Venus, Mars & Co. Planeten von spät bis früh
Drei Planeten erstrahlen im Mai, sobald der Himmel etwas dunkelt: Abendstern Venus leitet den Reigen an, ihr folgen der rote Mars und der große Saturn. Die frühen Morgenstunden haben noch zwei Planeten für scharfe Augen zu bieten.
Tausend Stern' am Himmel stehn - und darunter meist ein paar besonders helle, die gar keine Sterne sind: Die Planeten strahlen oft heller als echte Sterne, weil sie uns viel näher sind. Oft erscheinen sie als erste Lichter in der Abenddämmerung und sind morgens die letzten, die noch zu sehen sind.
Alle Planeten von West nach Ost im Überblick
Planeten fotografiert?
Drei große, helle Planeten erstrahlen im Mai: Abendstern Venus rast auf uns zu und wird immer größer. Der rote Mars ist noch hoch im Westen. Und der Ringplanet Saturn mausert sich. Und wer noch nicht genug hat, kann versuchen, den fernen Gasriesen Neptun und den Zwerg Pluto zu finden.
Helle Sichel der Venus im Westen
Sobald der Maihimmel nach Sonnenuntergang dämmert, taucht im Westen die strahlende Venus auf. Seit dem Winter begleitet uns der helle Abendstern. Jetzt nimmt er seinen Abschied: Anfang Mai steht die Venus zu Beginn des Abends noch recht hoch im Westen, unübersehbar. Mit -4,5 mag scheinbarer Helligkeit ist sie - vom Mond abgesehen - das hellste Objekt, das es an unserem Nachthimmel gibt. Erst nach Mitternacht geht sie unter, bis nach elf Uhr ist sie gut zu sehen.
Abschied des Abendsterns
Zum Monatsende ist die Venus vom Abendhimmel verschwunden, denn sie wird Anfang Juni vor der Sonne vorbeiziehen und dann zum Morgenstern werden. Doch als echte Diva macht sie ihren Abgang spannend. Sie sollten unsere Nachbarin Ende Mai unbedingt im Auge behalten, denn so wie jetzt werden Sie die Venus selten sehen! Mehr über die spannende Venus im Mai auf einer eigenen Seite.
Roter Mars im Löwen
Wenn Sie sich an der Venus sattgesehen haben, dann schauen Sie hoch in den Südwesten zum großen Frühlingssternbild Löwe: Dort ist nämlich unser anderer Nachbar zu finden, der rote Mars. Mit nur etwa neun Bogensekunden scheinbarer Größe und 0,5 mag scheinbarer Helligkeit ist er im Vergleich zur Venus viel bescheidener, doch die Sterne um sich herum übertrifft Mars deutlich.
Professor Lesch erklärt's
Allerdings rutscht er jetzt im Mai schon deutlich in den Westen ab. Wenn der Himmel gegen elf Uhr abends allmählich richtig dunkel wird, steht der Planet noch recht hoch am Firmament. Doch dann sinkt er dem Horizont entgegen. Zwischen vier Uhr (Anfang Mai) und zwei Uhr (am Monatsende) geht er unter. Doch bis zum Winter wird der Mars noch zu sehen sein, denn er eilt der Erde schnell hinterher.
Steckbriefe der Planeten
Am 1. Mai führt Sie der Mond zum Mars: Eine knappe Handbreit über der wachsenden Mondscheibe finden Sie den Planeten. Ende Mai gibt's noch eine Gelegenheit, dieses Wettleuchten zu sehen: Am 28. Mai kommt der Mond ein zweites Mal bei Mars an und steht rechts unter ihm, am Abend darauf dann schon links unter ihm.
Saturn, der Herr der Ringe
Professor Lesch erklärt's
Ein gutes Stück links vom Mars prangt ein weiterer Planet am Firmament: Saturn erscheint, sobald der Himmel dunkel genug geworden ist. Gegen Mitternacht, Ende Mai schon zwei Stunden früher, steht der große Ringplanet an seiner höchsten Position im Süden. Er bildet ein auffälliges Paar mit Spika, dem hellsten Stern der Jungfrau, die nur zwei Fingerbreit unter ihm steht. Eine Sternkarte für Saturn im Mai finden Sie etwas höher auf dieser Seite beim Planeten Mars.
