Oktoberfest-Halbzeit Mehr Dirndl, aber auch mehr Straftaten
Obwohl das gute Wiesnwetter auch durch Regenschauer unterbrochen wurde, tranken 3,6 Millionen Besucher 3,6 Millionen Mass Bier. Dirndl und Lederhose sind im Trend. Es gibt aber auch negative Zahlen: mehr geklaute Bierkrüge, mehr Alkoholopfer.
Im Vergleich zur letzten "kleinen Wiesn" mit dem Zentral-Landwirtschaftsfest im Jahr 2008 kamen bis zur Halbzeit 400.000 Besucher mehr, die Steigerung beim Bierverbrauch beläuft sich auf 300.000 Mass. Auch die Verzehrzahlen können sich sehen lassen: Beim Hendlverkauf meldet die Festleitung ein Plus von fünf Prozent sowie 60 verspeiste Ochsen (2011: 58).
Pracht der Tracht
Audio und Video
Gemäß der Tourismusstatistik der Landeshauptstadt kamen unter anderem Gäste aus den angrenzenden Nachbarländern Österreich, Schweiz und Frankreich sowie aus Italien, den USA, aus osteuropäischen und asiatischen Ländern, aus Neuseeland und Australien. "Teilweise waren die ausländischen Gäste nur an der Sprache zu erkennen, denn sie kamen in Dirndl und Lederhose", lobte die Festleitung. Und auch bei den "Einheimischen Besuchern" setzt sich der in den vergangenen Jahren entstandene Trend zur Tracht fort.
Zunahme der Straftaten und Bierkrugdiebstahls
Polizeireport
Was in der Bilanz der Festleitung noch entspannt klang, liest sich in der Mitteilung der Sicherheitskräfte deutlich kritischer. Insgesamt registrierte die Polizei zur Halbzeit 750 Straftaten, im Vorjahr waren es noch 618 gewesen. Die Beamten nahmen 259 Menschen fest, 2011 waren es nur 213. Auch die Zahl der gefährlichen Körperverletzungen stieg von 53 auf 74. Bierkrugdiebstahl ist nach wie vor ein Problem: Rund 63.000 Bierkrüge (2011: 96.000) musste das Ordnerpersonal bisher einsammeln. Polizeivizepräsident Robert Kopp zeigte sich besorgt angesichts des Anstiegs von Masskrugschlägereien von 26 im vergangenen Jahr auf 38 in diesem Jahr.
Mehr Einsätze für das Rote Kreuz
Ebenso zugenommen haben die Alkoholopfer. Die Zahl der "Bierleichen" stieg um fast 20 Prozent, so das Bayerische Rote Kreuz: 445 Volltrunkene mussten versorgt werden. Insgesamt wurden bisher 2.587 Menschen ärztlich behandelt, eine Zunahme um 11 Prozent. "Bei den aufgetretenen Temperaturschwankungen hatten mehr Wiesngäste mit Herz- und Kreislaufbeschwerden zu kämpfen", erklärte der Chef der Sanitätsstation Dr. Hans Finkel.
Zweikampf um den Wiesn-Hit
Im Rennen um den ersten Platz der Wiesn-Hitparade liegen zur Halbzeit zwei Lieder gleichauf: "Brenna tuats guat" von Hubert von Goisern und "Tage wie diese" von den Toten Hosen werden am häufigsten gespielt.
Kein Gebiss, aber ein Waldhorn
Das Wiesn-Fundbüro zählte bis Samstagabend 2.600 Fundsachen (2011: 2.200), darunter 760 Kleidungsstücke, 500 Ausweise, 325 Geldbeutel, 225 Handys, 200 Schlüssel, 180 Taschen/Rucksäcke/Beutel, 150 Brillen, 70 Schmucksachen, 55 Kameras und 47 Schirme. Mindestens ein Gebiss landete in den Vorjahren in der Regel auch im Fundbüro, bislang scheint aber kein Wiesnbesucher zahnlos heim zu sein. Glanzstücke der Sammlung sind diesmal ein Waldhorn, ein Hörgerät sowie eine Brille mit Swarowski-Kristallen.

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