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Planeten im Dezember Venus, Jupiter & Co.

Ob helle Venus oder roter Mars, mächtiger Jupiter oder ferner Saturn: Im Dezember können Sie fast alle Planeten am Firmament sehen. Hier finden Sie Sternkarten und alle Infos, wann und wo welcher Planet gerade sichtbar ist.

Stand: 01.12.2014

Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel | Bild: colourbox.com, NASA

Am Firmament funkeln auch ein paar besondere Lichter: die Planeten, unsere Nachbarn im Sonnensystem. Die meisten von ihnen strahlen weitaus heller als Sterne, weil die Planeten uns viel näher sind. Oft erscheinen sie als erste Lichter abends in der Dämmerung und sind morgens als letzte noch zu sehen.

Die Planeten im Dezember

Im Dezember ist einiges los unter den Planeten: Am frühen Abend liefert sich der rote Mars ein Wettrennen mit der Sonne. Neptun und Uranus sind in diesem Monat gut zu beobachten. Dominiert wird die Nacht vom riesigen Jupiter. Zum Monatsende taucht morgens der Ringplanet Saturn wieder auf. Und die helle Venus läutet die letzten Nächte des Jahres ein.

Der schnelle Mars & die langen Nächte

Mars und Venus im Westen

Das erste Licht am Dezemberabend erscheint schon kurz nach Sonnenuntergang: Mars taucht gegen halb sechs Uhr in der Dämmerung auf, eine gute Handbreit über dem Horizont im Südwesten. Und obwohl Mars nur noch eine scheinbare Helligkeit von 1,0 mag hat, ist er als erstes Licht am Firmament zu sehen: ein kleiner Punkt mit gut fünf Bogensekunden im scheinbaren Durchmesser. Unser roter Nachbar ist lange nicht mehr so hell und groß wie im Sommer, dafür zeichnet er sich durch Hartnäckigkeit aus.

Wettlauf mit der Sonne

Seit Monaten rennt Mars vor der Sonne davon. Die ist zwar schneller und rückt ihm immer näher. Doch Mars ist listig und damit kurzfristig erfolgreich: Unser äußerer Nachbar rast der Erde auf ihrem Weg um die Sonne immer hinterher, sehr viel schneller als andere Planeten. Dadurch legt der Mars jeden Monat weite Strecken über den Sternenhimmel zurück, von Sternbild zu Sternbild. Im Dezember klettert er vom tiefliegenden Sternbild Schütze entlang der Ekliptik zum höher liegenden Steinbock. Und schafft es damit, dass er am Ende des Monats sogar ein paar Minuten später untergeht als zu Monatsbeginn. Bis sieben Uhr abends ist er tief im Westen zu sehen, gegen acht Uhr geht Mars unter.

Weihnachten verbringt unser Nachbar in Gesellschaft: Am 24. Dezember ist eine Handbreit rechts von Mars die zarte, noch ganz junge Mondsichel zu sehen. Am Abend darauf ist diese schon an Mars vorbeigezogen und steht ein Stückchen über ihm. Wenn Sie aber in diesen letzten Tagen des Jahres ganz genau hinsehen, dann können Sie tief unter Mars, ganz dicht am Horizont, noch ein richtiges Weihnachtslicht entdecken:

Abendstern Venus kehrt zurück

Ende Dezember kehrt auch unsere innere Nachbarin ans Firmament zurück: Die Venus taucht ungefähr ab dem 23. Dezember im Westen auf. Wenn die Sonne untergeht, muss der Himmel nur ein wenig dunkeln, bis Sie die Venus finden können: Etwa drei Handbreit rechts unter dem Mars erscheint sie gegen fünf Uhr, nur ein bis zwei Fingerbreit über dem Horizont im Südwesten.

Hellstes Licht neben dem Mond

Was die Venus so hell macht

So tief am dämmrig hellen Himmel können Sie die Venus nur deshalb sehen, weil sie so gleißend strahlt: Mit einer scheinbaren Helligkeit von -3,9 mag ist der Abendstern nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Himmel. Die Mondsichel hilft Ihnen am 23. Dezember bei der Suche, wenn sie genau über der Venus steht. Eine Sternkarte dazu finden Sie oben bei Mars.

Doch Sie müssen schnell sein

Es bleibt Ihnen nur ein Moment für die Venus: Kurz nach fünf Uhr versinkt sie langsam im Dunst des Horizonts. Doch Abend für Abend gewinnen Sie ein paar Minuten mit der Liebesgöttin. Am 31. Dezember ist sie bis Viertel nach fünf Uhr zu sehen. Sollten Sie die Venus im Dezember verpassen, dann grämen Sie sich nicht. Die große Zeit des Abendsterns kommt erst noch: Im Frühsommer erreicht er seinen größten Glanz.

Ferne Gasriesen Neptun und Uranus

Nach Venus und Mars am frühen Abend wird es erst einmal ruhig am Dezemberhimmel. Nur die Sterne funkeln am Firmament. Beinahe, denn zwei Heimlichtuer haben sich unter ihnen versteckt:

So finden Sie Neptun und Uranus

Neptun und Uranus. Mit einem Fernglas oder kleinem Teleskop können Sie die fernen Gasplaneten finden. Um kurz nach sechs Uhr endet die Dämmerung und es ist komplett finster. Beste Gelegenheit, um sich auf die Suche nach den beiden zu machen.

