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Planeten im Januar Venus, Jupiter & Co.

Ob helle Venus oder roter Mars, mächtiger Jupiter oder ferner Saturn: Alle Planeten leuchten in der Januarnacht. Sogar der seltene Merkur taucht auf. Hier finden Sie Sternkarten und alle Infos, wann und wo welcher Planet sichtbar ist.

Stand: 31.12.2014

Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel | Bild: colourbox.com, NASA

Am Firmament funkeln auch ein paar besondere Lichter: die Planeten, unsere Nachbarn im Sonnensystem. Die meisten von ihnen strahlen weitaus heller als Sterne, weil die Planeten uns viel näher sind. Oft erscheinen sie als erste Lichter abends in der Dämmerung und sind morgens als letzte noch zu sehen.

Die Planeten im Januar

Im Januar können Sie sämtliche Planeten des Sonnensystems sehen. Kurz nach Sonnenuntergang liefern sich gleich vier von ihnen ein Wettrennen: Mars läuft vor der Sonne davon, überholt Neptun und wird von der Venus verfolgt, unter der sogar Merkur kurz zu sehen ist. Uranus ist Dank der frühen Nacht noch sichtbar, die dann Jupiter beherrscht. Und morgens breitet Saturn seine Ringe wieder aus.

Wettrennen der Abendsterne, geführt von der Venus

Was die Venus so hell macht

Am ganz frühen Abend können Sie im Januar einen spannenden Planetenreigen im Südwesten beobachten: Dort tummeln sich gleich vier Planeten! Die erste, die Ihnen auffallen wird, ist die Venus. Denn unsere wolkenbedeckte Nachbarin ist mit -3,9 mag scheinbarer Helligkeit nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Firmament. Doch der strahlende Abendstern tut sich jetzt im Januar noch etwas schwer, denn er ist gerade erst hinter der Sonne hervorgekrochen und steht nach deren Untergang tief am Horizont.

Kurzer Moment für die Venus

Mars, Venus, Merkur und Neptun

Anfang Januar finden Sie die Venus nach fünf Uhr, nur eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang, schon keine drei Fingerbreit mehr über dem Horizont, hinter dem sie um Viertel vor sechs Uhr versinkt. Doch jeden Abend bleibt die Venus etwa drei Minuten länger, bis sie Ende Januar bis halb sieben Uhr zu sehen ist, wenn der Himmel schon fast finster ist.

Mars auf der Flucht

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Links über der Venus können Sie den nächsten Planeten finden: unseren äußeren Nachbarn Mars. Der ist zwar mit nur 1,1 mag scheinbarer Helligkeit gegenüber der Venus recht unscheinbar, doch er hat einen großen Vorteil: Mars steht ein gehöriges Stück über der Venus im Südwesten und hat daher mehr Zeit. Anfang Januar macht er sich gegen sechs Uhr in der zunehmenden Dämmerung bemerkbar und steht dann noch anderthalb Handbreit über dem Horizont.

Ende Januar wird Mars erst nach halb sieben Uhr sichtbar, weil die Tage jetzt schon merklich länger dauern. Doch auch dann ist er noch gut zu sehen. Denn Mars rast über das Firmament. Die Sonne ist zwar eigentlich schneller und sollte ihn jeden Abend ein kleines Stück einholen. Doch der Planet hat einen Trick: Er klettert in immer höher liegende Sternbilder, vom Steinbock in den Wassermann. So wird es ihm gelingen, noch etwa bis März sichtbar zu bleiben.

Letzter Blick auf Neptun

Dort oben im Wassermann trifft Mars einen ganz heimlichen Planeten: Neptun sieht dort seinem Untergang entgegen. Dieser Gasriese ist so weit von uns entfernt, dass Sie ihn nur in einem lichtstarken Fernglas oder kleinen Teleskop entdecken können. Fürs bloße Auge bleibt Neptun mit nur 7,9 mag scheinbarer Helligkeit unsichtbar. Und auch für Teleskop-Gucker endet jetzt die Zeit für Neptun. Anfang Januar können Sie ihn nach sechs Uhr noch gut finden, zur Monatsmitte etwa eine Stunde später. Doch Ende Januar steht Neptun schon zu tief im Horizontdunst, bevor der Himmel dunkel genug geworden ist. Am 19. Januar ist Mars nur 13 Bogenminuten von Neptun entfernt - nicht mal der Halbmond könnte sich da dazwischenquetschen. Schon am nächsten Abend zieht Mars weiter, immer höher hinauf.

