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Neuer Hörfunkdirektor Ein Würzburger kehrt heim nach München

Er war BR-Hörfunk-Korrespondent in Tel Aviv und Washington, Redaktionsleiter und die letzten fünf Jahre Leiter des Studio Franken in Nürnberg. Jetzt kehrt Martin Wagner als Hörfunkdirektor ins Münchner Funkhaus zurück.

Stand: 01.05.2014

Martin Wagner | Bild: BR / Foto Sessner

Als Martin Wagner Anfang Dezember zum neuen Hörfunkdirektor ernannt wurde, würdigte ihn BR-Intendant Ulrich Wilhelm als einen "im gesamten Sender hochgeschätzten Kollegen, der breite Kompetenz, profundes Detailwissen und langjährige Führungserfahrung mitbringt. Er hat nicht nur als Nahost- und Washington-Korrespondent das Weltgeschehen eingeordnet. Unter seiner Regie als Studioleiter ist auch das trimediale Aktualitätenzentrum in Nürnberg entstanden, was ihn für unsere weiteren Reformanstrengungen prädestiniert."
In dem Aktualitätenzentrum "AktZent" auf dem Gelände des Studio Franken arbeitet die aktuelle Fernseh-, Hörfunk- und Online-Redaktion zusammen.

Persönliches

Geboren: 1954
In: Würzburg
Verheiratet mit: Angelika Vetter-Wagner
Kinder: Töchter Johanna und Julia
Hobbies: Joggen; Anhänger von Borussia Mönchengladbach

Während seines Studiums der Germanistik in Würzburg arbeitete Martin Wagner bereits als freier Mitarbeiter bei der Tageszeitung "Mainpost" und war Miteigentümer und verantwortlicher Redakteur des damals neugegründeten Stadtmagazins Pupille. 1979 wechselte er zum Bayerischen Rundfunk. Als Hörfunkreporter berichtete er für die "Welle Mainfranken" in Würzburg. Die nächste Station führte Wagner nach München ins BR-Funkhaus. Er wurde Redakteur beim "Zeitfunk".

"Nürnberg war eine regionale Heimkehr, jetzt ist es ein mediales nach Hause kommen, denn ich bin seit jeher begeisterter Hörfunkjournalist."

Martin Wagner

Als Korrespondent an den Brennpunkten

1989 ging Martin Wagner als Nahost-Korrespondent der ARD nach Tel Aviv. Es waren die Jahre des Zweiten Golfkrieges. Als 1991 der Irak Israel mit Raketen beschoss, schilderte Wagner das Szenario aus einem Luftschutzkeller - live mit Gasmaske auf dem Kopf. Er berichtete über den Aufstand der Palästinenser, den Friedensprozess und die Ermordung des israelischen Premierministers Jitzchak Rabin im Jahr 1995.
1996 kehrte Martin Wagner wieder zurück ins Funkhaus in München und wurde stellvertretender Nachrichtenchef des Hörfunks.

Fünf Jahre später zog es den Franken noch einmal in die Ferne. Ihm wurde die Leitung des Hörfunkstudios in Washington angeboten. Es war kurz vor dem 11. September 2001: an seinem zweiten Tag im Büro brannte das Pentagon, nur wenige Kilometer entfernt. Es folgte der Krieg der USA gegen die Taliban in Afghanistan, 2003 der Angriff auf den Irak.
2006 kehrte Wagner wieder zurück nach München. Er übernahm die Leitung der Redaktion "Politik, Studios Berlin und Ausland". 2009 ging er nach Nürnberg und wurde Leiter des BR-Studio Franken.

Wenn Martin Wagner Anfang Mai als Nachfolger von Dr. Johannes Grotzky sein Amt als Hörfunkdirektor antritt, übernimmt er die Zuständigkeit für die Programmbereiche Bayern 1, Bayern 2, Bayern 3 und BR-Klassik. Außerdem ist er für die Klangkörper des Bayerischen Rundfunks zuständig, das Symphonie- und Münchner Rundfunkorchester sowie den Chor. Ein Schwerpunkt seiner neuen Funktion als Hörfunkdirektor gilt dem trimedialen Umbau des Senders.

Vier Fragen an Martin Wagner

Am 1. Mai treten Sie Ihr Amt als Hörfunkdirektor an. Welche Herausforderungen warten auf Sie?
Der Hörfunk ist zwar gut aufgestellt und die Klangkörper, die ja auch zum Hörfunkdirektor gehören, sind Weltspitze, dennoch warten einige Herausforderungen.
Eine der größten - und sie betrifft den gesamten Bayerischen Rundfunk - wird sein, den Hörfunk und die Klangkörper ins digitale Zeitalter zu führen: Wie stellen wir uns auf die Veränderungen in der Medienwelt ein, wie auf die veränderten Nutzungsgewohnheiten des Publikums? Zunehmend mehr Nutzer wollen ihre Sendung, ihr Konzert zu einem von ihnen selbst bestimmten Zeitpunkt hören. Wir, der BR, sind eine gute und seriöse Quelle, aber das Publikum ist nicht mehr bereit sich nach uns zu richten, sondern wir müssen uns noch mehr als bisher nach unserem Publikum richten.

Als Hörfunkdirektor sind Sie für die Programme Bayern 1, Bayern 2 und Bayern 3 sowie BR-Klassik zuständig. Das Infoprogramm B5 aktuell ist dem neuen Informationsdirektor zugeordnet. Wie schwierig wird die Abstimmung?
Alle Verantwortlichen sind sich einig: Funktionierende Strukturen werden durch diese organisatorische Veränderung nicht beeinträchtigt. Wir wollen das, was gut funktioniert, nicht kaputt machen. Das Publikum will ein gutes, informierendes Radioprogramm hören und daran darf sich nichts ändern. Das ist der gemeinsame Ansatz von Informationsdirektor Thomas Hinrichs und Hörfunkdirektor Martin Wagner.

Seit 2009 haben Sie das Studio Franken  geleitet. Was sehen Sie als Ihre größten Erfolge während dieser Zeit?
Vor allem sehe ich die Jahre dort als eine wunderschöne Zeit an. Ich habe mich – wenn man das so sagen darf – im Studio Franken sauwohl gefühlt. Es ist ein tolles Team und es gibt keinen Erfolg, den ich mir allein auf die Fahne schreiben kann, sondern es sind gemeinsame Erfolge mit den tollen Kolleginnen und Kollegen dort.
In manchen Bereichen, besonders in der Zusammenarbeit von Fernsehen, Hörfunk und Online, sind wir ein bisschen weiter als im Funkhaus. Im Studio Nürnberg ist alles nahe beieinander.

Dr. Kathrin Degmair wird Ihre Nachfolgerin im Studio Franken. Was wünschen Sie Ihr?
Ich wünsche Frau Dr. Degmair eine glückliche Hand und ein gutes Gespür für die Menschen im Studio Franken. Sie wird dort ein tolles Team vorfinden.


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