Neptun nur im Teleskop sichtbar

Uranus und Neptun

Neptun, der äußerste der Planeten, ist so weit von uns entfernt, dass Sie sein schwaches Licht mit nur 7,9 mag scheinbarer Helligkeit nur mit einem Fernglas oder kleinem Teleskop entdecken können. Im Dezember schaffen Sie das noch, weil es so früh Nacht wird. Neptun steht um sechs Uhr noch sehr hoch im Süden im Sternbild Wassermann, etwa drei Handbreit über dem Horizont. Gegen elf Uhr (Anfang Dezember) sinkt er zu tief an den Horizont, am Monatsende verschwindet er schon gegen neun Uhr.

Uranus: für scharfe Augen

Uranus ist ein klein wenig später dran und steht in den Fischen höher als Neptun. Seine höchste Position im Süden erreicht er gegen halb neun Uhr (Monatsanfang) bzw. halb sieben Uhr (Ende Dezember). Aber auch davor und danach steht er hoch genug zur Beobachtung. Und Sie haben deutlich mehr Zeit als bei Neptun, denn Uranus geht erst lang nach Mitternacht unter, Anfang Dezember sogar erst gegen drei Uhr.

Uranus ist uns so viel näher als Neptun, dass Sie ihn gerade noch mit bloßem Auge sehen können. Es braucht ein wenig Übung, denn Uranus wirkt mit einer scheinbarer Helligkeit von 5,7 mag wie ein schwacher Stern. Im Teleskop zeigt er sich als blassgrünes Scheibchen. An den ersten und letzten Dezemberabenden vereitelt jedoch der Mond die Suche nach den beiden Planeten mit seinem zu hellen Licht.

Jupiter beherrscht die Nacht

Planet Jupiter

Am späten Abend erscheint im Dezember der wahre Herrscher am Sternenhimmel: Jupiter geht um zehn Uhr (Monatsanfang) bzw. acht Uhr (Monatsende) auf und steigt so steil am Firmament empor, dass er schon eine Stunde später nicht mehr zu übersehen ist. Seine höchste Position im Süden erreicht der Planet in den frühen Morgenstunden und ist auch in der Morgendämmerung noch gut zu sehen.

Heller als der hellste Stern

Heller Jupiter mit seinen Monden

Jupiters Scheibchen ist mit einem scheinbaren Durchmesser von 42 Bogensekunden auffallend groß. Und mit einer scheinbaren Helligkeit von -2,4 mag überstrahlt der größte Planet des Sonnensystems alle Sterne bei Weitem. Nur die Venus wäre heller, ist aber längst untergegangen.

Jupiter im Dezember

Jupiter schreitet dem großen Frühlingssternbild Löwe voran, ungefähr vier Fingerbreit rechts über dessen hellstem Stern Regulus, der aber mit nur 1,35 mag keine Konkurrenz für Jupiter ist. Zur Monatsmitte bekommt das Duo noch Besuch vom Mond: Seine abnehmende Scheibe nähert sich am Abend des 10. Dezember von rechts: Etwa anderthalb Handbreit steht sie schräg über Jupiter. Abends darauf ist der Mond auf drei Fingerbreit an den Planeten herangerückt. Am 12. Dezember geht er, schon fast zum Halbmond geschrumpft, unter Jupiter und Regulus auf: Drei Fingerbreit ist er vom Löwenstern entfernt, von Jupiter bereits doppelt so weit.

Jupiter kehrt um

Die Oppositionsschleife

Am 9. Dezember kehrt Jupiter scheinbar um: Er läuft ab jetzt nach rechts, westwärts durch die Sternbilder, und entfernt sich ein klein wenig von Regulus, auf den er bislang zugewandert ist. Natürlich ändert Jupiter nur scheinbar seine Laufrichtung aus unserem Blickwinkel. Der Planet beginnt seine sogenannte Oppositionsschleife, bei der ihn die Erde auf der Innenbahn überholt. In einem Vierteljahr, Anfang Februar, wird Jupiter in Opposition stehen, der Sonne genau gegenüber. Dann hat er zu uns seinen geringsten Abstand und ist noch etwas heller und größer als jetzt im Dezember.

Der Herr der Ringe kehrt zurück

Saturn am frühen Morgen

Noch einen Planeten hat der Dezemberhimmel zu bieten. Saturn taucht wieder am Firmament auf. Etwa ab dem 15. Dezember macht er sich morgens bemerkbar: Ab etwa sieben Uhr ist der große Ringplanet hoch genug über dem Dunst des Horizonts. Dann dämmert allerdings der Morgen sichtlich und Saturn verblasst allmählich. Denn mit einer scheinbaren Helligkeit von nur 0,5 mag ist er im Vergleich zu Jupiter eher unauffällig - wenn auch deutlich heller als die Sterne um ihn. Die Mondsichel hilft Ihnen dabei, Saturn zu finden: Am Morgen des 19. Dezember ist sie nur vier Fingerbreit rechts über dem Planeten, am Morgen des 20. Dezember steht die hauchzarte Mondsichel drei Fingerbreit links unter Saturn. Diesen können Sie tagtäglich besser sehen: Ende Dezember ist der Planet schon ab sechs Uhr hoch genug, wenn es noch stockfinstre Nacht ist. Saturn steht dicht beim Skorpion, doch das typische Sommer-Sternbild ist jetzt kaum zu erahnen.

Im Sonnenlicht verborgen

Nur ein Planet ist im Dezember gar nicht zu sehen: der innerste Planet Merkur. Er zieht gerade hinter der Sonne vorbei: Am 8. Dezember steht Merkur in der sogenannten oberen Konjunktion.


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