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Planeten im April Jupiter, Venus & Co.

Im April können Sie vier strahlende Planeten am Nachthimmel entdecken, vom Riesen Jupiter über den schnellen Mars, den Saturn mit seinen Ringen bis zur hellen Venus. Welcher Planet wann und wo heute zu sehen ist - Sternkarten und alle Infos finden Sie hier.

Stand: 01.04.2014
Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel | Bild: colourbox.com, NASA

Am funkelnden Firmament gibt es ein paar ganz besondere Lichter: die Planeten, unsere Nachbarn im Sonnensystem. Die meisten von ihnen strahlen weitaus heller als die Sterne, weil die Planeten uns viel näher sind. Oft erscheinen sie als erste Lichter abends in der Dämmerung und sind morgens als letzte noch zu sehen.

Die Planeten im April

Vier strahlend helle Planeten führen Sie im April durch die Nacht, von abends bis morgens: Denn Anfang macht der Gigant Jupiter, der schon seit Monaten unübersehbar am Himmel prangt. Unser Nachbar Mars hat jetzt seine beste Zeit: ganz nah und hell. Saturn breitet seine Ringe in später Nacht aus und morgens erstrahlt die Venus als Morgenstern.

Gigant Jupiter beherrscht die Nacht

Heller Jupiter mit seinen Monden

Schon in der ersten Abenddämmerung wird Ihnen hoch im Südwesten ein helles Licht auffallen: Jupiter, der Gigant. Seine scheinbare Helligkeit von -2,2 mag übertrifft alle Sterne bei Weitem. Und sein scheinbarer Durchmesser von rund 36 Bogensekunden lässt den größten Planeten des Sonnensystems schon durch ein Fernglas als großes Scheibchen erkennen.

Planet Jupiter im April

Den ganzen Herbst und Winter hat Jupiter uns mit seinem ruhigen, weißen Licht durch die Nacht geführt, jetzt zieht er sich allmählich zurück: Wenn um zehn Uhr abends der Himmel langsam richtig finster wird, ist er schon deutlich in den Westen gesunken. Über dem Planeten erstrahlen die beiden hellen Zwillinge Kastor und Pollux, unter ihm versinken gerade die Winter-Sternbilder Orion und Stier. Bis nach ein Uhr können Sie ihn noch sehen - Anfang April etwas länger, zum Monatsende nicht ganz so lang. Zwischen halb vier (Monatsanfang) und halb zwei (Ende April) Uhr nachts geht Jupiter unter.

Planet Jupiter

Zu Monatsbeginn liefert sich der helle Planet ein Wettleuchten mit dem Mond. Am 5. April ist die wachsende Mondsichel eine gute Handbreit unter Jupiter zu sehen. Am 6. April ist sie nur noch drei Fingerbreit von dem Planeten entfernt. Und am Abend darauf ist der Mond schon mehr als eine Handbreit an ihm vorbei gezogen.

Nachbar Mars kommt dicht heran

Der rote Planet Mars

Wenn dann der Himmel noch etwas dunkler wird, erscheint im Osten schon der nächste Planet: Unser Nachbar Mars geht etwa bei Sonnenuntergang auf und wird nach neun Uhr sichtbar. Er ist zur Zeit in der Jungfrau, nicht weit von deren hellstem Stern Spika entfernt, den der Mars inzwischen an Helligkeit weit übertrifft: Mit -1,3 mag scheinbarer Helligkeit ist unser kleiner Nachbar zwar ein Stück dunkler als Jupiter, doch die Sterne machen ihm keine Konkurrenz. Selbst die Spika ist mehr als zwei Größenklassen schwächer. Sein Scheibchen ist mit 14,6 Bogensekunden scheinbaren Durchmessers etwa halb so groß wie das Jupiters. Kein Wunder: Der große Gasplanet Jupiter misst im Durchmesser mehr als zwanzigmal soviel wie Mars, der nur halb so groß ist wie die Erde (im Durchmesser).

