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mystipendium.de Ein Weg durch den Stipendien-Dschungel

Studieren ist teuer. Deshalb könnten viele Studenten ein Stipendium gebrauchen. Doch wer danach fahndet, geht häufig im Stipendien-Dschungel verloren. Wer nicht aufgeben will, findet beim Onlineportal mystipendium.de Hilfe.

Stand: 25.06.2012
Masterstudenten bei der Abschlussfeier | Bild: picture-alliance/dpa

Laut einer Allensbach-Studie aus dem Jahr 2010 gehen 92 Prozent der Stipendien-Bewerbungen bei weniger als einem Prozent der Stiftungen ein. Damit sind die Erfolgschancen auf einen Geldsegen für den Studierenden ziemlich gering. Dabei gäbe es eine Fülle an Stipendienangeboten - man müsste sie nur kennen und einordnen können. Genau dabei will das kostenlose Onlineportal mystipendium.de helfen.

Der Stipendium-Dschungel

Zahlenspiel

In Deutschland haben nur zwei bis sechs Prozent aller Studenten ein Stipendium. Bewirbt man sich tatsächlich ernsthaft um eine finanzielle Unterstützung, liegt die Erfolgsquote bisher bei 40 Prozent.

Über drei Millionen Treffer beim Googeln können einem auf der Suche nach der passenden Stiftung für ein Stipendium den kalten Schweiß auf die Stirn treiben. Hier die richtige Einrichtung zu finden, bei der man tatsächlich Chancen hat gefördert zu werden, ist gar nicht so einfach - und es kostet wertvolle Zeit.

Die Macher: Mira Maier und Alexander Gassner

Diese Erfahrung hat auch Mira Maier gemacht. Auch sie war für ihre eigene Doktorarbeit in mathematischer Volkswirtschaft auf der Suche nach finanzieller Hilfe und stellte dabei fest, wie viele kleine Stiftungen es überhaupt gibt. So beschloss die 27-Jährige gemeinsam mit ihrem Kommilitonen, Alexander Gassner, eine eigene Suchmaschine zu diesem Thema auf die Beine zu stellen: mystipendium.de war geboren.

Der Weg durch den Dschungel

Startseite des Angebotes

Wer ein Stipendium als Schüler, Student oder Doktorand sucht, findet auf dem Onlineangebot über 1.200 Stipendien- und Förderangebote, alle systematisch nach den unterschiedlichen Bewerbungsvoraussetzungen erfasst. Gerade diese Kriterien sind es, die entscheiden, ob eine Bewerbung überhaupt Sinn macht. So gibt es Stipendien, die nur an Waisenkinder gehen oder an Studenten, deren Eltern gewerkschaftlich engagiert sind, für Frauen in technischen Berufen oder für Kinder von Ärzten in Bayern.

Alexander Gassner und Mira Maier

Um die richtigen Adressen für sich zu finden, geht man nach drei einfach strukturierten Schritten vor: Man füllt einen Fragebogen aus, bekommt eine entsprechende Auswertung und Tipps für die Bewerbungen um ein Stipendium. Noch kann es je nach Studiengang und Profil, so Mira Maier, durchaus sein, dass nicht alle Ergebnisse zutreffen - bisher gab es eine Fehlerquote von bis zu 20 Prozent - doch das Team arbeitet an einer höheren Trefferquote.

Drei Schritte zum Erfolg

1. Profil

Zunächst erstellt man ein individuelles Profil anhand des eigenen Lebenslaufs. Dabei werden 34 Kriterien abgefragt, die sich aus den Bewerbungsvoraussetzungen der über 1.200 Einrichtungen ergeben. Jede weitere Angabe hilft, besser einzugrenzen, welches die geeigneten Stipendien sind. Die Daten kann der User jederzeit ändern, löschen oder ergänzen.

Auswertung

Das Profil wird mit den in der Datenbank erfassten Stipendien abgeglichen. Dann gibt es eine automatische Auswertung der Erfolgsaussichten. Das spart viel Zeit bei der Suche. Bei einem durchschnittlichen Profil erhält man ungefähr 15 Stipendienmöglichkeiten im In- und Ausland, die auf einen passen sollten.

Bewerbung

Je nach Einrichtung gibt es auch durchaus unterschiedliche Anforderungen an die Bewerbung. Aber es existieren auch allgemeine Standards. Hierzu gibt es Tipps und Hilfestellungen: Wie sollen die Bewerbungsunterlagen aussehen? Welche Informationen sind dringend erforderlich? Oder bis wann sind die Unterlagen abzugeben?

Preisverdächtig

Hochschulperle 2012

Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft kürt jeden Monat ein innovatives, beispielhaftes Projekt, das an einer Hochschule realisiert wird. So soll die Idee bekannter werden und als Anregung für andere Hochschulen dienen. Am Ende des Jahres wird die "Hochschulperle 2012" aus den "Monatsperlen" gekürt.

Das kostenlose Angebot mache die Stipendienlandschaft transparent und "bietet die erste wirklich umfassende und zugleich größte Stipendienübersicht Deutschlands" - so die Begründung des Deutschen Stifterverbands, der mystipendium.de die "Hochschulperle 2012" verlieh. Auch die Bundes-Initiative "Land der Ideen" sieht in dem Webangebot einen "Wegweiser im Stipendien-Dschungel" und hat die Onlineplattform im Bereich Bildung zum "ausgewählten Ort 2012" gekürt. Diese Auszeichnungen hilft den beiden Initiatoren, ihr Angebot noch bekannter zu machen - was Mira Maier sicher freut. Denn ihr Ziel ist es, dass sich noch wesentlich mehr Schüler und Studenten bewerben, auch wenn sie bisher nicht über ein Stipendium nachdachten - vielleicht auch deshalb, weil sie dachten, das sei nur etwas für Einser-Schüler.

"Viele glauben, Stipendien seien nur für Hochbegabte, die zudem extrem engagiert und wahnsinnig bedürftig sind - und wer hält sich schon für so toll? Und das führt eben dazu, dass sich in Deutschland die wenigsten um eine Studienfinanzierung mittels Stipendium kümmern und diese Option auch gar nicht erst in Betracht ziehen. Also diese elitäre Sicht von Stipendien ist eben nur ein Mythos, es gibt eine große Bandbreite an Auswahlkriterien."

Mira Maier, Mitbegründerin von mystipendium.de


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