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Das digitale Antennenfernsehen in Bayern

Stand: 04.11.2016

Fernsehen im Freien | Bild: BR/Gertraud Schläger, BR; Montage: BR

Die drahtlose terrestrische Übertragung war der erste und über Jahrzehnte auch der einzige Verbreitungsweg für Fernsehsignale. Ein halbes Jahrhundert funkten die Sender analog. Ab 2003 begann in Deutschland die sukzessive Umstellung auf das digitale Antennenfernsehen DVB-T - 2010 war dann in ganz Bayern DVB-T verfügbar.

Ausblick

Ab 29. März 2017 startet nun DVB-T2 HD und löst DVB-T schrittweise ab. Die Umstellung ist notwendig, da die Bundesregierung entschieden hat, das 700 MHz- Frequenzband, das bislang von DVB-T genutzt wird, zugunsten des Mobilfunks zu räumen. Das neue Antennenfernsehen startet zuerst in den großen bayerischen Ballungsräumen München und Nürnberg sowie in Teilen Südbayerns und Mittelfrankens - dort werden dann 16 öffentlich-rechtliche Programme zukunftsweisend in Full HD über DVB-T2 übertragen. An diesen Standorten endet gleichzeitig die DVB-T-Ausstrahlung. Bis Mitte 2019 soll in ganz Bayern DVB-T2 HD verfügbar sein.

Durch den Umstieg von der analogen auf die digitale Übertragungsnorm DVB-T (Digital Video Broadcasting-Terrestrial) konnte sich das Antennenfernsehen weiterhin als attraktive und vor allem günstige Empfangsalternative behaupten. Pro Fernsehkanal können nun vier Programme übertragen werden und das darüber gesendete TV-Angebot ist für jeden frei empfangbar.

Einfache Nutzung

Ein besonderer Vorteil von DVB-T ist auch der portable und mobile Empfang und die damit verbundene flexible Nutzung von Fernsehprogrammen im Versorgungsgebiet. Die Installation ist einfach und dadurch auch ideal für  Zweit- und Drittgeräte.

Auch sind außer den TV-Programmen zusätzlich Dienste anderer Art möglich, zum Beispiel HbbTV-Zusatzangebote in Kombination mit einem ans Internet angeschlossenen Fernsehgerät (Smart-/Connected TV).

DVB-T in Bayern

Über 90 Prozent der bayerischen Bevölkerung können DVB-T-Programme via Dachantenne empfangen. In punkto Antenne reicht für über 70 Prozent der Einwohner bereits eine kleine Außenantenne aus. In Sendernähe genügt in der Regel eine einfache Zimmerantenne. Neben der Antenne ist ein DVB-T-Empfänger erforderlich. Neue Fernseher verfügen meist standardmäßig über einen eingebauten DVB-T-Empfänger.

Ein Dutzend öffentlich-rechtliche Programme

Zwölf öffentlich-rechtliche Qualitätsprogramme bieten der BR und das ZDF in jeder bayerischen DVB-T-Region an. Zusätzlich verbreiten in Bayern lokale und private TV-Anbieter ihr Programmangebot über die Sender Wendelstein, München Olympiaturm und Nürnberg Funkturm.

Der Umstieg von analog auf digital terrestrisch dauerte in Bayern dreieinhalb Jahre: Am 30. Mai 2005 fiel der Startschuss für die Regionen München/Südbayern und Nürnberg. Am 25. November 2008 ging der letzte analoge Grundnetzsender vom Netz. Am 4. November 2009 wurden schließlich die beiden letzten noch verbliebenen analogen Füllsender stillgelegt. Die Ära der analogen terrestrischen TV-Ära in Bayern war beendet.


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