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Planeten im Oktober Jupiter, Mars, Saturn & Co.

Ob roter Mars, Ringplanet Saturn, helle Venus oder mächtiger Jupiter: Sie können sich im Oktober sattsehen an Planeten - von abends bis morgens. Hier finden Sie Sternkarten und alle Infos, wann und wo welcher Planet heute zu sehen ist.

Stand: 30.09.2014

Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel | Bild: colourbox.com, NASA

Am funkelnden Firmament gibt es einige besondere Lichter: die Planeten, unsere Nachbarn im Sonnensystem. Die meisten von ihnen strahlen weitaus heller als die Sterne, weil die Planeten uns viel näher sind. Oft erscheinen sie als erste Lichter abends in der Dämmerung und sind morgens als letzte noch zu sehen.

Die Planeten im Oktober

Im Oktober können Sie fast alle Planeten des Sonnensystems sehen. Abends erstrahlen kurz Saturn und Mars im Westen. Nachts stehen Neptun und Uranus günstig für Spezialisten. Der frühe Morgen gehört dem Giganten Jupiter und am Ende taucht sogar der seltene Merkur noch für einen Moment auf.

Abschied vom Herrn der Ringe

Ringplanet Saturn

Anfang Oktober können Sie abends noch einen letzten Blick auf Saturn werfen. Der große Ringplanet steht jetzt nach Sonnenuntergang nur noch knapp über dem Horizont. Er ist zwar mit einer scheinbaren Helligkeit von 0,6 mag etwas heller als die Sterne ringsum, erscheint jedoch nur noch als schwaches Licht in der frühen Abenddämmerung. Etwa bis halb acht Uhr können Sie ihn finden, danach versinkt er im Dunst des Horizonts. Ende Oktober ist Saturn nach Sonnenuntergang schon zu tief gesunken und nicht mehr zu sehen.

Saturnbedeckung durch den Mond

Mars & Saturn im Westen

Am 25. Oktober schiebt sich der Mond über Saturn und bedeckt den Planeten eine Stunde lang. Ein Ereignis für Spezialisten, denn selbst der Mond ist kaum zu sehen. Zum ersten Mal nach Neumond taucht seine Sichel wieder am Abendhimmel auf, als dünner Strich ganz tief im Südwesten. Ab 18.17 Uhr, nur zehn Minuten nach Sonnenuntergang, schiebt sich die Mondscheibe mit ihrer unbeleuchteten Seite über Saturn. Die beiden sind dann keine Handbreit mehr vom Horizont entfernt, der Himmel ist noch taghell. Beobachten können Sie die Bedeckung vermutlich nur mit einem guten Fernglas oder kleinem Teleskop. Aber blicken Sie damit keinesfalls in die untergehende Sonne!

Kriegsgott Mars profitiert vom Herbst

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Dagegen können Sie Mars, der Anfang September noch dicht bei Saturn stand, auch im Oktober noch mühelos sehen. Unser roter Nachbarplanet steht Anfang Oktober etwa eine Handspanne links von Saturn, zwei Fingerbreit über Antares im Skorpion.

Antares und Mars sind ungefähr gleich hell und etwa bis acht Uhr sichtbar. Zu der Zeit endet zu Monatsbeginn gerade die nautische Dämmerung, der Himmel ist schon recht dunkel. Ende Oktober ist Mars immer noch bis halb acht Uhr (halb sieben Uhr in Winterzeit MEZ) zu sehen. Dann ist dank der länger werdenden Herbstnächte der Himmel richtig finster.

Wettlauf mit der Sonne

Nicht nur die früheren Nächte helfen Mars, er selbst flieht vor dem Sonnenlicht gen Osten: Ende Oktober ist er fast im Schützen angelangt. Im Vergleich zu anderen Planeten rast unser äußerer Nachbar übers Firmament. Noch bis März werden wir ihn am Abend sehen können. Am 28. Oktober steht die Mondsichel etwa drei Fingerbreit über dem Planeten. Die Sternkarte dazu finden Sie etwas weiter oben bei Saturn.

