Unternehmen - BR-Geschichten

Prof. Dr. Dr. Frank Müller-Römer Visionär und Macher

"Der Bayerische Rundfunk war immer eine Anstalt, die federführend in der Entwicklung neuer Programme und technischer Gesichtspunkte war."

Stand: 14.06.2017

20 Jahre lang, vier Amtsperioden, war Prof. Dr. Dr. Frank Müller-Römer Technischer Direktor des Bayerischen Rundfunks. Ein Novum in der ARD: Der Direktor flog mit seiner eigenen Maschine zu den Dienstreisen. 1975  kam der Diplomingenieur von der Siemens AG zum BR, den er "als offenes und lebendiges Unternehmen" erlebte. Ihm sei allerdings auch aufgefallen, dass verschiedene Verfahren und Strukturen bürokratischer waren als in der Industrie, erzählt er im Interview mit Ingrid Mitterhummer. Er habe aber den Bayerischen Rundfunk immer bewundert "wegen seiner Strategien, Programme weiter zu entwickeln". Vor allem aber: "Die Intendanten haben den Direktoren eine sehr große Entscheidungsfreiheit gelassen, die natürlich gekoppelt war mit entsprechender Verantwortung."

In seine Amtszeit von 1975 bis 1994 fielen wichtige technische Neuerungen: die Einführung von Videotext, der Ausbau der UKW-Sendernetze für die Programme Bayern 4 Klassik und B5 aktuell, der weitere Ausbau des Sendernetzes für das 1. Fernsehprogramm, die Verbreitung des Bayerischen Fernsehens über Satellit ebenso wie die Umrüstung der Hörfunk- und Fernsehtechnik von analog auf digital. Als Vorsitzender der Technischen Kommission der ARD/ZDF und als Vorsitzender des Vorstands der DAB Plattform sorgte Müller-Römer auch maßgeblich für den Aufbau des Sendernetzes für DigitalRadio (DAB), beispielhaft für die anderen Landesrundfunkanstalten.

Um die Öffentlichkeit über die oft etwas sperrigen technischen Themen zu informieren, veröffentlichte Müller-Römer zahlreiche Artikel in der Presse und in Fachzeitschriften. Dabei erklärte er – wie in diesem Interview auch – etwa die Unterschiede zwischen terrestrischem oder Satellitenempfang ebenso wie die Hintergründe des Kabelfernsehens.

Kurzbiografie

24. März 1936         
Geboren in Hainsberg bei Dresden
1955 bis 1962
Studium der Nachrichtentechnik an der Technischen Hochschule Stuttgart, Abschluss Diplom-Ingenieur
1962 bis 1974
Siemens AG, zuletzt Leiter der Vertriebsabteilung Nachrichtentechnik
1975 bis 1994
Technischer Direktor des Bayerischen Rundfunks
1977 bis 1993
Gesamtleitung und Organisation "Internationales Pressekolloquium Rundfunktechnik"
1980 bis 1983
Vorsitzender der Technischen Kommission der ARD
1991 bis 1998
Vorsitzender des Vorstands der DAB-Plattform e.V. für die Einführung des digitalen Radios
1986 bis 1996
Lehrauftrag an der Freien Universität Berlin Fachgebiet Kommunikationswissenschaft
1997 bis 2002
Honorarprofessur für Medientechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Mittweida
1997
Promotion zum Dr. Ing. an der Technischen Universität Dresden
2008
Promotion am Institut für Ägyptologie und Koptologie an der LMU