Mit einer scheinbaren Größe von mehr als 18 Bogensekunden wirkt Saturn am Firmament fast doppelt so groß wie Mars, Saturns scheinbare Helligkeit von 0,5 mag ist aber wenig auffällig. Doch es lohnt sich, den Ringplaneten einmal genauer zu betrachten, vielleicht durch das Teleskop einer Sternwarte in Ihrer Nähe: Saturns Ringebene ist um mehr als zwölf Grad zum Planeten geneigt und deutlich zu sehen. Am 4. Mai ist der fast volle Mond bei Saturn und weist Ihnen den Weg. Und am Monatsletzten kommt der Erdtrabant auch bei Saturn noch ein zweites Mal vorbei.
Saturns Ringe öffnen sich
Sehenswerte Ringe
Es lohnt sich, Saturn durchs Teleskop zu betrachten, denn seine gewaltigen Ringe bieten einen immer wechselnden Anblick: Mal können wir auf die Ringebene blicken, mal sehen wir nur ihre Kante wie einen Strich vor dem Planeten.
Saturn kippt
Der Grund dafür: Die Ebene von Saturns Ringen ist geneigt zur Ekliptik, der Ebene der Planeten. In den knapp dreißig Jahren, in denen er einmal um die Sonne reist, neigt er uns daher mal seine Südhalbkugel zu, mal die Nordhalbkugel. Und dazwischen, ganz selten, auch mal die Kante der Ringe ...
Auf die Kante
Im Wechsel dazwischen gibt es immer einen Moment, an dem die Erde sich genau auf der gleichen Ebene wie Saturns Ringe befindet - die Kantenstellung, die die Ringe fast verschwinden lässt. Dieser Moment trat im September 2009 ein - da war Saturn an unserem Nachthimmel leider nicht zu sehen. Seither öffnen sich die Ringe für uns langsam wieder.
Ab in den Norden
Wir blicken immer mehr auf die Nordhalbkugel des Planeten. Im Jahr 2017 wird Saturns Norden maximal zu uns "gekippt" sein, dann erscheinen die Ringe am breitesten. Danach neigt sich Saturn allmählich wieder zurück, bis wir 2025 wieder auf die Kante der Ringebene blicken.
Jedes Jahr gibt es einige Monate, in denen Saturn um ein paar Grad "zurückkippt": Während der Oppositionsschleife ist auch die scheinbare Bewegung der Ringebene rückläufig, die nur aus der Stellung der Erde zu Saturn entsteht.
Zwerg Pluto gegen Morgen
Für Spezialisten mit Teleskop hat der Maihimmel noch ein Schmankerl parat: Pluto ist zu sehen. Doch der ferne Zwergplanet ist ein schwieriges Objekt: Sie brauchen ein Teleskop mit mindestens 25 Zentimetern Spiegelöffnung, um den Winzling am Rande des Sonnensystems zu entdecken. Und der Mai ist dafür immer noch ungünstig, denn erst in der Morgendämmerung erreicht Pluto seine höchste Position. Doch ab etwa drei Uhr nachts, Ende Mai schon eine Stunde früher, ist der Zwerg im Osten zu finden. Rund um den 9. Mai stört allerdings der helle Mond.
Ferne blaue Murmel Neptun
Noch nicht genug? Einen Planeten haben wir noch im Mai: In den Morgenstunden taucht der ferne Gasriese Neptun im Osten auf. Ab Mitte Mai können Sie ihn ab vier Uhr morgens über dem Horizont im Osten finden, zum Monatsende schon um drei Uhr.
Im Sonnenlicht verborgen
Drei Planeten sind im Mai gar nicht zu sehen: Uranus geht zwar noch vor der Sonne auf, bleibt aber zu tief am Horizont, bis die Dämmerung einsetzt. Jupiter und Merkur ziehen beide gerade hinter der Sonne vorbei und bleiben ebenfalls unsichtbar.

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