Wettlauf im Westen

Die Venus verfolgt ihn: Als innerer Planet ist sie schneller als Mars. Anfang Januar sind die beiden noch fast zweieinhalb Handbreit voneinander entfernt, zum Monatsende nur noch eine. Dann ist Venus zwar immer noch tiefer als Mars am Horizont, aber bei Weitem heller und auffälliger als er.

Seltener Merkur sichtbar

Etwa ab dem 9. Januar erscheint noch eine Rarität: Unter der hellen Venus taucht der kleine Merkur auf. Der innerste Planet des Sonnensystems ist nur selten am Abendhimmel zu sehen, weil er so eng um die Sonne kreist. Doch jetzt im Januar hat er für ein paar Tage genügend Abstand zu ihr und wird kurz sichtbar, sehr tief im Südwesten. Am 9. und 10. Januar führt Sie die Venus direkt zu Merkur: Nicht mal einen halben Fingerbreit steht die Helle über ihrem kleineren Nachbarn.

Merkur ist mit -0,8 mag scheinbarer Helligkeit deutlich weniger hell und sein Scheibchen mit nur sechs Bogensekunden scheinbaren Durchmessers auch deutlich kleiner als das der Venus. Daher ist es nicht leicht, den kleinen, hellen Punkt tief in der Dämmerung zu entdecken. Ab Viertel nach fünf Uhr könnte er sich bemerkbar machen, nur noch drei Fingerbreit vom Horizont entfernt, hinter dem er kurz nach sechs Uhr untergeht. Aber jeden Abend bleibt Merkur drei, vier Minuten länger. Leider wird er auch täglich später sichtbar, da die Tage länger werden. Die beste Zeit für Merkur ist wohl vom 14. bis 18. Januar, dann könnte er gegen halb sechs sichtbar werden und bis kurz nach sechs Uhr bleiben.

Planetenreigen im Südwesten

Die wohl letzte Gelegenheit, ihn zu sehen, haben Sie am 21. Januar - mit einer Sehhilfe: Die Mondsichel taucht erstmals nach Neumond wieder auf, ganz dicht über dem Horizont und nur gut einen Fingerbreit rechts von Merkur. Am folgenden Abend schiebt sich die Mondsichel zwischen Venus und Mars, am 23. Januar ist sie dann über Mars zu finden.

Gasriese Uranus in der Ferne

Uranus im Januar

Wenn der Januarhimmel zwischen halb sieben und sieben Uhr abends richtig dunkel wird, ist die Zeit für Uranus gekommen. Der ferne Gasplanet steht um die Uhrzeit noch sehr hoch im Süden und ist bis nach halb zwölf (Anfang Januar) bzw. halb zehn Uhr sehen. Danach versinkt er in den Dunstschichten über dem Horizont im Westen. Uranus ist nicht leicht zu finden, denn mit einer scheinbaren Helligkeit von nur 5,8 mag unterscheidet er sich kaum von den blassen Sternen der unscheinbaren Fische rings um ihn. Sie können den Planeten bei klarem Himmel gerade noch mit bloßem Auge sehen. Im Teleskop zeigt sich Uranus dann als blassgrünes Scheibchen. Vom 23. bis 27. Januar vereitelt der Mond mit seinem zu hellen Licht die Suche nach dem Planeten.

