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Burg Trausnitz Landshut Wunder kann man hören - Multimediaguide für die Kunst- und Wunderkammer

Weithin sichtbar thront die Burg Trausnitz über Landshut. Doch wer kennt die Schätze im Inneren der Burg? Der Multimediaguide der Schülerinnen und Schüler des Hans-Carossa-Gymnasiums Landshut beamt uns in die Zeit der Renaissance, in die Zeit von Herzog Wilhelm V., der Fugger und der Medici - in die Welt der Reichen und Mächtigen und deren kostspieliger Vorlieben.

Stand: 25.10.2014

Burg Trausnitz mit roten Kopfhörern | Bild: picture-alliance/dpa; Montage: BR

Herzog Albrecht V. in München hatte eine, der Kurfürst von Sachsen hatte eine und auch Albrechts Sohn Wilhelm V. richtete sich in Landshut eine ein: eine Kunst- und Wunderkammer. Denn die Sammlung teurer und exotischer Schauobjekte war in der Renaissance en vogue und wurde höfischen Besuchern stolz präsentiert.

Hör-Stationen

Audioguide: Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz - 1.	Miniatur-Porträt Erbprinz Wilhelms (V.) aus dem sog. Wittelsbachischen Familienalbum, Christoph Schwarz (?), München, 1578 | Bild: Bayerisches Nationalmuseum München zum Audio Umfrage Was wissen Sie über die Kunst- und Wunderkammer?

Entschuldigung, eine Frage: "Was wissen Sie über die Schätze der Kunst- und Wunderkammer auf der Burg Trausnitz?". Die Umfrage der Schüler in der Landshuter Innenstadt zeigt, dass viele Passanten nur wenig wissen über die wertvolle Sammlung auf der Burg Trausnitz. Der Unkenntnis wollen die Audioguides der Schülerinnen und Schüler des Hans-Carossa-Gymnasiums abhelfen. Sie nehmen die Besucher der Burg mit auf eine akustische Erkundungstour. [mehr]


Nautiluspokal, Cornelis van Bellekin, Amsterdam, 2. Hälfte 17. Jh. - Ausstellungsobjekt der Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz Landshut | Bild: Bayerisches Nationalmuseum München zum Audio Der Nautiluspokal "Was bin ich? Ein Fisch, ein U-Boot, ein Gefäß?"

Was hat ein Nautilus mit einem U-Boot zu tun? Und was hat ein Nautilus mit einem kunstvoll verzierten Pokal aus der Werkstatt des Renaissance-Künstlers Cornelis van Bellekin zu tun? Und was ist eigentlich ein Nautilus? Je mehr die beiden jungen Leute mit ihrem U-Boot in eine andere Zeit eintauchen, umso mehr Fragen tauchen auf. [mehr]


Trinkspiel mit Automatenlaufwerk, Jakob Miller, Augsburg, vor 1618 - Ausstellungsobjekt der Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz Landshut | Bild: Bayerisches Nationalmuseum München zum Audio Trinkspiel mit Automatenlaufwerk "Oh, welch entzückendes Spielzeug!"

Einen kapitalen Hirsch aus Silber und Gold präsentiert Wilhelm V. als Höhepunkt des Jagdgelages und zum großen Amusement seiner höfischen Gäste: Ein tierisches Spielzeug, auf dem Diana, die römische Göttin der Jagd thront, das sich außerdem aufziehen lässt und in seinem Inneren eine weitere Überraschung birgt! [mehr]


Präparat eines Nilkrokodils, das kopfüber von der Decke hängt - Ausstellungsobjekt der Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz in Landshut | Bild: Bayerisches Nationalmuseum München zum Audio Nilkrokodil Vom Nil nach Niederbayern - ein weitgereistes Wahrzeichen

Das Nilkrokodil erinnert sich an die lange Reise, die es vor etwa 450 Jahren auf die Burg Trausnitz brachte. Und fast so lange wacht es, kopfüber von der Decke hängend, über die Schätze der Kunst- und Wunderkammer. [mehr]


Holzschnitt mit Darstellung eines Einhorns | Bild: Bayerisches Nationalmuseum München zum Audio Die Legende vom Einhorn Über fürstliche Zahnschmerzen und allerlei Mythen

Solche Zahnschmerzen hauen selbst den stärksten Fürsten um ... und in seiner Not greift Wilhelm V. zum verbotenen Horn. Wenn das nur nicht die Frau Gemahlin mitbekommt. Schließlich gilt das Einhorn auch als religiöses Symbol. [mehr]


6.	Zwei Becher aus Rhinozeroshorn, China, 17. Jh. (?) sowie das unbearbeitete Horn eines Rhinozeros - Ausstellungsobjekt der Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz | Bild: Bayerisches Nationalmuseum München / Montage: BR zum Audio Das Horn des Rhinozeros Der Mythos vom Giftanzeigen und Lebenretten

Welches ist das Schönste, welches das Teuerste, welches Horn vermag den Fürsten am besten vor Giftanschlägen zu schützen? Ein Streitgespräch zwischen drei Exponaten aus dem seltenen Horn des Rhinozeros. Was Wahrheit und was Mythos ist, erklärt Dr. Susanne Rehn, Chemikerin am Deutschen Museum München. [mehr]


Kunstvolle Gefäße aus venezianischem Glas und Bergkristall, 16./17. Jh. - Ausstellungsobjekte der Kunst- und Wunderkammer der Burg Trausnitz in Landshut | Bild: Bayerisches Nationalmuseum München zum Video Venezianisches Glas und Bergkristall "Que bello - aber Vorsicht: zerbrechlich!"

