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20. März 2015 Partielle Sonnenfinsternis über Bayern

Am 20. März sollten Sie sich den Vormittag freihalten: Es gibt eine Sonnenfinsternis über Bayern! Zwar ist sie bei uns nicht total, doch ein großer Teil der Sonnenscheibe wird vom Mond verschluckt. Genaue Zeiten und alle Tipps zur SoFi finden Sie hier.

Stand: 27.02.2015

Vier Jahre ist es her, dass wir in Bayern zuletzt eine Sonnenfinsternis bestaunen konnten: Am 4. Januar 2011 wurde die Sonnenscheibe teilweise vom Mond verdeckt. Am Freitag, den 20. März 2015, genau zum Frühlingsbeginn, ist es wieder so weit: SoFi über Bayern! Etwa um halb zehn Uhr morgens geht es los, eine gute Stunde später ist die Verfinsterung am größten und gegen zwölf Uhr endet der Spuk.

SoFi-Zeiten für Nürnberg und München
 NürnbergMünchen
Beginn der Teilfinsternis09.32 Uhr09.31 Uhr
größte Bedeckung10.40 Uhr10.39 Uhr
Ende der Teilfinsternis11.52 Uhr11.51 Uhr

Teilfinsternis bei uns, totale Sonnenfinsternis im Norden

Verlauf der Sonnenfinsternis am 20. März 2015

Auch diesmal findet bei uns nur eine partielle Sonnenfinsternis statt. Die Mondscheibe schiebt sich nicht ganz über die Sonne. Doch sie verdeckt einen großen Teil von ihr: Im Südosten Bayerns werden 67 Prozent der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt, im Nordwesten 73 Prozent. In Flensburg beträgt die Bedeckung schon achtzig Prozent. Und wenn Sie noch ein Stückchen weiter reisen, dann können Sie sogar eine totale Sonnenfinsternis bestaunen.

Das Wetter für Nord- und Südbayern heute und in den kommenden 2 Tagen
  Heute Morgen Donnerstag
Nord fast wolkenlos; zum Wetter in Bayern heute wolkig; zum Wetter in Bayern morgen -1° | 6° stark bewölkt; zum Wetter in Bayern übermorgen -3° | 6°
Süd fast wolkenlos; zum Wetter in Bayern heute stark bewölkt; zum Wetter in Bayern morgen -1° | 6° stark bewölkt; zum Wetter in Bayern übermorgen -2° | 3°

Die Totalitätszone der SoFi beginnt südlich von Grönland beim dortigen Sonnenaufgang. Auf einem mehr als 450 Kilometer breiten Korridor fällt der Kernschatten des Mondes auf den Erdball und wandert in einem Halbkreis über den Nordatlantik, um Grönland herum, südlich von Island über die Färöer-Inseln und Spitzbergen bis fast an den Nordpol. Je südlicher Sie sich befinden, umso kleiner wird das Stück, das der Mond aus der Sonnenscheibe herausknabbert.

Sehenswertes Ereignis auch in Bayern

Sonnensichel auf dem Bauch

Seien Sie nicht traurig, wenn Sie's nicht bis nach Spitzbergen schaffen: Auch bei uns ist diese Sonnenfinsternis sehr sehenswert. Die Mondscheibe schiebt sich von rechts nach links über den oberen Teil der Sonne, bis um etwa zwanzig vor elf Uhr nur noch gut ein Viertel der Sonnenscheibe unbedeckt bleibt: Wie eine viel zu helle Mondsichel liegt die Sonne dann auf dem Bauch.

Tipps zum Fotografieren

  • Augen und Objektiv schützen: Objektivfilter für Kameras und Teleskope nutzen!
  • kleine ISO-Werte einstellen (50 - 100)
  • lieber lichtschwächere Objektive verwenden
  • kurze Belichtungszeiten (1/250 - 1/1000, je nach Lichtempfindlichkeit)
  • je kürzer die Belichtungszeit, umso feiner die Details
  • für stimmungsvolle Aufnahmen mit Umgebung: kurze Brennweiten (Weitwinkel)
  • für Detailaufnahmen wie Sonnenflecken oder Mondkrater: lange Brennweiten (ab 1.000 mm)
  • Schicken Sie uns Ihre Fotos!

20. & 21. März

Sternenhimmel über der Kuppel eines Planetariums | Bild: picture-alliance/dpa zum Video mit Informationen Tag der Astronomie Auf in die nächste Sternwarte!

Am 20. und 21. März ist der Astronomietag 2015: Sternwarten und Planetarien in ganz Bayern öffnen die Türen und Teleskopdeckel, um Ihnen die Pracht des Firmaments zu zeigen. Am 20. März dreht sich alles um die SoFi, am Abend darauf um ein heimlicheres Schattenspiel. [mehr]

Die Verfinsterung ist so groß, dass Sie deutlich merken werden, dass es um Sie etwas dunkler wird. Sterne oder Planeten allerdings werden Sie nicht erkennen, die treten nur während einer Totalität hervor. Wenn Sie alle spektakulären Details erleben möchten, etwa wenn einzelne Sonnenflecken im Verlauf der Finsternis bedeckt werden, dann schauen Sie einfach mal zur nächsten Sternwarte. Die haben nämlich alle offen: Es ist der Tag der Astronomie! Und wenn Sie auf eigene Faust SoFi gucken, dann beachten Sie dringend die Sicherheitshinweise.

