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Zeitumstellung Kerzenlicht und Sonnenschein

Zweimal im Jahr überlegen wir: In welche Richtung wird die Uhr gedreht? Dabei sollten wir es längst wissen: Wenn die Sommerzeit kommt, stellen wir sie eine Stunde vor. In der Nacht von Samstag auf Sonntag war es wieder soweit.

Stand: 31.03.2013
Frau mit Uhren auf den Augen | Bild: picture-alliance/dpa

Gerade dann, wenn es im Frühling morgens wieder ein bisschen hell wird, da kommt auch schon die Zeitumstellung und sorgt dafür, dass es wochenlang wieder stockfinster ist, wenn wir aufstehen. Diesmal fiel der Termin auf Sonntag, 31. März, den Ostersonntag. Um zwei Uhr morgens wurden die Uhren um eine Stunde nach vorn gedreht. Die Osternacht war deshalb in diesem Jahr eine Stunde kürzer als sonst.

Fast sieben Monate lang wird die Sommerzeit gelten. Erst am letzten Sonntag im Oktober werden die Uhren wieder zurückgestellt. Dann dürfen wir eine Stunde länger schlafen, dafür wird es abends aber eine Stunde früher dunkel. Doch was bringt dieses Drehen an der Uhr denn überhaupt?

MESZ - Mitteleuropäische Sommerzeit

Im Frühling eine Stunde vor ...

Tatsächlich ist die Winterzeit die "normale" Zeit. Dass wir uns den ganzen Sommer lang eine Stunde früher aus dem Bett quälen, wurde uns behördlich verordnet und geschah am 6. April 1980 zum ersten Mal. Nach der Ölkrise 1973 hatte man gehofft, Energie einzusparen, indem man das Tageslicht besser ausnutzt. In dieser Hinsicht hat sich die Neuerung "MESZ" allerdings nicht ausgezahlt. Zwar wird nun an der Abendbeleuchtung gespart, doch steigt der Energiebedarf in den Morgenstunden - vor allem in den Randmonaten April und Oktober verbrauchen wir nun mehr Energie als vorher, allein um unsere Wohnungen zu heizen.

Mit Nachbars im Garten sitzen

... und im Herbst wieder eine Stunde zurück.

Neben der Energieersparnis ging es den Deutschen aber auch um das Angleichen an die Nachbarländer. Immerhin stellten Frankreich und Italien schon seit 1966 bzw. 1967 ihre Uhren um. Die Bundesrepublik war mit Dänemark das letzte damalige EG-Land, das sich der Regelung anpasste. In der Europäischen Union wurden schließlich die Zeiten, in denen die Sommerzeit gilt, für alle Länder vereinheitlicht. So stellen wir Europäer seit 1996 alle in der gleichen Nacht unsere Uhren um: immer am letzten Märzwochenende vor und am letzten Oktoberwochenende zurück.

Vergangene (Sommer-)Zeiten

Benjamin Franklin wollte mit der Sommerzeit Kerzen sparen.

So richtig neu war die Idee einer Sommerzeit allerdings nicht. Schon im Jahr 1783 hatte der US-Politiker Benjamin Franklin die Idee, per Zeitumstellung Kerzenlicht einzusparen. In Deutschland gab es den Wechsel von der Winter- auf die Sommerzeit erstmals im Deutschen Reich in den Jahren 1916 bis 1918 und noch einmal zwischen 1940 und 1949. Im Jahr 1947 gab es sogar eine "Hochsommerzeit", die um zwei Stunden von der Winterzeit abwich. Nach 30 Jahren Sommerzeit finden wir die Zeitumstellung nichts Besonderes mehr. Und die Abendsonne lockt uns nach der Arbeit eine Stunde länger ins Freie.


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