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Planeten im Juli Mars, Venus, Saturn & Co.

Ob roter Mars, Saturn mit seinen Ringen, die helle Venus oder der winzige Merkur: Sie können sich im Juli sattsehen an Planeten. Welcher Planet heute wann und wo zu finden ist, zeigen wir Ihnen mit Sternkarten und allen Infos.

Stand: 01.07.2014
Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel | Bild: colourbox.com, NASA

Am funkelnden Firmament gibt es ein paar ganz besondere Lichter: die Planeten, unsere Nachbarn im Sonnensystem. Die meisten von ihnen strahlen weitaus heller als die Sterne, weil die Planeten uns viel näher sind. Oft erscheinen sie als erste Lichter abends in der Dämmerung und sind morgens als letzte noch zu sehen.

Die Planeten im Juli

Im Juli können Sie fast alle Planeten des Sonnensystems sehen, zumindest kurz. Den Anfang machen schon am frühen Abend der rote Mars und der Ringplanet Saturn. Spezialisten können nachts dann Neptun und Uranus beobachten. Und morgens erscheinen vor der Sonne noch die helle Venus und der kleine Merkur als strahlende Morgensterne.

Mars jagt durch die Sommernacht

Der rote Planet Mars

Die kurze Sommernacht gehört einem schnellen Planeten: Mars dominiert das Firmament, sobald es um zehn Uhr langsam dunkel geworden ist. Unser Nachbarplanet hat seine beste Zeit längst hinter sich, doch noch steht er halbwegs hoch in der Jungfrau. Seine scheinbare Helligkeit sinkt zwar im Juli von 0 auf 0,4 mag. Dennoch fällt er mit seinem deutlich rötlichen Licht unter den Sternen auf. Selbst der hellste Stern der Jungfrau, die Spika, ist ein wenig dunkler als Mars.

Mars & Spika: ein auffälliges Paar

Mars und Saturn im Juli

Die blasse Schöne lockt den Kriegsgott. Die beiden bilden im Juli ein sehr auffälliges Paar: Anfangs ist Mars noch etwa drei Fingerbreit rechts der Spika, doch dann eilt unser schneller Nachbar auf sie zu, bis er am 13. Juli keinen Fingerbreit weit über ihr steht. Aber Mars verweilt nicht: Er rast so schnell weiter, dass er Ende Juli schon eine Handbreit links der Spika zu finden ist.

Nur noch wenig Zeit für den schnellen Planeten

Mars braucht für eine Runde um die Sonne nur zwei Jahre. Er rast uns also ständig hinterher. Dennoch holt ihn die Sonne langsam ein, das wird in den kurzen Julinächten besonders deutlich: Anfang Juli geht Mars kurz nach ein Uhr unter. Zum Monatsende dann schon vor Mitternacht. Immer etwa eine Stunde davor versinkt er bereits im Dunst des Horizonts im Westen. So bleibt am Abend nur wenig Zeit, den Planeten zu sehen.

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Am 5. Juli rückt ihm der Halbmond zu Leibe und steht knappe zwei Fingerbreit rechts von Mars. Einen Abend später ist der Mond an Mars und Spika bereits vorbei gezogen und leuchtet jetzt ein paar Fingerbreit links der beiden.

Saturn breitet seine Ringe aus

Am 7. Juli erreicht die wachsende Mondscheibe dann schon den nächsten Planeten: Saturn erwartet sie in der Waage, zweieinhalb Handbreit links von Mars. Der große Ringplanet ist etwa genauso hell wie Mars, doch sein Scheibchen ist mit einer scheinbaren Größe von mehr als 17 Bogensekunden fast doppelt so groß wie das des Mars. In Wirklichkeit ist der große Gasplanet im Durchmesser fast 18-mal größer als unser steinerner Nachbar, aber auch etwa zehnmal weiter weg.

