
  • Reportage (schildert einen Einzelfall bzw. ein spezielles Ereignis; schildert Ereignisse aus der Perspektive des stellvertretenden Beobachters)
  • Feature (benutzt die Schilderung des Einzelfalls, um einen allgemeineren Zusammenhang oder Sachverhalt zu verdeutlichen; ständiger Wechsel zwischen Schilderung und Schlussfolgerung)

Das Feature behandelt ein Thema so, dass Fakten anhand konkreter, erzählerischer Beispiele vermittelt werden. Peter Sieberts Geschichte wird als konkretes Beispiel erzählt, um den Lesern den Sachverhalt "Identitätsdiebstahl" nahezubringen. Besonderes Kennzeichen solcher Beispiele ist der Zoom-Effekt: Ein kleiner Ausschnitt wird detailliert beschrieben. Das führt dann zum Weitwinkel und allgemeinen Rahmen. Peter Sieberts Geschichte ist der gezoomte "kleine Ausschnitt", die Probleme des Identitätsdiebstahls im Online-Handel sind der "allgemeine Rahmen" im Weitwinkel.

Es gibt natürlich einen Zusammenhang zwischen der Textsorte und der Textintention. Der Begriff "Textintention" steht für die Aussageabsicht des Textes. Sie entspricht dem, was die Autorin/der Autor mit einem Text bewirken will.

Was ist die Absicht der Autorin oder des Autors?

Der Autorin geht es darum, die Leser der Süddeutschen Zeitung darüber zu informieren, was es mit Identitätsdiebstahl auf sich hat, wie einfach er zu bewerkstelligen ist und welche Einrichtungen dabei versagt haben.

Typische Fehler

1.

Verwechslung von Überschrift und Thema des Textes

2.

Verwechslung von Textthema und Intention/Absicht des Autors

3.

Verwechslung von Feature und Reportage

Spickzettel

Thema und Intention

1. Das Thema steht nicht immer im Titel.

2. Unterscheiden zwischen dem Thema des Textes und der Absicht des Autors

Textsorte Feature

1. Das Feature

- vermittelt Fakten und
- verpackt sie mit Beispielen.

2. Im Feature ist das konkrete Beispiel/der konkrete Fall die Verpackung für eine allgemeine Information.

3. Auch das Feature ist eine informationsbetonte Textsorte.