Schweifstern am Marshimmel

Am 19. Oktober 2014 fliegt der Komet Siding Spring ganz dicht an Mars vorbei. (grafische Illustration) | Bild: NASA zum Artikel Komet beim Mars Siding Spring sauste knapp vorbei

Am Sonntag bekam der Mars Besuch: Der Komet Siding Spring C/2013 A1 raste am 19. Oktober knapp am Roten Planeten vorbei. Die Rover auf dem Mars und die Raumsonden in seinem Orbit haben den Kometen dabei beobachtet. [mehr]

Der Mars bekommt im Oktober noch spannenderen Besuch als den Mond: Am 19. Oktober zischt der Komet Siding Spring C/2013 A1 dicht an dem Planeten vorbei, und das nicht nur aus unserem Blickwinkel. Nur rund 130.000 Kilometer Abstand hat der Schweifstern zu Mars, das ist in kosmischen Verhältnissen so wenig, dass Astronomen erst einmal nachrechnen mussten, ob der Komet mit dem Planeten zusammenstoßen könnte. Den Kometen können Sie leider nicht sehen, dazu ist er nicht hell genug. Doch die Sonden und Rover auf dem Mars werden sich das Schauspiel nicht entgehen lassen und uns sicher ein paar Schnappschüsse schicken.

Ferne Gasriesen Neptun und Uranus

Uranus und Neptun im Oktober

Danach wird es erst einmal sehr ruhig in der Herbstnacht. Nur die Sterne funkeln am Firmament. Beinahe, denn zwei Heimlichtuer haben sich unter ihnen versteckt: Neptun und Uranus. Mit einem Fernglas oder kleinem Teleskop können Sie die fernen Gasplaneten finden. Um acht Uhr endet die nautische Dämmerung, zum Monatsende ist es sogar schon komplett finster. Ab jetzt können Sie sich im Südosten auf die Suche nach den beiden machen.

Neptun nur im Teleskop sichtbar

Uranus und Neptun

Neptun, der äußerste der Planeten ist jedoch so weit von uns entfernt, dass Sie sein schwaches Licht mit nur 7,9 mag scheinbarer Helligkeit nur mit einem Fernglas oder kleinem Teleskop entdecken können. Dafür sind im Moment die Bedingungen günstig: Um elf Uhr abends, Ende Oktober schon zwei Stunden früher, steht Neptun im Süden an seiner höchsten Position.

Uranus: für scharfe Augen

Uranus ist ein klein wenig später dran und steht ein bisschen tiefer, ist aber ebenfalls ab acht Uhr abends bequem zu finden. Er steht am 7. Oktober in Opposition und ist uns somit so nah wie das ganze Jahr nicht: "nur" 2,84 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Fast drei Stunden braucht das Licht von ihm zu uns. Doch immerhin ist Uranus so viel näher als Neptun, dass Sie ihn gerade noch mit bloßem Auge sehen können, vor allem jetzt in der klareren Herbstluft. Es braucht ein wenig Übung, denn Uranus wirkt mit einer scheinbarer Helligkeit von 5,7 mag wie ein schwacher Stern. Im Teleskop zeigt er sich als blassgrünes Scheibchen.

Beide Planeten stehen in den unscheinbaren Sternbildern Fische und Wassermann, sodass um sie herum keine hellen Sterne stören. Nur der Mond vereitelt die Suche, wenn er vom 4. bis 9. Oktober an ihnen vorbeizieht.