Jupiter beherrscht die Nacht

Heller Jupiter mit seinen Monden

Beherrscht wird die Januarnacht von einem Giganten: Jupiter. Der größte Planet des Sonnensystems ist am Firmament nicht zu übersehen, denn mit einer scheinbaren Helligkeit von -2,5 mag überstrahlt er alle Sterne bei Weitem. Nur die Venus wäre heller, ist aber längst untergegangen. Knapp 680 Millionen Kilometer ist der Gasplanet derzeit von der Erde entfernt, viereinhalbmal weiter als die Sonne. Doch weil der Riese einen Durchmesser von knapp 143.000 Kilometern hat (etwa ein Zehntel des Sonnendurchmessers), ist sein Scheibchen selbst in dieser Entfernung riesig: Rund 45 Bogensekunden misst Jupiter im scheinbaren Durchmesser.

Jupiter im Januar

Wann immer Sie in der Januarnacht ans Firmament schauen, erwartet Sie Jupiter: Anfang Januar geht der Planet gegen acht Uhr abends im Osten auf und macht schon etwa eine halbe Stunde später auf sich aufmerksam, als helles Licht wenige Fingerbreit über dem Horizont. Er führt den Frühling durch die Winternacht: Hinter Jupiter klettert das große Frühlingssternbild Löwe den Himmel empor. Sein hellster Stern Regulus ist gut eine Handbreit von Jupiter entfernt. Die beiden steigen steil im Osten empor, ziehen in der zweiten Nachthälfte hoch im Süden entlang und sinken bei Sonnenaufgang allmählich dem Horizont im Westen entgegen. Zum Monatsende geht Jupiter bereits kurz nach Sonnenuntergang auf, ist ab etwa halb sieben Uhr in der späten Abenddämmerung sichtbar und versinkt kurz vor Sonnenaufgang.

Wettleuchten Jupiters mit dem Mond

Jupiter und der Mond

Der einzige, der der Leuchtkraft Jupiters etwas entgegensetzen kann, ist der Mond. Doch selbst das helle Mondlicht überstrahlt Jupiter nicht: Der Planet ist auch dicht neben der Mondscheibe deutlich zu sehen - ein schönes Foto-Motiv. Am Abend des 6. Januar nähert sich der noch recht volle Mond Jupiter von rechts bis auf zwei Handbreit. Am 7. Januar ist die Mondscheibe schon bis auf drei, vier Fingerbreit an den Planeten herangerückt. Am Abend darauf ist der Erdtrabant an ihm vorbeigezogen und steht eine Handbreit unter Jupiter, nur zwei Fingerbreit rechts unter dem Löwenstern Regulus.

Saturn - Herr der Ringe am Morgen

Saturn morgens beim Skorpion

Jetzt fehlt von den Planeten nur noch einer: Saturn. Der übernimmt im Januar die Morgenschicht: Gegen fünf Uhr, Ende Januar schon zwei Stunden früher, geht der Ringplanet im Südosten auf und ist spätestens eine Stunde darauf über dem Horizont zu sehen, noch bevor die Morgendämmerung einsetzt. Saturn bringt schon einen ersten Gruß des Sommers, denn er steht ganz dicht bei einem typischen Sommersternbild: dem Skorpion. Etwa eine Handbreit links unter Saturn leuchtet Antares. Der hellste Stern im Skorpion ist mit 0,96 mag scheinbarer Helligkeit nur wenig dunkler als Saturn mit 0,57 mag. Ganz dicht neben Saturn können Sie die Scheren des Skorpions entdecken: Der oberste Stern Akrab ist weniger als einen Fingerbreit unter Saturn, Dschubba zwei Fingerbreit rechts darunter. In ähnlichem Abstand folgen noch π Scorpii und ρ Scorpii und runden den Bogen aus vier Sternen ab, die allerdings um mindestens zwei Größenklassen dunkler als Saturn und Antares sind und in der ersten Dämmerung verblassen.

Sehenswert ist der Besuch der Mondsichel in den Morgenstunden Mitte Januar: Am 15. Januar ist der abnehmende Mond noch etwa anderthalb Handbreit von Saturn entfernt. Morgens am 16. Januar geht die Mondsichel nur anderthalb Fingerbreit rechts von dem Planeten auf. Den Morgen darauf ist sie wieder anderthalb Handbreit entfernt, jetzt links von Saturn über dem hellen Antares.


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