Unternehmen - Geschichte des BR


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Dieter Hanitzsch Journalist mit spitzer Feder

"Ich glaube, in dieser schnellen Welt behauptet sich der BR wirklich grandios."

Stand: 13.09.2017

Seit über 50 Jahren ist der gelernte Bierbrauer mit dem Bayerischen Rundfunk verbandelt. Vom HiWi bei "reportStories" zum Redakteur und Abteilungsleiter für den Themenbereich Berufsbild und Arbeit. Aktuell ist Dieter Hanitzsch zeichnender Stammgast beim wöchentlichen "Sonntags-Stammtisch" im BR Fernsehen.

1964 hatte Rudolf Mühlfenzl, Leiter der Wirtschaftsredaktion beim BR-Fernsehen, Dieter Hanitzsch zum Fernsehen geholt. Hanitzsch war zu diesem Zeitpunkt Werbeleiter bei Paulaner und hatte vom Fernsehen nicht viel Ahnung. Allerdings hatte er sich als Karikaturist bereits einen Namen gemacht. Und so sollte er für das Fernsehen komplexe Themen der Wirtschaft zum besseren Verständnis bebildern. 

Wirtschaftsexperte, Zeichenonkel und Karikaturist

Das Rüstzeug fürs Fernsehen bekam Hanitzsch von dem späteren Fernsehdirektor Wolf Feller vermittelt. Einem grandiosen Regisseur, sehr gutem Texter, wie ihn Hanitzsch beschreibt, der auch innovative Aufnahmetechniken ins deutsche Fernsehen brachte. Als Abteilungsleiter für den Themenbereich Berufsbild und Arbeit und später auch in der Unterhaltungsabteilung konnte der studierte Brauingenieur und Betriebswirt Hanitzsch zahlreiche Sendungen entwickeln oder brachte frische Ideen in bereits bestehende Formate. Besonders gerne erinnert er sich an „Zapp Zarapp“: "Ich saß im Studio an einem Flipchart und Kinder schafften mir an, welche Tiere ich zeichnen sollte. Da entstanden Phantasietiere, die mir selbst nie eingefallen wären. Das war ein herrliches Erlebnis".
1985 verließ Hanitzsch den Bayerischen Rundfunk, um ausschließlich als Karikaturist zu arbeiten, blieb dem Sender aber bis heute als freier Mitarbeiter erhalten.

Kommentator mit der Feder

1972 engagierte sich Hanitzsch beim Landesbürgerkommitee "Rundfunkfreiheit". Die Initiative entstand als Protest gegen den Versuch der Staatsregierung unter Franz Josef Strauß, die Rundfunkfreiheit zu beschränken. "Ich war bei den Demonstrationen dabei und habe - ich glaube für die Abendzeitung - böse Karikaturen gegen Strauß und seine Pläne gemacht", erinnert sich der Karikaturist im Interview mit Ursula Zimmermann. Die Politiker so richtig aufs Korn nehmen konnte Hanitzsch mit Max Froschhammer, der 2004 aus seiner Zeichenfeder hervorging. Seit 2007 ist Hanitzsch Stammgast beim "BR-Sonntags-Stammtisch" und illustriert dort die Kolumne „Ärger und Freude der Woche“.

Kurzbiografie

 14. Mai 1933
Geboren in Schönlinde / Nordböhmen
nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben und aufgewachsen in Pfarrkirchen / Niederbayern
1952 bis 1955
Abitur und anschließend Lehre als Brauer und Mälzer
1955 bis 1958
Studium des Brauwesens in Weihenstephan, Abschluss als Diplom-Brauerei-Ingenieur
1958 bis 1963
BWL-Studium an der LMU München, Abschluss als Diplomkaufmann
1963 bis 1964
Werbeleiter bei Paulaner
1964 bis 1985
Wirtschaftsredakteur und später Leiter der Abteilung Berufsbildung und Arbeit beim Bayerischen Fernsehen
seit 1985
Selbstständiger Karikaturist u.a. für folgende Medien: Süddeutsche Zeitung, Berliner Morgenpost, Focus, Quick, Bonner Generalanzeiger, Schleswig-Holstein am Sonntag, Bayerisches Fernsehen, ARD, Hauptstadtbrief (Berlin), aviso.


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