Die fragilen Kunstwerke aus hauchdünnem und transparentem Glas der venezianischen Glasmacher auf Murano waren schon in der Renaissance hoch begehrt. Aber nur wenige konnten sich die Kostbarkeiten leisten. Selbst an Fürstenhöfen standen sie in der Vitrine, für den täglichen Gebrauch war dieses "cristallo" zu schade. Experten-Interview mit Georg Laue und Dr. Virginie Spenlé, Kunstkammer Georg Laue, München. [mehr]


Allerlei Drechselwerk aus Elfenbein - Ausstellungsobjekte der Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz in Landshut | Bild: Bayerisches Nationalmuseum München zum Video Allerlei Drechselwerk aus Elfenbein Prinzenerziehung an der Drechselbank

Nachgefragt: Wie entstehen aus einem mächtigen Elefanten-Stoßzahn filigrane Kunstwerke und wie werden diese heute restauriert? Der Elfenbein-Experte Dr. Jens Burk und der Elfenbein-Restaurator Hans-Jörg Ranz vom Bayerischen Nationalmuseum München geben Auskunft. [mehr]


Anatomisches Modell einer Schwangeren, Stephan Zick, Nürnberg, spätes 17. oder frühes 18. Jh. - Ausstellungsobjekt der Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz in Landshut | Bild: Bayerisches Nationalmuseum München zum Audio Anatomisches Modell einer Schwangeren Anschaulich: Körperwelten in Elfenbein

Ein Blick in das Innere des menschlichen Körpers hat die Menschheit seit jeher fasziniert. Diente die zierliche Elfenbeinfigur einer schwangeren Frau Lehrzwecken, war sie ein Prestigeobjekt oder gar ein Spielzeug? Antworten gibt Dr. Marion Maria Ruisinger vom Deutschen Medizinhistorischen Museum Ingolstadt. [mehr]


Relief der „Disputa“, süddeutsch, Anfang 17. Jh. - nach einem Fresko von Raffael in den Stanzen des Vatikan - Ausstellungsobjekt der der Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz in Landshut | Bild: Bayerisches Nationalmuseum München zum Audio Relief der Disputa Nomen est omen? Nicht in diesem Fall.

Wer glaubt, bei der "Disputa" gehe es um Streit, der irrt. Im Gegenteil: Raffaels Fresko mit der "Disputa" strebt nach Harmonie - dem Einklang von Glaube, Erkenntnis und Wissenschaft. Nach dem Vorbild dieses römischen Wandgemäldes entstand die "Disputa" in der Kunstkammer als Relief aus Solnhofener Stein. [mehr]


Armillarsphäre, Christoph Schissler, Augsburg, 1569 - Ausstellungsobjekt der Kunst- und Wunderkammer auf der Burg Trausnitz in Landshut | Bild: Bayerisches Nationalmuseum München zum Audio Armillarsphäre und Himmelsglobus Heldenkraft - die ganze Last der Welt auf den Schultern

Die Weisheit der alten Griechen ist legendär. Die Schlitzohrigkeit ihrer Helden anscheinend auch, wie wir der Sage von Atlas und Herakles entnehmen; jene Sage, die sich hinter dem astronomischen Instrument verbirgt. [mehr]


Wegmesser Herzog Johanns I. von Pfalz- Zweibrücken, Jost Heer, 1584 - Ausstellungsobjekt der Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz in Landshut | Bild: Bayerisches Nationalmuseum München zum Audio Wegmesser Herzog Johanns I. von Pfalz-Zweibrücken "Über sieben Sommer musst du geh'n" oder die Verfertigung einer Landkarte damals und heute

Der Mathematiker und Astronom Apian schildert die Methoden der Landvermessung zur Zeit der Renaissance. Wie eine Flurkarte im digitalen Zeitalter entsteht, erklärt Hauke Mescha, Vermessungsingenieur im Vermessungsamt Landshut, im Interview. [mehr]


13.	Peter Weiners Nachdrucke der bayerischen Landtafeln von Philipp Apian, München, 1579, Faksimiles - Ausstellungsobjekt der Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz in Landshut | Bild: Bayerisches Nationalmuseum München zum Audio Peter Weiners Nachdrucke der bayerischen Landtafeln Pssst! Nicht weitersagen! Urheberschutz und die Kunst des Abkupferns

Heute sind Landkarten fast überall und jederzeit verfügbar - im Internet zum Download, wenn erlaubt. Apropos erlaubt: Urheberschutz gab es schon in der Renaissance, aber auch damals haben sich nicht alle daran gehalten. [mehr]

Auch heute noch, viele hundert Jahre später, zieht die Kunst- und Wunderkammer auf der Burg Trausnitz Besucher in ihren Bann. Das Verdienst der P-Seminar-Schülerinnen und -Schüler des Hans-Carossa-Gymnasiums Landshut ist es, dass die wertvollen, oft skurrilen Artefakte nun noch besser zur Geltung kommen.

