BROktoberfest

Wiesn-Bilanz 2012 6,4 Millionen Besucher mit großem Durst

Eine feine "kleine Wiesn" ist zu Ende gegangen: Rund 6,4 Millionen Besucher und 6,9 Millionen Mass Bier führte Festleiter Dieter Reiter in der vorläufigen Bilanz auf. Gute Werte, denn heuer gab das Oktoberfest Fläche für's Landwirtschaftsfest ab.

Stand: 08.10.2012
Wiesnbesucher | Bild: picture-alliance/dpa

Das Münchner Wirtschaftsreferat schätzt die Zahl der diesjährigen Besucher auf 6,4 Millionen. Das sind zwar weniger als die 6,9 Millionen von 2011. Aber vergangenes Jahr fand zusätzlich die Oide Wiesn statt. Dieser Teil des Oktoberfestes mit traditionellen Fahrgeschäften und Festzelten musste 2012 seinen Platz für das alle vier Jahre stattfindende Zentrale Landwirtschaftsfest räumen. Im Vergleich zur letzten "kleinen Wiesn" 2008 waren es dieses Mal 400.000 Besucher mehr.

Fast sieben Millionen Liter Bier

6,9 Millionen Mass Bier wurden auf dem Volksfest mit dem großen Durst ausgeschenkt. Im Vergleich zu 2008 tranken die Besucher damit 300.000 Mass mehr. 111.000 Krüge sollten wohl als Souvenir dienen. Das sind deutlich weniger Diebstähle als im vergangenen Jahr, in dem mit 226.000 Bierkrügen außerordentlich viele entwendet worden waren. Neben den Klassikern wie Brathendl und Breze wurden 116 Ochsen und 57 Kälber verspeist.

Alle Wirte, Beschicker und Schausteller sind nach den Worten Reiters mit dem 179. Münchner Oktoberfest zufrieden. Sein Fazit: "eine rundum gelungene Wiesn". Der umsatzstärkste Wiesntag war übrigens der 3. Oktober. Die Kombination aus schönem Wetter und Feiertag hat wohl das ihre dazu getan.

Kritik an öffentlichem Nahverkehr

Die Fahrgastorganisation "Aktion Münchner Fahrgäste" kritisierte mitunter chaotische Zustände bei den öffentlichen Verkehrsmitteln, vor allem in den letzten Wiesn-Tagen. Aktionssprecher Andreas Nagel forderte von den Münchner Verkehrsbetrieben, künftig während des Oktoberfestes mehr Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Nagel schlug eine Sonder-Straßenbahnlinie zur Theresienwiese vor.

Polizei am Limit

"Ans Limit und auch darüber hinaus" sind laut einem Polizeisprecher die Beamten gelangt. Denn die Polizei musste über 2.000 Einsätze leisten und registrierte 1.400 Straftaten, besonders häufig waren Körperverletzung und Diebstahl. Sexualstraftaten haben leicht zugenommen. Die Polizei ermittelt in vier Fällen wegen Vergewaltigung.

Das Bayerische Rote Kreuz hatte in den vergangenen zwei Wochen über 800 Bierleichen und damit deutlich mehr Betrunkene als im Vorjahr zu versorgen. Insgesamt benötigten mit 8.400 Wiesnbesuchern aber weniger Personen als im Vorjahr ärztliche Hilfe.

Italiener kommen lieber am dritten Wochenende

Sie machen rund 17 Prozent der ausländischen Besucher aus und lieben damit das Oktoberfest noch mehr als die Amerikaner (14 Prozent): die Italiener. Traditionell strömen sie besonders am zweiten Wiesn-Wochenende nach München - doch das scheint sich zu ändern. Die Italiener kommen jetzt lieber am dritten Wochenende, weil sie die Wohnwagen dann günstiger mieten können, sagte Wiesn-Chef Reiter.

Ausländische Gäste in Lederhosen

Insgesamt kamen die Oktoberfestgäste in diesem Jahr aus mindestens 70 Ländern. Das verraten Abhebungen an Geldautomaten. So reisten unter anderem auch Besucher aus Kuwait, Namibia, Aserbeidschan und den Kaimaninseln nach München. "Rein von der Optik her sind es eigentlich nur Bayern", stellte Reiter fest. Denn sehr viele Gäste, egal, woher sie kamen, haben Dirndl und Lederhosen angezogen.

Kuriose Fundstücke

Ausweise, Geldbörsen oder Handys wurden zu Hunderten am Fundbüro abgegeben. Aber es gab auch Ungewöhnliches: Zwei Kfz-Kennzeichen, zwei Eheringe und zwei Waldhörner wurden auf dem Oktoberfest gefunden. Ein Waldhorn wurde bereits wieder abgeholt, ebenso wie ein Hund, der kurzzeitig ohne Herrchen war.


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