Nie ungeschützt in die Sonne blicken!

Sonnenfinsternis-Schutzbrille

Ob Sonnenfinsternis oder andere Beobachtungen am Tage: Blicken Sie auf keinen Fall ungeschützt in die Sonne! Auch eine Sonnenbrille schützt Ihre Augen nicht genug. Sie können schwere Verletzungen davontragen - bis zur Erblindung. Benutzen Sie immer eine Sonnenfinsternis-Schutzbrille!

Sollten Sie die Sonne mit einem Teleskop oder Fernglas betrachten, brauchen Sie unbedingt spezielle Filter, da die Vergrößerung auch die Intensität der Strahlen verstärkt. Es genügt nicht, eine Schutzbrille vor die Linse zu halten!

Ein kosmischer Zufall

So kommt es zu einer Sonnenfinsternis

Sonne, Mond und Erde - dieses kosmische Dreiecksverhältnis führt zu einem einzigartigen Ereignis im Sonnensystem: der totalen Sonnenfinsternis. Die Sonne ist zwar 400 Mal größer als der Mond, aber sie ist auch 400 Mal weiter von der Erde entfernt. Dadurch erscheinen uns beide am Himmel gleich groß. Tritt der Neumond genau zwischen Erde und Sonne, verdeckt er sie aus unserer Perspektive komplett - die Sonne ist verfinstert.

Finsternis ist nicht gleich Finsternis

Zur Totalität wird die Korona der Sonne sichtbar

Je nach Länge und Geometrie des Mondschattens kann von der Erde aus eine partielle, eine ringförmige oder eine totale Sonnenfinsternis beobachtet werden. Bei der totalen Sonnenfinsternis steht der Beobachter im Kernschatten des Mondes. Während der Totalität ist die Korona der Sonne sichtbar und es wird so dunkel, dass man sogar Sterne sehen kann.

Siebeneinhalb Minuten

Wie lange der schöne Moment der Totalität anhält, ist bei jeder Finsternis verschieden. Die letzte totale Sonnenfinsternis über Deutschland im Jahr 1999 war mit knapp zweieinhalb Minuten recht kurz. Die SoFi am 20. März wird maximal zwei Minuten und 47 Sekunden dauern. Die längste tatsächlich gemessene Totalität gab es am 20. Juni 1955 auf den Philippinen: 7 Minuten und 8 Sekunden.
Theoretisch kann die Totalität bis zu 7 Minuten und 33 Sekunden dauern. Das wird die Finsternis am 16. Juli 2186 im Mittelatlantik mit 7 Minuten und 29 Sekunden fast erreichen. Sie bleibt für die nächsten 1.469 Jahre Rekordhalter.

Eine ringförmige Sonnenfinsternis kann theoretisch sogar 12,5 Minuten dauern, da der Mond weiter von der Erde entfernt ist und für die gleiche Strecke am Firmament viel länger braucht.

Der seltene, schöne Sonnenring

Ringförmige Sonnenfinsternis

Eine ringförmige Sonnenfinsternis ist eine Sonderform der totalen: Der Mond schiebt sich komplett vor die Sonne, wenn er gerade sehr weit von der Erde entfernt ist. Dadurch kann in diesem Fall die etwas kleinere Mondscheibe die Sonnenscheibe nicht vollständig verdecken. So bleibt der typische Sonnenring stehen, der diese Sonnenfinsternis besonders sehenswert macht.

Die regelmäßige Sensation

Jedes Jahr gibt es zwei bis vier Sonnenfinsternisse - weltweit gesehen. Doch da jede SoFi nur auf einem wenige hundert Kilometer breiten Streifen zu sehen ist, wird sie für jeden einzelnen Ort auf der Erde zur Seltenheit.

Immer zwei Wochen vor oder nach einer Sonnenfinsternis kommt es auch zu einer Mondfinsternis: Der Vollmond am 4. April wird sich verfinstern - aber leider nicht für Bayern.

Die nächste Sonnenfinsternis

Der Moment kurz vor der Totalität

Das nächste Mal wird sich die Sonne am 13. September 2015 verfinstern: eine partielle SoFi für die Pinguine von Südamerika bis zur Antarktis. Erst am 10. Juni 2021 gibt es überhaupt wieder eine Sonnenfinsternis für Bayern. Und dann wird, wie auch bei den folgenden SoFis, nur ein winziger Teil der Sonne verdeckt werden. Erst am 12. August 2026 ist eine SoFi bei uns wieder richtig bemerkenswert. In Teilen Spaniens und Islands wird sie total sein, bei uns wird immerhin der größte Teil der Sonnenscheibe bedeckt. Für eine totale Sonnenfinsternis in Deutschland müssen wir uns noch sehr lange gedulden: Erst am 3. September 2081 ist es wieder so weit - über dem Gebiet des Bodensees. Rund ein halbes Jahrhundert später, am 7. Oktober 2135, dann auch in Norddeutschland.


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