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Przewalski-Pferde Landschaftspfleger auf vier Beinen

Sie fressen und wälzen sich - und tragen so zur Landschaftspflege bei. Denn die Urwildpferde helfen die Heide- und Sandlandschaft in der Nähe von Erlangen zu schützen. Gleichzeitig bereiten sie sich auf ein Leben in Freiheit vor.

Stand: 03.08.2012

Sie sind genügsam, die kleinen Urwildpferde. Deshalb sind sie bestens geeignet, den Tennenloher Forst im Südosten Erlangens und dessen besondere Artenvielfalt zu erhalten. Das Gebiet wurde bis 1993 von der amerikanischen Armee als Truppenübungsplatz genutzt. Dadurch entstanden offene Sandgebiete mit vielen schützenswerten Lebensräumen, in denen mehr als 300 stark gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Arten leben. Die ganzjährige Beweidung durch die Pferde unterstützt diese spezielle Artenvielfalt.

Einzug im Sommer 2003

Bevor die Tiere ihre "Arbeit" aufnehmen konnten, musste das Gelände erst von Munitionsresten gesäubert werden. Im Sommer 2003 war das Gehege angelegt und die Urwildpferde wurden angesiedelt. Derzeit leben dreizehn Hengste in dem Gehege, die aus dem Münchner Tierpark Hellabrunn, dem Nürnberger Tiergarten und dem Zoo Karlsruhe stammen. Die Tiere waren für sogenannte Auswilderungsprojekte gezüchtet worden.

Knapp dem Aussterben entkommen

Equus ferus przewalskii ...

Das Przewalski-Pferd kam früher vom Ural und dem Kaspischen Meer über die Steppen Kasachstans bis zur Ostmongolei und Nordchina vor. Doch der Bestand ging immer mehr zurück und seit 1970 gelten diese Urwildpferde in freier Wildbahn als ausgestorben. Nur dreizehn Wildtiere überlebten in Zoos. Durch gezielte Zucht wurden sie die Vorfahren der weltweit rund 2.000 Nachkommen, die den Bestand dieser Wildtierart heute sichern.

Zurück in die freie Wildbahn

Seit einigen Jahren werden Przewalski-Pferde auch wieder in ihren ursprünglichen Heimatgebieten ausgewildert. 1992 begann eine Stiftung mit dem Projekt, Urwildpferde zurück in die Mongolei zu bringen. Mit Pferden aus seiner Gruppe beteiligt sich der Tiergarten Nürnberg seit 1997 an diesem Nachzuchtprogramm. In Kasachstan wurden im Jahr 2003 Urwildpferde aus dem Tierpark Hellabrunn ausgewildert. Die Tiere dieser neuen Herden kommen aus unterschiedlichen Zoos, um so die genetische Vielfalt zu sichern. Das Projekt im Naturschutzgebiet Tennenloher Forst beteiligt sich an diesen Arterhaltungsprogrammen, indem es die Pferde auf ihr Leben in freier Wildbahn vorbereitet und sie möglichst naturnah hält.

Steckbrief des Urwildpferdes

Przewalski?

Das Wildpferd ist nach dem russischen Expeditionsreisenden Nikolai Michailowitsch Przewalski benannt, der im Jahr 1878 die bis dahin wissenschaftlich nicht beschriebene Wildpferdart entdeckte.

Das Urwildpferd ist der Vorfahre aller Hauspferderassen, aber es unterscheidet sich deutlich von ihm. Es ist kleiner und stämmiger. Typisch für das Przewalski-Pferd ist der von der Stehmähne bis zum Schweif verlaufende dunkle Aalstrich, der als schmale Linie längs der Wirbelsäule läuft. Der Unpaarhufer hat eine Schulterhöhe von bis zu 145 Zentimentern und wiegt bis zu 350 Kilogramm. Nach elf Monaten Tragzeit bekommt eine Stute normalerweise ein Jungtier.


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