Ganz natürlich: Eine Blaumeise frisst an einem aufgespießten Apfel.
Vögel im Winter So füttern Sie richtig
Vögel, die bei uns überwintern, brauchen unsere Hilfe nicht. Trotzdem haben Naturschützer nichts gegen maßvolles Füttern - wenn man einige Regeln einhält.
Kaum ein anderes Thema wird unter Vogelfreunden so heiß und emotional diskutiert wie die Winterfütterung. Die einen plädieren fürs Füttern, damit kein Vogel den Hungertod erleidet, andere bezeichnen es als falsch verstandene Tierliebe. Die Experten sind sich allerdings darüber einig, dass bei uns überwinternde Vögel nicht auf das Futter vom Menschen angewiesen sind.
Bestimmte Vogelarten werden bevorzugt
Eine andere Meinung
Der Winter dient in der Natur als Auslese unter den Vögeln. Schwächere und kranke sterben, vitale können sich behaupten. Durch die Winterfütterung verringert sich die Sterblichkeit - allerdings nur die von rund 20 Kleinvogelarten, die ohnehin nicht gefährdet sind. So bekommen häufige Arten wie Meisen, Rotkehlchen, Drosseln und Finken Konkurrenzvorteile gegenüber selteneren Arten und Zugvögeln. Im Frühling machen sie dann den heimkehrenden Zugvögeln ihren Lebensraum strittig.
Füttern in strengen Wintern
Trotzdem haben Naturschützer nichts gegen ein maßvolles Füttern im Winter, gerade bei extremer Kälte. Auch wenn keine geschlossene Schneedecke liegt, finden Vögel auf knallhart gefrorenem Boden kaum Futter. Experten raten zu Meisenringen, -knödeln oder Futterampeln. Bei ihnen ist die Gefahr geringer, dass Krankheiten übertragen werden als bei Vogelhäuschen oder dem Austreuen von Futter.
Das Vogelfüttern ist gerade für Kinder ein schönes Naturerlebnis. So könne sie die Vögel aus nächster Nähe beobachten. Und für einige Menschen in der Stadt sind die Vögel am Futterhäuschen sogar der einzige verbliebene Kontakt zur Natur.
Nahrungsreichtum im ökologischen Garten
Besser als jede Fütterung ist allerdings ein ökologisch orientierter Garten mit Laubholzhecken, kleinen Komposthaufen und knorrigen Obstbäumen. Dort finden Insektenfresser auch im Winter zahlreiche Kleintiere. Außerdem halten Samen in stehenden und ausgereiften Gräsern und Blumen die Körner- und Samenfresser am Leben.
Das hat sich bei der Vogelfütterung bewährt:
Wenn Sie Vögel füttern, dann bitte so:
- Vögel sollten nur bei geschlossener Schneedecke und Dauerfrost von mindestens fünf Grad minus gefüttert werden.
- Besser als Vogelhäuschen und das Ausstreuen von Futter sind gerade bei strenger Kälte Meisenringe, -knödel oder Futterampeln, da sie die Gefahr verringern Krankheiten zuübertragen.
- Die Tiere sollten das Futter zwar herauspicken, nicht aber selbst die Futterstelle betreten können. So können die Körner nicht mit Vogelkot verunreinigt oder nass werden.
- Das Vogelhaus sollte sauber sein, um Krankheitsübertragungen zu vermeiden. Nur wenig Futter ausstreuen und altes entsorgen. Futterspender eignen sich besonders gut. Reinigen Sie Vogelhäuser mit Gummihandschuhen und überlassen Sie diese Arbeit nicht Kindern.
- Von der Bodenstreuung wird abgeraten.
- Die Vögel sollten nur bis Anfang März/Anfang April, je nach Witterung, gefüttert werden.
- Verwenden Sie artgerechtes Futter aus dem Fachgeschäft oder direkt vom Landesverband für Vogelschutz. Allgemein reicht eine einfache Körnermischung aus Sonnenblumenkernen, Hanf und Haferflocken - eventuell mit Rosinen - völlig aus. Achten Sie darauf, dass das Futter frei von Ambrosia-Samen ist.
- Füttern Sie keine Wasservögel, denn das verschmutzt die Gewässer.
- Schützen Sie das Vogelhäuschen vor Katzen, Hunden und Mäusen: Es sollte erhöht und nicht nah an einer Hecke stehen.
Vogelfutter selbst gemacht
Der Bayern 1-Tierexperte Henning Wiesner bereitet das Vogelfutter selbst zu: "Ich nehme zwei Teile Rindertalg und einen Teil Pflanzenfett, zum Beispiel Palmin. Das lasse ich schmelzen, gieße es in einen leeren Joghurtbecher und lasse es langsam erstarren. Wenn's dann fester wird, gebe ich Mohnsamen rein. Bevor's ganz hart ist, kommt noch ein Stöckchen rein, damit man's aufhängen kann. Kurz ins heiße Wasser tauchen, dann löst sich der Becher und es ist einsatzbereit."
Link-Tipps:
Mehr zur Vogelfütterung finden Sie hier:

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