Raumfahrt Europas neuer Kleintransporter im All
Satelliten sind heute meist klein und leicht. Da reicht auch eine kleine Rakete, um sie in die Umlaufbahn zu schicken. Europa hat jetzt so einen Minitransporter: Am 13. Februar ist die erste Vega-Rakete erfolgreich gestartet.
Maximal 2,5 Tonnen Ladegut kann die Vega-Rakete ins All bringen. Damit schließt sie in der europäischen Raumfahrt die Lücke unterhalb der Schwerlastträger Ariane 5 und der russischen Sojus-Rakete. Die Ariane 5 kann mit bis zu zehn Tonnen an Bord abheben. Leichtere Ladungen bis maximal 4,4 Tonnen transportiert seit 2011 die russische Sojus-Rakete von Kourou in Französisch-Guyana aus in den Orbit. Eine kleinere und günstigere Rakete hatten die Europäer nicht im Angebot - bis jetzt. Am Montag, 13. Februar, ist die erste Rakete vom Typ Vega vom Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guyana problemlos gestartet.
Sieben auf einen Streich
Beim Ladegut ist die Vega-Rakete flexibel: Sie kann einen einzelnen Satelliten ins All bringen, aber auch mehrere. Maximal fasst sie einen Haupt- und sechs Mikrosatelliten. Die Rakete ist etwa 30 Meter hoch, hat einen maximalen Durchmesser von drei Metern und wiegt beim Start insgesamt rund 138 Tonnen. Die drei unteren Stufen bestehen aus festem Treibstoff. Das soll einerseits die Zuverlässigkeit erhöhen, andererseits die Kosten niedrig halten. Die vierte, oberste Stufe arbeitet mit Flüssigtreibstoff.
Maximal 2,5 Tonnen Nutzlast
Je nach Art und Höhe der Umlaufbahn des beziehungsweise der Satelliten kann die Vega-Rakete Nutzlasten von 300 bis 2.500 Kilogramm ins All bringen. Bei einer polaren Umlaufbahn in 700 Kilometer Höhe kann Vega beispielsweise 1.500 Kilogramm ins All bringen. Auf den ersten Start folgen fünf Demonstrationsflüge. Sie sollen potenziellen Kunden die Einsatzmöglichkeiten der Rakete zeigen. Eine dieser Vega-Raketen soll den Satelliten LISA Pathfinder ins All bringen. Er hat den Auftrag, rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt die geheimnisvollen Schwerkraftwellen zu erforschen. Als frühester Starttermin gilt derzeit Oktober 2013.
Sieben Länder, eine Rakete
Das Programm der europäischen Weltraumagentur ESA zur Entwicklung der Vega-Rakete läuft bereits seit dem Jahr 1998. Sieben Länder sind daran beteiligt. Die finanzielle Hauptlast tragen Italien mit knapp 60 Prozent und Frankreich mit rund 25 Prozent. Außerdem sind Belgien, Spanien, die Niederlande, die Schweiz und Schweden mit dabei. Die Kosten für das Programm betrugen rund 710 Millionen Euro. Für die ersten fünf Starts und die zugehörigen Aktivitäten sind weite 400 Millionen Euro angesetzt.

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