Dreißig Jahre braucht Saturn für eine Umrundung der Sonne. Und wartet also geduldig ab, bis der hektische Mars an ihm vorbeiflitzt. Wie vor zwei Jahren, als Saturn noch dort in der Jungfrau war, wo Mars jetzt ist. Ende Juli ist Mars nur noch anderthalb Handbreit von ihm entfernt. Auch für Saturn ist die Zeit knapp im Juli: Anfang des Monats können Sie ihn noch bis ein Uhr nachts sehen, am Monatsende zwei Stunden kürzer. Durch ein gutes Fernglas oder kleines Teleskop betrachtet, zeigt Saturn dann seinen größten Schatz: die Ringebene, die sich um den Planeten zieht.

Saturns Ringe kippen hin und her

Sehenswerte Ringe

Ringplanet Saturn, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble | Bild: NASA

Es lohnt sich, Saturn durchs Teleskop zu betrachten, denn seine gewaltigen Ringe bieten einen immer wechselnden Anblick: Mal können wir auf die Ringebene blicken, mal sehen wir nur ihre Kante wie einen Strich vor dem Planeten.

Saturn kippt

Jahreszeitenwechsel beim Ringplanet Saturn, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble | Bild: NASA

Der Grund dafür: Die Ebene von Saturns Ringen ist geneigt zur Ekliptik, der Ebene der Planeten. In den knapp dreißig Jahren, in denen er einmal um die Sonne reist, neigt er uns daher mal seine Südhalbkugel zu, mal die Nordhalbkugel. Und dazwischen, ganz selten, auch mal die Kante der Ringe ...

Auf die Kante

Blick auf die Kante der Ringe Saturns, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble | Bild: NASA

Alle 15 Jahre gibt es einen Moment, an dem die Erde sich genau auf der gleichen Ebene wie Saturns Ringe befindet - die Kantenstellung, die die Ringe fast verschwinden lässt. Dieser Moment trat im September 2009 ein - da war Saturn an unserem Nachthimmel leider nicht zu sehen. Seither öffnen sich die Ringe für uns langsam wieder.

Ab in den Norden

Ringplanet Saturn | Bild: NASA

Wir blicken immer mehr auf die Nordhalbkugel des Planeten. Im Jahr 2017 wird Saturns Norden maximal zu uns "gekippt" sein, dann erscheinen die Ringe am breitesten. Danach neigt sich Saturn allmählich wieder zurück, bis wir 2025 wieder auf die Kante der Ringebene blicken.

Kurz zurück

Jedes Jahr gibt es einige Monate, in denen Saturn um ein paar Grad "zurückkippt": Während der Oppositionsschleife ist auch die scheinbare Bewegung der Ringebene rückläufig, die nur aus der Stellung der Erde zu Saturn entsteht.

Saturns momentane Kippbewegung, mit der er uns immer mehr seine Nordhalbkugel zuwendet, wird seit März 2014 unterbrochen. Jetzt kippt er ganz leicht zurück, die Ringebene schließt sich wieder ein kleines bisschen. Doch ab dem 20. Juli kippt er wieder andersherum, die Ringe öffnen sich immer weiter.

Ferne Gasriesen Neptun und Uranus

Uranus und Neptun in der Ferne

Wenn Sie mit einem guten Fernglas ausgerüstet sind und noch etwas Geduld aufbringen, können Sie in später Julinacht noch zwei ferne Planeten sehen: Neptun und Uranus erscheinen. Gegen Mitternacht, Ende Juli dann schon zwei Stunden früher, geht im Osten Neptun auf, der äußerste der Planeten. Er ist so weit von uns entfernt, dass Sie sein schwaches Licht mit nur 7,9 mag scheinbarer Helligkeit nur mit einem Fernglas oder kleinem Teleskop entdecken können. Und erst eine gute Stunde nach seinem Aufgang ist Neptun hoch genug über den Dunst des Horizonts geklettert. Zu Monatsbeginn können Sie Neptun also frühestens um ein Uhr finden. Eine Stunde später setzt aber bereits die erste Morgendämmerung ein. Doch Ende Juli bleiben Ihnen schon wieder vier Stunden zur Beobachtung des Planeten. Erst nach drei Uhr beginnt dann der Morgen zu dämmern, wenn Neptun gerade seine höchste Position im Süden einnimmt. Vom 13. bis 17. Juli stört allerdings der Mond mit seinem Licht.