Mars in Opposition

Doch während Jupiter mehr als 750 Millionen Kilometer von uns entfernt ist, ist uns der Mars gerade ganz nah: Knapp 93 Millionen Kilometer trennen unseren Nachbarn von uns. Näher geht es kaum: Mars ist am 8. April in Opposition, der Sonne genau gegenüber. Und damit der Erde so nah, wie er ihr nur alle zwei Jahre kommt. So groß und hell wie jetzt werden Sie den Mars erst wieder im Mai 2016 sehen.

Falsch herum durch die Jungfrau unterwegs

Die Oppositionsschleife

Weil ihn die Erde zur Zeit der Opposition auf der Innenbahn überholt, scheint Mars am Firmament gerade rückwärts zu laufen: Er zieht die sogenannte Oppositionsschleife und bewegt sich nach rechts durch die Sternbilder gen Westen, während Planeten normalerweise ostwärts über den Himmel ziehen. Wenn Sie Mars im April öfter beobachten, werden Sie erkennen, dass er eine beachtliche Strecke durch die Jungfrau zurücklegt: Ist die Spika anfangs noch knapp unter Mars, steht er am Monatsende weit rechts über ihr. Ende Mai wird ihn jedoch die Sehnsucht packen: Dann kehrt Mars wieder um und kehrt zur Spika zurück.

Mars und Saturn am Aprilhimmel

Einer nutzt diese kurze Trennung aus und drängt sich zwischen die beiden: der Mond. Am 13. April pirscht er sich heran, noch eine gute Handbreit rechts über Mars. Am Abend darauf quetscht er sich genau zwischen Spika und Mars, nur gut zwei Fingerbreit von dem hellen Planeten entfernt. Doch der Mond hat schnell genug: Am 15. April ist er schon eine Handbreit unter die Spika gezogen, ein neues Objekt der Begierde vor Augen: Der große Ringplanet Saturn ist nur zwei Handbreit entfernt!

Saturn breitet seine Ringe aus

Schon in der folgenden Nacht vom 16. auf den 17. April hat der Mond Saturn erreicht und steht keine zwei Fingerbreit rechts von dem Planeten. Der Ringplanet geht Anfang April nach elf Uhr auf, zum Monatsende schon zwei Stunden früher. Etwa anderthalb Stunden später ist er hoch genug über den Dunst des Horizonts gezogen, so dass Sie ihn beobachten können. Sein Scheibchen ist zwar mit 18 Bogensekunden scheinbaren Durchmessers etwas größer als das des Mars, doch Saturn ist mit nur 0,2 mag scheinbarer Helligkeit weitaus dunkler als unser kleiner Nachbar.

Kein Wunder: Der Gasriese ist fast anderthalb Milliarden Kilometer von uns entfernt. Eineinviertel Stunden braucht das Licht von ihm zur Erde - das von Mars nur fünf Minuten. Doch inmitten der unscheinbaren Waage ist Saturn das hellste Objekt. Alle Sterne sind mindestens zwei Größenklassen schwächer als er. Allerdings erreicht der Planet in dem tiefliegenden Sternbild nur eine geringe Höhe: Selbst an seinem höchsten Punkt im Süden, den er im April zwischen vier (Anfang April) und zwei (Monatsende) Uhr nachts erreicht, ist er nur gut zwei Handbreit über dem Horizont. Auch Saturn ist "verkehrt" herum am Firmament unterwegs. Doch seine Oppositionsschleife ist viel kleiner als die von Mars. Sie werden vermutlich kaum bemerken, wie er in der Waage nach rechts wandert. Bei Saturn sorgt die Oppositionsschleife noch für eine Besonderheit: seine Ringe kippen.

