Unternehmen - Bildungsprojekte


20

Projekt "Radio in der Schule" TurnOn-Finale 2016 im BR-Funkhaus München

Rund einhundert Einsendungen von Schulen aus ganz Bayern galt es zu bewerten. Den ersten Platz hat ein Nürnberger Gymnasium geholt - mit einem spannenden Selbstversuch ...

Stand: 08.02.2017

Die Jury staunte wieder einmal über die zahlreichen, oft überraschenden Einfälle der jungen Kollegen. Viel Herzblut und Arbeit haben die Schülerinnen und Schüler in ihre Radiobeiträge gesteckt. Mitgemacht haben Jugendliche aller Klassenstufen und aller Schularten (außer der Grundschule).

Am Donnerstag (10. November 2016) war die große Preisverleihung im Münchner Funkhaus. Über zweihundert Schüler und Lehrer waren ins Studio 1 des Bayerischen Rundfunks gekommen. Spannung lag in der Luft an diesem Tag, ein tolles Event. Und hier gibt's die Highlights zum Nachhören und -sehen.

Alle Audiobeiträge hier zum Nachhören - es lohnt sich!

Erster Platz: Ein interessanter Selbstversuch - eine Woche vegan leben.

Eine Woche vegan essen ... spannend!

Vegan essen ist inzwischen bei vielen Stars sehr "hip". Doch wieso sollte man so einen Trend nur den Stars wie Johnny Depp überlassen? Caro, Frank, Benedikt und Jona - allesamt besuchen das Sigmund-Schuckert-Gymnasium in Nürnberg - haben sich selbst als Versuchskaninchen zur Verfügung gestellt für das Experiment, eine Woche lang vegan zu leben. Dabei konnten sie einiges entdecken - sauteure Shiitakepilze, den ersten "Vegöner" ihres Lebens und den Zusammenhang zwischen Essen und Rechnen ...

"Besonders gefallen hat der Jury die Idee, ein Tagebuch mit unterschiedlichen journalistischen Darstellungsformen zu verbinden. So spielt der Selbstversuch beim Einkaufen mit Klischees über vegane Ernährung (...). Augenzwinkernden Beschreibungen kontrastiert ihr gut mit der kompetenten Stellungnahme eines Arztes oder mit der äußerst anschaulichen und gut gesprochenen Reportage aus einer Imbissbude mit veganen Dönern. Diese Perspektivenwechsel machen den Beitrag lebhaft und hörenswert."

Juror Stefan Maier

Zweiter Platz: Asylbewerberheim und Schule als Nachbarn

Die Gewinner des zweiten Platzes

Direkt neben der Otfried-Preußler-Mittelschule Stephanskirchen im Landkreis Rosenheim wurden zwei Holzhäuser aufgestellt. In eins davon ist der neue Mitschüler Vahid eingezogen, er ist einer von 24 Asylbewerbern. Die jungen Reporter begleiten den Bau der Häuser und erzählen die Geschichten der neuen und alten Stephanskirchner. Für eine gelungene Integration ist so ein Standort gegenüber der Schule eine prima Sache - das machen die Schüler der Otfried-Preußler-Mittelschule Stephanskirchen in ihrem Beitrag den Hörern klar.

"Mit viel journalistischer Neugier gehen sie die Sache an, fragen den Bürgermeister, den Bauleiter sowie später auch die Lehrerin. Und sie sind auch akustisch mittendrin. Man hört den Baulärm von außen und den Akkuschrauber beim Innenausbau der beiden Holzhäuser. So bekommt man das Gefühl, mittendrin zu stehen. (...) journalistisch absolut sauber  gemacht, vom Text her, von den Tönen, der breit angelegten Recherche und der Dramaturgie – denn es wird eine Geschichte von Anfang bis Ende erzählt."

Jurorin Marion Lichtenauer

Zwei Mal ein dritter Platz? Ist das ein Tippfehler?

Nein! Weil die beiden folgenden Beiträge so gut waren, befand die Jury, dass sie beide einen dritten Platz verdient haben.

Dritter Platz: Zwei Aliens werden vom Klimawandel überrascht

Sie ließen Aliens auf der Erde landen ...

Die Teilnehmer des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums München haben ein Hörspiel produziert. Die Handlung ist spannend: Zwei Aliens wollen mit einem Freund vom Planeten Erde Ski fahren. Sie klingeln bei ihm zuhause und erfahren: kein Schnee mehr auf der Erde, weil der Klimawandel vieles verändert hat. Auch die Luft auf dem Planeten Erde stinkt nach Abgasen - ganz anders als bei dem letzten Besuch der Aliens vor dreißig Jahren. Inzwischen ist bei den Erdlingen ist nur noch "Grasski" angesagt ....

"(...) Ihr habt ein richtiges kleines Hörspiel kreiert und mit vielen verschiedenen Umsetzungsformen gespielt. In diese fantasievolle Geschichte sind alle relevanten Infos und Fakten geschickt eingebaut, so dass auch der journalistische Ansatz nicht zu kurz kommt. Dazu ist das Ganze auch noch politisch sehr aktuell. Ein Beweis, dass man mit viel Kreativität auch ein schweres Thema sehr originell und unterhaltsam präsentieren kann. Und klasse produziert mit viel Musik und Sounds ist der Beitrag auch noch. Respekt!"

Jurorin Sybille Krug

Dritter Platz: Ein Mülltrennungskonzept für den Schulhof

Sie haben das Thema Mülltrennung äußerst kreativ dargestellt!

