Bei uns gab es zuletzt am 4. Januar 2011 eine Sonnenfinsternis. Am Morgen sah es in München erst gar nicht gut aus ...
20. Mai 2012 Sonnenfinsternis von Asien bis Amerika
Am 20. Mai verfinstert sich die Sonne: Der Mond schiebt sich vor ihre Scheibe und verdeckt sie. Mancherorts ist nur noch ein strahlender Sonnenring zu sehen. Doch leider sehr weit weg von Bayern: Diese ringförmige Sonnenfinsternis ist über Asien, Nordamerika und dem Pazifik zu sehen.
In der Nacht vom 20. auf den 21. Mai unserer Zeit gibt es eine totale Sonnenfinsternis, wenn auch leider nicht bei uns. Der Neumond schiebt sich vor die Sonne und verdeckt sie komplett - nur ein schmaler Sonnenring bleibt stehen. Die ringförmige SoFi ist allerdings nur auf einem 250 bis 300 Kilometer breiten Streifen von China bis Nordamerika zu sehen. Rund um den Nordpol und über großen Teilen des Pazifiks findet eine Teilfinsternis statt.
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Die Sonnenfinsternis beginnt kurz nach Mitternacht unserer Zeit in China, dann geht dort gerade die Sonne auf, am Morgen des 21. Mai. Der Schatten wandert über Japan und den Pazifik weiter über den Südwesten der USA. Um 3.39 Uhr unserer Zeit endet die SoFi über Texas beim dortigen Sonnenuntergang. Dabei ist sie in der Zeit rückwärts marschiert: Sie hat die Datumsgrenze überschritten, in Texas schreibt man dann noch den 20. Mai.
Ein kosmischer Zufall
Sonne, Mond und Erde - dieses kosmische Dreiecksverhältnis führt zu einem einmaligen Ereignis im Sonnensystem: der totalen Sonnenfinsternis. Die Sonne ist zwar 400 Mal größer als der Mond, aber sie ist auch 400 Mal weiter von der Erde entfernt. Dadurch erscheinen uns beide am Himmel gleich groß. Tritt der Mond genau zwischen Erde und Sonne, verdeckt er sie aus unserer Perspektive komplett - die Sonne ist verfinstert.
Der seltene, schöne Sonnenring
Eine ringförmige Sonnenfinsternis ist eine Sonderform der totalen: Der Mond schiebt sich komplett vor die Sonne, wenn er gerade sehr weit von der Erde entfernt ist. Dadurch kann in diesem Fall die etwas kleinere Mondscheibe die Sonnenscheibe nicht vollständig verdecken. So bleibt der typische Sonnenring stehen, der diese Sonnenfinsternis besonders sehenswert macht.
Finsternis ist nicht gleich Finsternis
Je nach Länge und Geometrie des Mondschattens kann von der Erde aus eine partielle, eine ringförmige oder eine totale Sonnenfinsternis beobachtet werden. Bei der totalen Sonnenfinsternis steht der Beobachter im Kernschatten des Mondes. Während der Totalität ist die Korona der Sonne sichtbar und es wird so dunkel, dass man sogar Sterne sehen kann. Die Dauer der Totalität kann je nach Größenverhältnissen von Sonne und Mond bis zu 7 Minuten und 33 Sekunden betragen. Eine ringförmige Sonnenfinsternis kann theoretisch sogar 12,5 Minuten dauern, da der Mond weiter von der Erde entfernt ist und für die gleiche Strecke am Firmament viel länger braucht.
Die regelmäßige Sensation
Jedes Jahr gibt es zwei bis vier Sonnenfinsternisse - weltweit gesehen. Doch da jede SoFi nur auf einem wenige hundert Kilometer breiten Streifen zu sehen ist, wird sie für jeden einzelnen Ort auf der Erde zur Seltenheit. In diesem Jahr gibt es noch eine zweite totale SoFi, am 13. November über dem südlichen Pazifik und dem Norden Australiens. Und wie immer bei einer Sonnenfinsternis ist auch die nächste Mondfinsternis nicht fern: Der Vollmond am 4. Juni wird verfinstert sein - aber leider nicht bei uns.
Die nächste totale Finsternis
Eine totale Sonnenfinsternis in Europa findet das nächste Mal am 12. August 2026 statt - in Teilen Spaniens und Islands. In Deutschland müssen wir uns noch sehr lange gedulden: Erst am 3. September 2081 ist es wieder so weit - über dem Gebiet des Bodensees. Rund ein halbes Jahrhundert später, am 7. Oktober 2135, dann auch in Norddeutschland. Doch im März 2015 werden wir wenigstens wieder eine partielle Sonnenfinsternis in Deutschland sehen.
Kurzes Vergnügen
Professor Lesch erklärt's
Wie lange der schöne Moment der Totalität anhält, ist bei jeder Finsternis verschieden. Die letzte totale Sonnenfinsternis über Deutschland im Jahr 1999 war mit knapp zweieinhalb Minuten recht kurz. Die längste je gemessene Totalität gab es am 20. Juni 1955 auf den Philippinen: 7 Minuten und 8 Sekunden.
Die Finsternis am 16. Juli 2186 im Mittelatlantik wird mit 7 Minuten und 29 Sekunden fast die theoretische Maximallänge erreichen und bleibt für die nächsten 1.469 Jahre Rekordhalter.
Wo auch immer auf der Welt der Schatten des Mondes kurz auf die Erde fällt, halten die Menschen inne, um den Zauber zu beobachten. Mal voll Faszination, mal auch voller Furcht - wie bei der Sonnenfinsternis im Juli 2009 in Asien:
Nie ungeschützt in die Sonne blicken!
Ob Sonnenfinsternis oder andere Beobachtungen am Tage: Blicken Sie auf keinen Fall ungeschützt in die Sonne! Auch eine Sonnenbrille schützt Ihre Augen nicht genug. Sie können schwere Verletzungen davontragen - bis zur Erblindung. Benutzen Sie immer eine Sonnenfinsternis-Schutzbrille!
Sollten Sie die Sonne mit einem Teleskop oder Fernglas betrachten, brauchen Sie unbedingt spezielle Filter, da die Vergrößerung auch die Intensität der Strahlen verstärkt. Es genügt nicht, eine Schutzbrille vor die Linse zu halten!

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