Zusammen mit Studienrätin Yvonne Löken (P-Seminarleiterin), Dr. Agnieszka Schneider (Mediencoach und BR-Journalistin) und der Kunsthistorikerin Stephanie Gilles M. A. haben die Jugendlichen einen 13-teiligen Audioguide in den Tonstudios des Bayerischen Rundfunks produziert. Die akustischen Porträts sind informativ und kreativ, individuell und amüsant. Besuchern - den echten und den virtuellen - stehen sie nun zur Verfügung.

Die Landshuter Gymnasiasten haben die Exponate gleichsam zum Leben erweckt. Jede ihrer vertonten Geschichten versetzt die Besucher in die Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts, als die Kunstgegenstände gefertigt wurden. Sie finden sich plötzlich in den Grachten Amsterdams, auf der Glasbläser-Insel Murano oder bei höfischen Gelagen wieder. Beeindruckend ist, wie geschickt die jungen Journalisten Hintergrundinformationen sowie technische und wissenschaftliche Erkenntnisse in ihre Stories verpackt haben.

Burg Trausnitz

Die Stammburg der Wittelsbacher wurde Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut. Von 1255 bis 1503 war sie Residenz und Regierungssitz der Herzöge von Bayern-Landshut. Die Kunst- und Wunderkammer auf der Burg Trausnitz ist ein Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums. Die Exponate sind nach den vier Kategorien der Kunstkammern der Renaissance - Artificialia, Naturalia, Exotica und Scientifica - gegliedert.

Das Mammut-Projekt haben die Schülerinnen und Schüler fast wie richtige Radio- und Fernsehprofis in Angriff genommen. Sie haben ein Konzept erarbeitet, recherchiert, Informationen zusammengetragen, Experten ausfindig gemacht und interviewt, O-Töne geschnitten, Texte geschrieben und umgeschrieben und diese schließlich im Bayerischen Rundfunk aufgenommen.

"Wochenends und feiertags haben wir uns in der Burg Trausnitz zusammengesetzt und gemeinsam den roten Faden durch den Multimediaguide gesucht - und auch gefunden. Konstruktive Vorschläge von allen Seiten motivierten und brachten den richtigen Schwung ins Projekt ... Der wichtigste und interessanteste Schritt war das Aufnehmen der Audioguides im Tonstudio des Bayerischen Rundfunk in München. Doch auch das Sprechen der verschiedenen Rollen will gelernt sein. Deshalb haben wir uns oft getroffen und viele Sprechübungen gemacht ... Das war die größte Belohnung, den eigenen fertigen Audioguide zu hören,"

berichten die beiden Schülerinnen Svenja Schmohel und Lea Held.

Interessierte können sich den Audioguide bei einem Rundgang durch die Burg anhören oder ihn über unsere Bayern hören-App sowie auf den Webseiten des Bayerischen Rundfunks (br.de/audioguides) und der Stiftung Zuhören herunterladen.

"Bayern hören - Audioguides multimedial" ist ein Kooperationsprojekt der Stiftung Zuhören und des Bayerischen Rundfunks. Wenn Sie mehr über das Projekt von Jugendlichen für Jugendliche wissen möchten, schreiben Sie uns!

Multimediaguide-Team: Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz Landshut

Erfolgreicher Projektabschluss: Jede Menge Grund zum Lächeln!

  • Projektschule: Hans-Carossa-Gymnasium Landshut
  • Projekt-Lehrkraft und P-Seminar-Leiterin: StRin Yvonne Löken
  • ProjektschülerInnen: Susanne Bendel, Max-Anton Eichacker, Lea Held, Katharina Herrmann, Ann-Sophie Meier, Svenja Schmohel, Vinzent Schreiner, Johannes Steup, Julius Wiedmann, Julia Wingerter
  • Fachliche Projektbetreuung: Stephanie Gilles, M.A., Kunsthistorikerin und Kulturcoach
  • Mediencoach: Dr. Agnieszka Schneider, Journalistin, Bayerischer Rundfunk
  • Tontechnik: Susi Harasim, Bayerischer Rundfunk
  • Online-Text und -Umsetzung: Ulrike Ecker, Bayerischer Rundfunk
  • Projektleitung: Annegret Arnold, Stiftung Zuhören/Bayerischer Rundfunk

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