Saturns Ringe kippen kurz zurück

Sehenswerte Ringe

Ringplanet Saturn, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble | Bild: NASA

Es lohnt sich, Saturn durchs Teleskop zu betrachten, denn seine gewaltigen Ringe bieten einen immer wechselnden Anblick: Mal können wir auf die Ringebene blicken, mal sehen wir nur ihre Kante wie einen Strich vor dem Planeten.

Saturn kippt

Jahreszeitenwechsel beim Ringplanet Saturn, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble | Bild: NASA

Der Grund dafür: Die Ebene von Saturns Ringen ist geneigt zur Ekliptik, der Ebene der Planeten. In den knapp dreißig Jahren, in denen er einmal um die Sonne reist, neigt er uns daher mal seine Südhalbkugel zu, mal die Nordhalbkugel. Und dazwischen, ganz selten, auch mal die Kante der Ringe ...

Auf die Kante

Blick auf die Kante der Ringe Saturns, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble | Bild: NASA

Alle 15 Jahre gibt es einen Moment, an dem die Erde sich genau auf der gleichen Ebene wie Saturns Ringe befindet - die Kantenstellung, die die Ringe fast verschwinden lässt. Dieser Moment trat im September 2009 ein - da war Saturn an unserem Nachthimmel leider nicht zu sehen. Seither öffnen sich die Ringe für uns langsam wieder.

Ab in den Norden

Ringplanet Saturn | Bild: NASA

Wir blicken immer mehr auf die Nordhalbkugel des Planeten. Im Jahr 2017 wird Saturns Norden maximal zu uns "gekippt" sein, dann erscheinen die Ringe am breitesten. Danach neigt sich Saturn allmählich wieder zurück, bis wir 2025 wieder auf die Kante der Ringebene blicken.

Kurz zurück

Jedes Jahr gibt es einige Monate, in denen Saturn um ein paar Grad "zurückkippt": Während der Oppositionsschleife ist auch die scheinbare Bewegung der Ringebene rückläufig, die nur aus der Stellung der Erde zu Saturn entsteht.

Saturns momentane Kippbewegung, mit der er uns immer mehr seine Nordhalbkugel zuwendet, wird seit März 2014 unterbrochen. Jetzt kippt er ganz leicht zurück, die Ringebene schließt sich wieder ein kleines bisschen. Doch ab Juli kippt er wieder andersherum, die Ringe öffnen sich immer weiter.

Venus als heller Morgenstern

Venus am Morgenhimmel im April

In der Morgendämmerung gibt es im April noch einmal ein Highlight: Gegen sechs Uhr, am Monatsende schon eine Dreiviertelstunde früher, geht im Osten die Venus auf - der Morgenstern. Nichts am Firmament ist so hell wie unsere strahlende Nachbarin. Nur der Mond, dessen dünne Sichel morgens am 25. und 26. April mit ihr wetteifert. Mit einer scheinbaren Helligkeit von -4,2 mag ist die Venus selbst in der zunehmenden Dämmerung leicht zu finden.

Sie brauchen jedoch eine gute Sicht zum Horizont, denn eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang ist die Venus noch keine Handbreit über den Horizont geklettert. Sie geht zwar jeden Tag ein wenig früher auf, doch die Frühlingstage beginnen auch immer eher. Am Ende wird die Venus den Wettlauf mit der Sonne verlieren - aber erst im Herbst. Bis dahin können wir sie noch als Morgenstern entdecken.

Im Sonnenlicht verborgen

Drei Planeten sind im April gar nicht zu sehen, weil sie sich zu dicht beim hellen Sonnenlicht befinden: Merkur ist zu Monatsbeginn unter der Venus am Morgenhimmel, zu tief in der Dämmerung. Danach rast er der Sonne entgegen und befindet sich am 26. April hinter ihr in der oberen Konjunktion. Auch die Gasriesen Uranus und Neptun stehen am Morgenhimmel, Neptun sogar höher als die Venus. Doch die beiden sind so lichtschwach, dass sie in der hellen Dämmerung unsichtbar bleiben.


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