Ebenfalls den dritten Platz erhielten die Schüler des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums in Hof. Sie haben sich einem drängenden Thema gewidmet - der Mülltrennung: Denn an ihrer Schule wurde ein neues Mülltrennungskonzept eingeführt, das die Schüler erst einmal in Verwirrung gestürzt hat. Wohin, ach wohin.... mit den Batterien, dem Glas, dem beschichteten Papier? In Form einer originellen Radiosendung inklusive Wetterbericht und Werbung haben die Macher dieses Audio-Beitrags das Thema verarbeitet - und die Jury hat fasziniert zugehört.

"Ein ganzes Mini-Magazin, das sich quer durch alle Radioformen hangelt. Nachrichten, Wetterbericht, Umfrage, Reportage – sogar Werbung! Alles ist dabei! Ihr habt mit viel Kreativität eine abwechslungsreiche und unterhaltsame kleine Sendung entwickelt und die harten Fakten geschickt eingebaut. Besonders gut hat der Jury gefallen, dass der Zuhörer genau merkt, wie viel Spaß ihr selber an euren Einfällen hattet! Rausgekommen ist ein informativer und kurzweiliger Beitrag, dem man super gerne zuhört und der einen auch zum Lachen bringt!"

Jurorin Sybille Krug

Sonderpreis: Ein Moderator von der BR "Startrampe" bei der Big Band

BR-Sendung "Startrampe" als Vorlage genutzt

Die Schüler des Chiemgau-Gymnasiums Traunstein haben sich akustisch ausgemalt, wie es wäre, wenn ein Reporter der BR-Sendung "Startrampe" zwei Mitglieder der Big Band ihrer Schule interviewt und sie groß herausbringt ... - eine originelle Form, fand die Jury. Die Schlagzeugerin und der Saxophonist der Big Band schwärmen von vollen Sälen und von einer "krassen challenge" mit einer anderen Band, bei der über tausend Besucher kamen.

Lobende Erwähnung:

  • Werner-Heisenberg-Gymnasium Garching: Magersucht
  • SBSZ Regensburger Land: Trans-Lena
  • SBSZ Regensburger Land: Sea Eye
  • Katharinen-Gymnasium Ingolstadt: Kopfkonflikt
  • Schönberg Mittelschule Aschaffenburg: Amanda
  • Weiß-Ferdl-Mittelschule Altötting: Coffee to go

Sonderpreis-Lobende Erwähnung:

  • Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Oberasbach: PULS (am Badesee)
  • Wilhelm-Löhe-Förderzentrum Traunreut: radioMikro
  • Paul-Pfinzing-Gymnasium Hersbruck: Hubert und Staller auf den Spuren der GEZ

Hier seht ihr die Jury, die eure Beiträge angehört und darüber gesprochen hat:

Die TurnOn-Jury 2015/16

TurnOn

Elke Dillman, Projektleiterin TurnOn und Moderatorin: "Wie viel Konzentration, Neugier, Nervosität und Anspannung in den Gesichtern habe ich bei den Wettbewerben schon gesehen? Wie viel Erleichterung und Ausgelassenheit, wenn die Live-Sendung am Ende des  Workshop dann doch gut gelaufen war. Radiomachen mit jungen Leuten, das ist faszinierend."

PULS

Marion Lichtenauer ist Redakteurin bei PULS, dem Jugendprogramm des Bayerischen Rundfunks. Sie ist fasziniert von der Kreativität der Jugendlichen, die bei TurnOn mitmachen. "Ich finde es toll so viele unterschiedliche Beiträge zu so vielen unterschiedlichen Themen zu hören. Außerdem ist es spannend zu hören, wie Schüler an solche Beiträge rangehen – das gibt mir auch immer wieder Denkanstöße und Ideen für meine Arbeit bei PULS."

Bayern 2

Stefan Maier, Redaktionsleiter radioWelt und orange auf Bayern2 | Bild: BR

Stefan Maier leitet die Welle "Bayern 2". Über seinen Job sagt er: "Das Schöne an meinem Beruf des Radiomachers: Jeder Tag ist anders, weil ich ständig mit neuen Themen, Menschen und Geschichten zu tun habe."

Bayern 2

Jutta Prediger ist Redakteurin und Moderatorin beim Notizbuch auf Bayern 2. "Das Tollste am Radiomachen ist für mich: 'Radio kann die spannendsten Geschichten erzählen und zu Tage fördern; sie liegen oft regelrecht auf der Straße. Radio ist schnell, unmittelbar und braucht keinen großen technischen Aufwand."

Bayern 3

Sybille Krug ist Chefin vom Dienst bei BAYERN 3 und dort hauptsächlich als Koordinatorin für das aktuelle Tagesprogramm zuständig. "Das Tolle an meinem Job? Ich weiß beim Aufstehen noch nicht, was heute auf mich zukommt. Was gibt's schöneres, als jeden Tag ganz viele Menschen zu unterhalten, zum Nachdenken oder zum Lachen zu bringen?"

Sybille Krug von Bayern 3 Radio

TurnOn

Kerstin Öchsner: "Boah, ich hätte nie gedacht, wie viel Arbeit in so einem Beitrag steckt … " - "das höre ich oft am Ende eines TurnOn-Workshops von erschöpften, aber stolzen Nachwuchs-Radiomachern. So was merkt man halt erst, wenn man's mal selber gemacht hat. Und man merkt es, wenn man am Ende des Schuljahrs die mit viel Kreativität und Herzblut gestalteten Wettbewerbs-Einsendungen anhört …"

BR-Ausbildungsredaktion

Clemens Finzer ist als Leiter der BR-Ausbildungsredaktion für all jene verantwortlich, die später einmal als Journalistinnen und Journalisten im BR oder in der ARD arbeiten wollen. Zwar lernen seine Zöglinge alles rund um Fernsehen, Multimedia und Radio, doch sein Herz schlägt immer noch eindeutig fürs Radio, das schnellste Medium der Welt!


20