Jupiter erobert die Nacht

Heller Jupiter mit seinen Monden

Die Nächte im Oktober brechen nicht nur früher herein, sie dauern auch morgens länger. Für alle, die noch im Dunkeln raus müssen, gibt es aber hellen Trost: Jupiter erstrahlt am Morgenhimmel. Der größte Planet des Sonnensystems ist auch am Firmament ein Gigant:

Heller als der hellste Stern

Seine Scheibe misst 35 Bogensekunden im scheinbaren Durchmesser und übertrifft mit einer scheinbaren Helligkeit von -2,0 mag alle Sterne bei Weitem. Selbst Sirius, der hellste Stern des Nordhimmels, der ein Stück rechts von Jupiter erstrahlt, ist eine halbe Größenklasse schwächer als Jupiter.

Heller Jupiter am Morgenhimmel

Ab halb vier lässt sich der Planet Anfang Oktober im Osten blicken, zum Monatsende sogar schon ab zwei Uhr. Um sechs Uhr morgens, wenn der Morgen dämmert, steht er bereits hoch am Himmel. Er stürmt dem Löwen voran, dem großen Frühlingssternbild. Und wenn Sie besonders viel Glück haben, erstrahlt um Jupiter herum auch noch das Tierkreislicht, dass jetzt im Oktober morgens manchmal zu sehen ist. Wenn sich dann noch die Mondsichel dazugesellt, sollten Sie die Kamera zücken. Morgens am 17. Oktober ist der abnehmende Mond rechts über Jupiter, am 18. Oktober nur drei Fingerbreit unter Jupiter.

Seltener Gast Merkur taucht auf

Ende Oktober erscheint am Morgen noch ein Planet, den Sie nicht oft zu Gesicht bekommen: Merkur. Der innerste Planet unseres Sonnensystems ist so dicht bei der Sonne, dass er nur selten am halbwegs dunklen Firmament auftaucht. Doch jetzt im Oktober verläuft die Planetenebene (Ekliptik) morgens im Osten so steil, dass Merkur ein gutes Stück emporklettert, bevor das Sonnenlicht ihn erreicht.

Merkur kurz zu sehen

Etwa ab dem 25. Oktober können Sie ihn entdecken, vielleicht schon ein, zwei Tage eher. Merkur geht in diesen letzten Oktobertagen zwischen Viertel nach fünf und halb sechs Uhr (Winterzeit MEZ) auf und macht sich etwa ab sechs Uhr (Winterzeit MEZ) drei bis vier Fingerbreit über dem Horizont bemerkbar. Der Himmel dämmert um diese Uhrzeit schon, ist aber noch relativ dunkel. Merkur dagegen ist ein gleißendes Pünktchen: Die scheinbaren Helligkeit des Planeten steigert sich um mehr als eine Größenklasse von 0,8 mag am 25. Oktober auf -0,4 mag zum Monatsende. Dafür ist Merkur winzig klein: Nur etwa acht Bogensekunden misst er im scheinbaren Durchmesser, nicht mal ein Viertel von Jupiters scheinbarem Durchmesser. Jupiter kann Ihnen helfen, Merkur zu finden. Denn auch Jupiter ist in der Morgendämmerung noch gut zu sehen, hoch im Südosten. Ziehen Sie von Jupiter eine Linie nach Osten, dann treffen Sie dicht am Horizont auf Merkur. Diese Linie ist die Ekliptik.

Merkur neben der Mondsichel

Tagtäglich ist Merkur ein wenig besser zu sehen. Sein Abstand zur Sonne vergrößert sich, bis der Planet am 1. November mit 18,7 Grad (eine knappe Handspanne breit) seinen größten seitlichen Abstand zur Sonne erreicht. Und die Morgendämmerung setzt immer später ein. Erst nach halb sieben wird der Himmel so hell, dass Merkur in der Dämmerung verblasst.

Im Sonnenlicht verborgen

Nur ein Planet lässt sich im Oktober gar nicht blicken: die Venus. Unsere innere Nachbarin, die lange als Morgenstern strahlte, zieht gerade hinter der Sonne vorbei. Am 25. Oktober steht sie aus unserer Sicht genau hinter der Sonne. Erst zum Jahresende wird sie wieder auftauchen: als Abendstern im Westen.


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