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Müllsammel-Aktion Jugendliche durchforsten Flüsse und Bäche

Wie sehr sind unsere Fließgewässer verschmutzt? Welcher Plastikmüll schwimmt in unseren Flüssen? Um das herauszufinden, geht die Aktion "Plastikpiraten" für Jugendliche von zehn bis 16 Jahren zum Wissenschaftsjahr 2016/17 in die zweite Runde.

Stand: 04.05.2017

Noch ist die Belastung von Fließgewässern durch Plastikmüll weitgehend unerforscht. Doch Erkenntnisse über den Verschmutzungsgrad unserer Ströme, Bäche und Flüsse sind dringend nötig, um unsere Meere und Ozeane besser vor Plastikmüll zu schützen. Deshalb hat das "Wissenschaftsjahr 2016/17 – Meere und Ozeane" das Citizen-Science-Projekt "Plastikpiraten" für Schulklassen und Jugendgruppen zwischen zehn und 16 Jahren ins Leben gerufen. Nun geht die Aktion in die zweite Runde: Vom 1. Mai bis 30. Juni können die Helfer Plastikmüll an Flüssen und Küstenabschnitten sammeln, der dann wissenschaftlich dokumentiert und ausgewertet wird.

Jugendliche sammeln – Wissenschaftler werten aus

Mit der Aktion, an der sich schon im Herbst 2016 knapp 200 Schulklassen und Jugendgruppen beteiligt haben, soll herausgefunden werden, wie viel und welcher Plastikmüll sich an den verschiedenen Flussufern oder Küstenabschnitten angesammelt hat. Der Müll wird dann gefiltert, gewogen und gezählt, das Ergebnis auf einer digitalen Deutschlandkarte dokumentiert. Die bundesweiten Daten werden von den Experten der Kieler Forschungwerkstatt ausgewertet.

Plastik an der Spitze

Erste Ergebnisse für die größten deutschen Flüsse wie Rhein, Elbe, Donau oder Main liegen schon vor. So wurden von den über 2.500 Plastikpiraten allein mehr als 5.000 Müllobjekte am Flussufer gefunden und untersucht. Dabei war Plastik ganz vorn, gefolgt von Glas und Zigarettenstummeln.

Valide Daten über die Verschmutzung der Fließgewässer

Ein Schwanküken zwischen Dosen- und Plastikmüll

Die Forscher wollen unter anderem untersuchen, wie sich die Verschmutzung von der Quelle bis zur Mündung eines Flusses entwickelt und wie stark die Anteile von Makro- und Mikroplastik in den Fließgewässern sind. Zudem erhoffen sie sich Daten darüber, welche Rolle die Fließgeschwindigkeit und die Wassertiefe bei der Verbreitung des Mülls spielen.

Anmeldung und Infos

Ab sofort können Lehrkräfte, Jugendgruppenleiterinnen und -leiter sowie Vereine kostenlose Lern-und Arbeitsmaterialien plus Aktionshefte für die "Plastikpiraten" auf der Webseite der Aktion bestellen. Dort finden sich auch alle weiteren wichtigen Informationen zu einer Teilnahme an der Aktion ab Mai 2017.

Alle teilnehmenden Projektgruppen haben die Möglichkeit, tolle Preise wie eine Gruppenreise ans Meer oder eine geführte Kanutour zu gewinnen. Zudem gibt es im Rahmen des Wissenschaftsjahres eine Kooperation mit Großbritannien. So sind auch Schülerinnen und Schüler aus dem Vereinten Königreich eingeladen, sich über deutsche Partnerschulen an dem Projekt zu beteiligen.

Weitere Links zum Wissenschaftsjahr

Weitere Informationen zum Wissenschaftsjahr 2016/17 finden Sie hier:


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Kommentare

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Jürgen, Mittwoch, 22.März, 19:41 Uhr

2. Die Erde braucht uns NICHT aber wir brauchen die ERDE

Ich finde es sehr gut was Ihr da macht mit Müll sammeln an Gewässern . Das fördert auch ein Bewußtsein zu schaffen für den Schutz unserer Lebensgrundlage .
Das ist hier kein Eigenlob , aber ich bin viel mit dem Mountainbike unterwegs und mir ist im Lauf der Zeit der Müll an den Strassenrändern aufgefallen . Da wir immer noch Platz in der Mülltonne haben gehe ich alle zwei Wochen los um Müll an Strassenrändern zu sammeln und schaffe so auf 200m eine 10Liter Tüte prall voll zu bekommen , mein Beitrag zum Erhalt einer sauberen Umwelt und eine Symbiose mit der Umwelt .

Hans, Dienstag, 21.März, 22:17 Uhr

1. So geht Schule - es braucht viel mehr solche Aktionen in der Schule

Super Aktion. Endlich mal eine sinnvolle, praxisbezogene Aktion in der Schule, wo die Schüler sich an der frischen Luft bewegen und einen direkt erfahrbaren, sinnvollen Nutzen ihres eigenen Handelns erleben und so zur Verbesserung ihrer eigenen Zukunft und der Welt direkt praktisch beitragen. Der Unterricht in der Schule ist oft viel zu theoretisch und lebenspraxisfern (Wissen reinfressen und am nächsten Tag wieder "rauskotzen"). Die Schüler sollten wieder mehr solche unmittelbaren, praktischen Erfahrungen des eigenen, direkten Handelns erfahren, die wirkliche Spuren im Leben hinterlassen, wo der Nutzen sofort direkt erfahrbar und nachvollziehbar ist.