Wiesn-Musik Die zehn wichtigsten Fakten über Blaskapellen
Blaskapellen im Bierzelt gehören ganz selbstverständlich zur Wiesn dazu. Doch was wissen Sie über die fleißigen Musiker, die 16 Tage lang den Takt zum Bier angeben? Wir haben mit dem Kapellmeister Alois Altmann gesprochen und die zehn wichtigsten Fakten für Sie zusammengetragen.
Fakten zu Blaskapellen (Teil 1)
Langer Atem
In den Zelten spielt meist dieselbe Blaskapelle den ganzen Tag – bis zu 12 Stunden am Wochenende und etwa 10 Stunden unter der Woche. Blasmusik spielen gehört damit zu den anstrengendsten Jobs auf der Wiesn und längst nicht jeder Musiker ist in der Lage, die rund 170 Stunden an 16 Tagen zu spielen.
Feucht-fröhlich?
Ob Alkohol während des Auftrittes getrunken werden darf, ist unterschiedlich geregelt. Manche Zelte verbieten Alkohol auf der Bühne komplett, andere haben weniger strikte Vorgaben. Wenn hin und wieder mal ein falscher Ton bei den Stücken dabei ist, muss das übrigens nicht an der Pausen-Mass liegen: Auf der Wiesn sind elektronische Hilfsmittel bei Blaskapellen verboten, alles muss live sein. Da kann es natürlich auch den ein oder anderen Fehler geben.
Nach der Wiesn
Auf der Wiesn sind die meisten Blaskapellen inzwischen aus semi-professionellen Musikern zusammengesetzt. Das bedeutet, dass sich die Gruppe einmal jährlich zum Oktoberfest trifft und danach wieder jeder seinem eigentlichen Beruf nachgeht. Mit dabei sind zum Beispiel Architekten, Geschäftsleiter und Zimmermänner.
Proben
Drei- bis viermal wird in der Oktoberfest-Besetzung geprobt, da es im restlichen Jahr keine Auftritte in dieser Größenordnung gibt. Bei diesen Proben werden dann die neuen und alten Stücke gemeinsam geübt.
Alle Jahre wieder?
Es herrscht zwar immer ein wenig Bewegung bei der Zusammensetzung der Blaskapellen – neue kommen hinzu, andere steigen aus – ein Großteil der Musiker kommt jedes Jahr wieder auf die Wiesn.
Fakten zu Blaskapellen (Teil 2)
Größe
Zwischen 20 und 24 Musiker spielen in einer Blaskapelle. Nimmt man die Blaskapellen in den Festhallen und alle weiteren Musikkapellen zusammen, kommt man nach Angaben der Pressestelle des Oktoberfestes auf bis zu 30 Musikgruppen bei der Wiesn.
Was wird hier gespielt?
Das Repertoire wird von den meisten Kapellen jedes Jahr erneuert. Dabei landen nicht nur die neuesten Party-Hits auf der Liste, sondern auch traditionelle Stücke. Besonders durch die Oide Wiesn wurden in den letzten Jahren vermehrt traditionelle Stücke ins Programm aufgenommen. Bereits im Winter wird schon aufmerksam verfolgt, was sich als Wiesn-Hit herauskristallisieren könnte. Ein besonderes Augenmerk liegt dann noch auf dem Sommerhit.
Buchungszeit
Gleich nach der Wiesn wird in der Regel eine mündliche Zusage gemacht. Der Vertrag wird dann im Zeitraum zwischen Mai und Juni unterschrieben, wenn die Wiesn-Planung weiter vorangeschritten ist.
Schnöder Mammon
Das Gehalt der Musiker scheint ein gut gehütetes Wiesn-Geheimnis zu sein, über das man nicht gerne spricht. Bei unseren Recherchen konnten wir lediglich herausfinden, dass es dieses Jahr einen einheitlichen Stundensatz in den Zelten gibt. Wie hoch dieser ist, wollte man uns allerdings nicht verraten. Das Musizieren im Bierzelt scheint sich aber durchaus zu lohnen.
Lauter!
In Bierzelten gilt eine Maximallautstärke von 85 Dezibel, die Blaskapellen dürfen aber mit 90 Dezibel etwas lauter sein. Das liegt daran, dass die Blaskapelle teilweise über fünf Oktaven spielt und insgesamt weicher klingt als rein elektronisch erzeugte Musik. Dadurch erscheint sie dem Zuhörer leiser. Da der Lautstärkepegel durch die Stimmen im Festzelt schon recht hoch ist, würde die Blasmusik bei einem geringeren Lautstärken-Wert untergehen.
TV-Tipp: Wir in Bayern
Am Donnerstag, 4. Oktober, wird bei "Wir in Bayern" unter anderem Wiesn-Musikant Markus vorgestellt. Er studiert am Konservatorium München und jedes Jahr packt ihn der Wiesn-Virus. Dann spielt er im Festzelt Winzerer Fähndl. Sendungsbeginn: 15.30 Uhr im Bayerischen Fernsehen

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