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ARD/ZDF-Onlinestudie 2013 Hoher Anstieg der täglichen Nutzungsdauer

Die Zahl der Internetnutzer wächst zwar nur noch moderat - doch die Onliner verbringen immer mehr Zeit im Netz: 169 Minuten ist ein Onliner in Deutschland täglich im Schnitt im World Wide Web unterwegs. Das ist ein Ergebnis der ARD/ZDF-Onlinestudie 2013.

Stand: 04.09.2013

Nutzer tippt SMS in sein Smartphone | Bild: picture-alliance/dpa

Gegenüber dem Vorjahr sind die Nutzer somit durchschnittlich 36 Minuten länger pro Tag im Netz. Bei den 14- bis 29-Jährigen liegt die tägliche Nutzungsdauer sogar bei 218 Minuten. Davon entfällt fast die Hälfte auf soziale Netzwerke. Allein die Nutzung von Facebook macht 37 Prozent ihrer Internetzeit aus. Der Anteil der Internetnutzer stieg von 75,9 Prozent (2012) auf 77,2 Prozent (2013). Rund 54,2 Millionen Menschen in Deutschland sind online. Der Zuwachs geht vor allem von den ab 60-Jährigen aus, von denen inzwischen 43 Prozent im Netz aktiv sind.

Smartphone, Tablet & Co. als neue Taktgeber

Die Ausweitung des Internetkonsums ist auf die gestiegene Nutzung mobiler Endgeräte und die zunehmende Bedeutung der Unterwegsnutzung (2013: 41 Prozent) zurückzuführen. Personen, die mobile Geräte verwenden, sind häufiger und länger im Netz als Personen, die nicht über Smartphones, Tablets, MP3-Player oder E-Book-Reader ins Internet gehen. Ihre tägliche Verweildauer im Internet liegt mit 208 Minuten deutlich über dem Durchschnitt (169 Minuten). Diese Entwicklung geht eng einher mit der steigenden Verfügbarkeit mobiler Endgeräte in den deutschen Haushalten. Im Schnitt stehen jedem Onlinehaushalt 5,3 internetfähige Geräte zur Verfügung.

"Mobile Endgeräte führen zu einer deutlichen Zunahme der Internetnutzung. Dabei werden TV- und Radio-Inhalte im Netz nicht nur von jüngeren Menschen immer stärker nachgefragt. Die TV- und Radiomarken der ARD sind auf den neuen Abrufplattformen sehr beliebt. Die ARD-Marken erreichen die Menschen heute auf allen relevanten Verbreitungswegen und stehen auch im Netz für hohe journalistische Qualität und Verlässlichkeit. Statt der These 'Radio und Fernsehen haben immer weniger Nutzer' gilt: TV- und Radio-Inhalte haben noch nie so viele Nutzer erreicht wie heute. Dies belegen auch die Abrufstatistiken der ARD,"

erklärt der Intendant des Hessischen Rundfunks und Vorsitzende der ARD/ZDF-Medienkommission, Dr. Helmut Reitze

Bewegte Bilder im Netz immer beliebter

Drei Viertel (74 %) der Onliner nutzen inzwischen Bewegtbildinhalte im Netz. Mit der Zunahme der mobilen Internetnutzung wächst auch die Videonutzung unterwegs: Für 10 Prozent der Unterwegsnutzer sind Videos die wichtigste Anwendung, dies entspricht rund 4 Prozent aller Onliner. Das konventionelle Fernsehen (terrestrisch sowie über Kabel oder Satellit) bleibt jedoch dominierend: Der tägliche Fernsehkonsum (linear und nicht linear) über das Internet steht in einem Verhältnis von 1 zu 50 im Vergleich zum konventionellen Fernsehen, bei den 14- bis 29-Jährigen beträgt dieses Verhältnis jedoch inzwischen bereits 1 zu 13.

Mehr zum Thema

Für die ARD/ZDF-Onlinestudie wurden im März und April 2013 bundesweit repräsentativ 1.800 Erwachsene in Deutschland befragt. Die Ergebnisse sind in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift "Media Perspektiven" (MP 7-8/2013) dokumentiert.

Wer nutzt was im Social Web?

2013 nutzen 46 Prozent der Onliner ab 14 Jahren, das entspricht 24,7 Millionen Personen, private Netzwerke. 89 Prozent dieser Communitynutzer haben ein Profil bei Facebook. Vor allem bei den 14- bis 29-Jährigen sind soziale Netzwerke fester Bestandteil des Alltags, hier liegt die Reichweite bei 83 Prozent.

Berufliche Communitys werden in Deutschland von jedem zehnten Onliner genutzt, das sind 5,4 Millionen Erwachsene. Sie sind vor allem für 30- bis 49-Jährige attraktiv. Die Nutzung des Mikroblogs Twitter stieg von 4 Prozent im Jahr 2012 auf 7 Prozent im jahr 2013. Inzwischen "twittern“ in Deutschland rund 3,9 Millionen Menschen, wobei allerdings nur knapp ein Drittel der Twitterer selbst Tweets absetzt, der überwiegende Teil bleibt passiv.


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