Unternehmen - Technik


8

Der Kabelanschluss

Stand: 15.01.2018

Illustration: Abstrahiertes Haus mit Kabelanschluss | Bild: BR

Das Kabel - einst aus Steuergeldern von der deutschen Bundespost aufgebaut und inzwischen vollständig privatisiert - ist ein viel genutzter Empfangsweg der Deutschen: Rund 46 Prozent der Haushalte beziehen ihre Programme über die Kabeldose und bezahlen dafür Gebühren an einen Kabelnetzbetreiber. Nicht jeder hat die Wahl: Bei vielen Mietern ist der Kabelanschluss in den Nebenkosten im Mietvertrag enthalten und kann nicht gesondert gekündigt werden.

In 2018 endet die analoge Kabelverbreitung

Der Anteil der Kabelkunden, der noch analog fernsieht, schrumpft immer mehr: Nur noch rund zehn Prozent der Kabel-Haushalte nutzen ausschließlich analoge Programme. Dagegen liegt der Anteil der Zuschauer mit Digitalkabel bereits bei 88,6 Prozent im bundesdeutschen Durchschnitt, in Bayern mit 82,8 Prozent etwas darunter (Quelle: Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten Sept. 2017). Doch in absehbarer Zeit wird die Quote bei 100 Prozent Digitalempfang liegen.

2018 beenden in Bayern und vielen Regionen Deutschlands die Kabelnetzbetreber die analoge Kabelverbreitung endgültig. Die Vodafone Kabel Deutschland hat dazu ein erstes Pilotprojekt in ihrem Kabelnetz "Landshut-Dingolfing" gestartet: Bereits am 9. Januar 2018 war in diesem Kabelnetz Schluss mit analogem Fernsehen und analogem Radio. Die betroffenen Kabelkunden mussten dann auf Digitalempfang umsteigen oder sich eventuell nach anderen Empfangs-Alternativen umsehen.

Mit dem Ende der analogen Kabel-Ära hat man schon Erfahrung in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen: Dort hat Unitymedia, als größter Kabelnetzbetreiber in diesen Bundesländern, den Digitalumstieg beim den TV-Programmen in den eigenen Kabelnetzen schon vollzogen.

Das digitale Angebot von ARD und ZDF ist schon seit vielen Jahren über die Kabeldose mit einem digitalen Kabelreceiver (DVB-C) unverschlüsselt und frei empfangbar: Ein "Digitalabonnement" und eine Smartcard sind für die öffentlich-rechtlichen Programme in SD- oder HD-Qualität nicht erforderlich und können mit jedem digitalen Kabelreceiver (DVB-C) empfangen werden. In modernen Flachbildschirmen sind digitale Receiver bereits eingebaut und ermöglichen automatisch den Digitalempfang.

Moderne Kabelnetze für Fernsehen & Radio, Internet & Telefonie

Das Kabelnetz hat sich vom ehemals reinen Transportmedium für Radio und TV, das Signale nur vom Programmanbieter zum Kunden leitet, zum bidirektionalen Kommunikationsmedium weiterentwickelt. Die Betreiber bieten heute zusätzlich Internet und Telefonie via Kabelanschluss an und oben drauf auch Mobilfunk. Für die neuen Dienste wurden Kabelkanäle freigeräumt und vielerorts die Netzstrukturen modernisiert, um das Angebot erweitern zu können. Das Kabel steht damit in direkter Konkurrenz zum Angebot von Telekommunikationsfirmen, die Telefon, Internet und "Internet-Fernsehen" (IPTV) alternativ über die Telefondose sowie ihre eigenen Mobilfunk-Dienste anbieten.


8