Oktoberfest Die Wiesn aus wirtschaftlicher Sicht
Etwa 435 Millionen Euro haben die Wiesn-Besucher vergangenes Jahr auf dem Oktoberfest ausgegeben. Dazu kommt noch, was auswärtige Gäste in München für Verpflegung, Einkäufe oder Unterkunft hinblättern. Insgesamt übersteigt die Summe die Milliardengrenze.
Wie hoch der Umsatz auf der Wiesn dieses Jahr sein wird, steht noch nicht fest. Aber die Zahlen, die das Tourisamt für 2011 herausgegeben hat, zeigen die Größenordnung. Rund 63 Euro hat jeder Oktoberfest-Besucher vergangenes Jahr direkt auf der Theresienwiese ausgegeben - im Bierzelt, an den Fahrgeschäften und an den Marktständen. Bei 6,9 Millionen Gästen macht das insgesamt 435 Millionen Euro. Doch mit der Wiesn lässt sich in der bayerischen Landeshauptstadt auch abseits der Bierzelte und Fahrgeschäfte ein Reibach machen.
Über eine halbe Milliarde Euro abseits der Festwiese
Allein die auswärtigen Besucher machten 2011 vor und nach dem Festbesuch noch einmal rund 276 Millionen Euro in der Gastronomie, im Einzelhandel, für Taxis und öffentliche Verkehrsmittel locker. Hinzu kamen weitere 403 Millionen Euro für Übernachtungen. Insgesamt kommt die Wiesn - laut der Zahlen von 2011 - auf einen Wirtschaftswert von rund 1,1 Milliarden Euro. Der Werbewert, den die weltweit bekannte Marke Oktoberfest der Stadt zusätzlich bringt, lässt sich kaum beziffern.
Die Wiesn als Jobmotor
Während direkt auf dem Volksfest rund 12.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, ist das Oktoberfest auch für die übrige Landeshauptstadt ein Jobmotor - zum Beispiel, weil der Verkauf von Dirndln und Lederhosen zur Wiesn-Saison sprunghaft ansteigt. Auch die Taxler können sich freuen: "Ein Taxifahrer kann zur Wiesnzeit zwischen 20 und 50 Prozent mehr Umsatz machen", sagte Frank Kuhle von der Münchner Taxi-Genossenschaft. Während des Oktoberfests seien so gut wie alle Münchner Taxis im Einsatz.
403 Millionen für Übernachtungen
Bei den Münchner Hoteliers, Pensionswirten und Campingplatz-Betreibern klingelt ebenfalls die Kasse: Rund 60 Prozent der Festbesucher kommen aus München, 12 Prozent reisen aus dem übrigen Bayern an, 9 Prozent aus dem restlichen Deutschland. Aus dem Ausland zog es 2011 rund 1,3 Millionen zur Wiesn, das sind 19 Prozent der Gäste insgesamt. Für Übernachtungen gaben die auswärtigen Gäste rund 403 Millionen Euro aus. Die Anbieter von Schlafplätzen sind einen derartigen Andrang aber gewöhnt: Die Wiesn ist lediglich die zweitstärkste Buchungszeit nach der Baumaschinenmesse Bauma im April.
Wer, woher, wie alt, wie oft?
Herkunft
Woher kommen die Gäste?
Die bayerischen Wiesn-Besucher sind nach wie vor in der Überzahl: Stolze 72 Prozent der Gäste kommen aus dem Freistaat, davon 60 Prozent aus München. Die restlichen Bundesländer werden jedoch von ausländischen Besuchern überholt. Nur neun Prozent der Gäste stammen aus dem restlichen Deutschland, 19 Prozent kommen aus dem Ausland.
Alter
Wie alt sind die Besucher?
Die Gesellschaft wird immer älter, dementsprechend steigt auch das Durchschnittsalter der Wiesn-Gäste. Im Jahr 2000 waren 40 Prozent der Besucher über 30 Jahre alt, 2008 waren es schon 53 Prozent. Die Gruppe der 45- bis 59-Jährigen ist mit 15 Prozent vertreten, gegenüber neun Prozent von 2000. Der Anteil der Gäste unter 30 ging von 60 Prozent auf 47 Prozent zurück.
Geschlecht
Mehr Männer oder mehr Frauen?
Die weiblichen Wiesngänger sind auf dem Vormarsch. 2000 waren die Männer mit 62 Prozent noch in der Überzahl. Nur 38 Prozent waren Besucherinnen. 2008 ist fast der Gleichstand eingetreten: 49 Prozent der Gäste sind weiblich und nur noch 51 Prozent männlich.
Einmal ist keinmal
Wie oft kommen die Besucher?
Ein Wiesn-Besuch kommt selten allein. Rund drei Viertel aller Wiesngänger kommen mehr als einmal auf die Theresienwiese. Die Münchner sind noch treuer: Knapp 90 Prozent der "Einheimischen" besuchen die Wiesn nicht nur einmal.
Werbung
In aller Munde
Wer kann, der kann: Jedes Jahr pilgern rund sechs Millionen Besucher zur Bavaria. Da rührt sich die Werbetrommel ganz von alleine. Gut für die Veranstalter: Seit 1985, dem 175. Jubiläum mit rekordverdächtigen 7,1 Millionen Besuchern, wird für die Wiesn nicht mehr geworben.

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