Etwas mehr als eine Stunde nach Neptun erscheint sein Nachbar Uranus. Er ist uns ein wenig näher und daher bei idealen Bedingungen gerade noch mit bloßem Auge zu sehen. Anfang Juli ist Uranus frühestens ab halb drei Uhr hoch genug über dem Horizont im Osten, dann dämmert es leider schon ein wenig. Ende Juli sind die Bedingungen deutlich besser: Schon um halb eins könnten Sie Uranus erblicken. Und bis zur ersten Dämmerung nach drei Uhr hat er schon ordentich an Höhe gewonnen. Vom 17. bis 20. Juli wird Uranus vom Mondlicht überstrahlt.

Venus als heller Morgenstern

Was die Venus so hell macht

In den Morgenstunden gibt es im Juli noch ein buchstäbliches Highlight am Firmament: Die Venus erscheint als strahlender Morgenstern im Osten. Zwar nähert sich unsere innere Nachbarin immer weiter der Sonne, doch die steile Planetenebene (Ekliptik) am Morgen sorgt dafür, dass die Venus jetzt besser zu sehen ist als in den vergangenen Monaten: Anfang Juli geht sie um 3.25 Uhr auf - der früheste Venus-Aufgang des Jahres, fast zwei Stunden vor der Sonne. Ab etwa vier Uhr wird sie dicht über dem Horizont sichtbar, wenn der Morgen gerade dämmert.

Die Venus ist nicht zu übersehen: Mit einer scheinbaren Helligkeit von -3,9 mag ist die Venus das hellste, was der Himmel nach Sonne und Mond zu bieten hat - weitaus heller als alle Sterne. Ihr 11 Bogensekunden messendes Scheibchen sollte daher noch eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang zu sehen sein. Was die Venus so hell macht, verrät Ihnen ein Klick aufs Bild.

Unsere eilige Nachbarin

Morgensterne Venus und Merkur

Die Venus rast übers Firmament. Anfang Juli steht der Planet im Stier unter den Plejaden, die beim Aufgang der Venus gerade noch zu sehen sind. Ende Juli ist die Venus dann schon bis in die Zwillinge gezogen. Jetzt ist sie frühestens ab halb fünf Uhr im Osten zu finden, aber immer noch mehr als eine Stunde lang zu sehen. Besonders hübsch ist der Anblick am Morgen des 24. Juli, wenn die zarte Mondsichel nur gut drei Fingerbreit rechts der Venus erscheint. Auch am nächsten Morgen sehen Sie vielleicht noch einmal die Mondsichel, tief am Horizont, fast eine Handbreit unter dem hellen Morgenstern.

Seltener Merkur kurz zu Gast

Und an diesem Morgen, dem 25. Juli, sollten Sie sich etwas Zeit und am besten ein Fernglas nehmen und ganz genau hinsehen: Fast ebensoweit links vom Mond, genauso tief am Horizont wie er, können Sie bei sehr klarer Sicht ein winziges, helles Pünktchen in der Morgendämmerung finden: Merkur ist gerade für ein paar Tage sichtbar! Sein Scheibchen ist mit nur 6 Bogensekunden scheinbaren Durchmessers nur halb so groß wie das der Venus. Und mit einer scheinbaren Helligkeit von etwa -1 mag ist er um rund drei Größenklassen dunkler. Doch vom 18. bis 26. Juli können Sie ihn bei günstigen Sichtbedingungen finden. Eine rare Gelegenheit, denn der innerste Planet des Sonnensystems taucht nur selten in der Dämmerung auf.

Wenn Sie sich frühmorgens aufmachen, um Merkur und die Venus zu sehen, dann gibt es vielleicht noch ein Sahnehäubchen obendrauf: Ganz in der Nähe der beiden zieht gerade Komet Jacques vorbei - und ist womöglich hell genug, dass Sie ihn finden!

Im Sonnenlicht verborgen

Nur ein Planet lässt sich im Juli gar nicht blicken: Jupiter, der größte Planet des Sonnensystems. Winter und Frühjahr hat er uns die Nächte erhellt, doch jetzt ist er hinter der Sonne verschwunden. Am 24. Juli steht er in Konjunktion mit ihr. Mitte August wird er allmählich wieder zum Vorschein kommen. Doch davon mehr im nächsten Monat.


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