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Venus, Jupiter & Co. Planetenreigen von abends bis morgens

Im Mai lohnt sich der Blick an den Himmel: Fast alle unsere Planeten sind am Firmament zu finden! Die drei hellsten davon liefern sich zudem ein spannendes Wettrennen. Doch Sie müssen schnell sein, um das zu sehen. Wir verraten Ihnen, wie schnell.

Stand: 01.05.2013
Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel | Bild: colourbox.com, NASA

Tausend Stern' am Himmel stehn - darunter meist ein paar besonders helle, die gar keine Sterne sind: Die Planeten (früher auch "Wandelsterne" genannt) strahlen meist heller als echte Sterne, weil sie uns viel näher sind. Oft erscheinen sie als erste Lichter in der Abenddämmerung und sind morgens die letzten, die noch zu sehen sind.

Im Mai zu sehen

Im Mai können Sie sich so richtig sattsehen an Planeten, auch wenn ein paar davon noch schwierige Objekte sind. Abends gibt es einen wahren Reigen der Abendsterne Jupiter, Venus und Merkur. Saturn erstrahlt die ganze Nacht und morgens tauchen Pluto und Neptun auf.

Reigen der Abendsterne

Gut, dass die Sonne im Mai erst zwischen halb neun und neun Uhr untergeht. So haben Sie nach Feierabend genügend Zeit, sich fürs Sternegucken bereit zu machen. Denn gleich nach Sonnenuntergang wird es richtig spannend am Firmament. Tief im Westen tummeln sich die drei hellsten Planeten unseres Himmels und liefern sich ein Wettrennen. Schade nur, dass die Weißen Nächte im Mai so lange dämmern, denn damit wird es richtig schwer, die drei zu finden. Wir helfen Ihnen:

Abschied des Riesen Jupiter

Planet Jupiter

Den Anfang macht Jupiter. All die vergangenen Monate hat uns sein ruhiges, weißes Licht begleitet, unübersehbar am Himmel. Der größte Planet des Sonnensystems wirkt auch am Firmament gigantisch: Seine Scheibe hat einen scheinbaren Durchmesser von 33 Bogensekunden.

Und Jupiter ist viel, viel heller als alle Sterne: -2 mag scheinbare Helligkeit. Anfang Mai steht er eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang noch eine gute Handspanne über dem Horizont und macht sich allmählich in der Dämmerung bemerkbar. Erst gegen halb zwölf Uhr geht er unter. Zum Monatsende versinkt der Gasplanet allerdings schon um zehn Uhr, nur eine Stunde nach Sonnenuntergang. Keine Chance, ihn dann noch zu sehen.

Abendstern Venus taucht auf

Bis dahin haben ihm aber auch schon zwei andere Planeten die Show geklaut: Denn als Zweite taucht unter Jupiter im Mai die Venus auf. Zu Monatsbeginn ist sie noch kaum zu finden. Sie ist noch so dicht bei der Sonne, dass sie schon eine Dreiviertelstunde nach ihr untergeht, um Viertel nach neun Uhr. Doch jeden Abend klettert sie ein Stück höher und ist nach wenigen Tagen im Fernglas, dann auch mit bloßem Auge zu sehen.

Helle Venus

Einmal entdeckt, ist unser Abendstern unübersehbar, denn die Venus ist das Hellste, was es nach Sonne und Mond am Himmel gibt: Mit einer scheinbaren Helligkeit von -3,9 mag übertrifft sie schon jetzt Jupiter um fast zwei Größenklassen. Dafür ist ihr Scheibchen viel kleiner als seines, mit nur zehn Bogensekunden scheinbarer Größe.

Hauchzarter Mond beim hellen Duo

Venus, Jupiter & der Mond

Eine besonders gute Gelegenheit, Jupiter und Venus in der Abenddämmerung zu finden, bietet sich am 11. Mai. Tief im Westen erscheint nach Sonnenuntergang die hauchdünne Mondsichel, erstmals nach Neumond. Schon um neun Uhr ist sie nur mehr eine Handbreit vom Horizont entfernt, es bleibt Ihnen also nicht viel Zeit. Eine Handbreit links über dem Mond erstrahlt Jupiter. Und etwas näher rechts unter der Sichel taucht die Venus auf, so tief, dass Sie womöglich noch ein Fernglas brauchen.

Mondsichel dicht bei der Venus

Am 12. Mai ist die Mondsichel schon deutlich nach oben gewandert und steht zwei Fingerbreit links von Jupiter. Der dritte im Bunde, Merkur, der bald hier auftauchen wird, befindet sich jetzt genau hinter der Sonne. Aber nicht mehr lange, der rasende Götterbote nimmt Anlauf.

Wettlauf mit Merkur

Schauen Sie im Mai öfter mal nach Venus und Jupiter, denn da tut sich was: Während Jupiter jeden Abend etwas tiefer steht, rast die Venus auf ihn zu. Als innerer Planet bewegt sie sich viel schneller übers Firmament. Doch Ende Mai tritt jemand auf, mit dem auch die Venus nicht mehr Schritt halten kann:

Wettlauf der Abendsterne

Merkur reiht sich in den Reigen der Abendsterne ein. Anfangs ist er noch unsichtbar tief im Westen, doch etwa ab dem 23. Mai werden Sie ihn finden, keinen Fingerbreit rechts von seiner Nachbarin Venus, drei Fingerbreit rechts unter Jupiter. Merkur, der innerste Planet unseres Sonnensystems, ist viel kleiner: Nur 6 Bogensekunden misst sein Scheibchen. Und mit -1 mag ist er auch dunkler als Venus und Jupiter. Es ist schwer, die drei zu finden, denn bei Sonnenuntergang gegen neun Uhr sind sie nur noch eine Handbreit vom Horizont entfernt und sinken immer tiefer in dessen dunstige Schichten.

Jetzt zieht der schnelle Merkur an Venus und Jupiter vorbei: Am 25. Mai bilden die drei ein enges Dreieck und sind voneinander nur je einen Fingerbreit entfernt. Einen Abend später ist die Venus knapp rechts von Jupiter, Merkur schon deutlich über beiden. An den letzten Abenden im Mai zieht sich die Dreierkette langsam weiter auseinander, bis sie eine lange Linie bildet: Merkur ganz oben, darunter Venus und unter ihr, aber nicht mehr zu sehen: Jupiter.

Saturn, der Herr der Ringe

Der Ringplanet Saturn im Mai

Sobald der Abendhimmel im Mai etwas dunkler wird, erstrahlt im Südosten ein besonderes Licht: Saturn macht sich bemerkbar. Mit einer scheinbaren Helligkeit von etwa 1,2 mag ist er zwar weitaus weniger hell als Jupiter, Venus oder Merkur, doch er übertrifft alle Sterne seiner Umgebung. Auch den hellsten Stern der Jungfrau, die Spika, die eine gute Handbreit rechts von Saturn zu finden ist. Am 22. Mai kommt der fast volle Mond zu Besuch und strahlt mit dem Planeten um die Wette: Wie die Spitze eines flachen Dreiecks sitzt die Mondscheibe zwischen Spika und Saturn. Am Abend darauf ist der Mond schon links vom Planeten zu finden.

Jetzt ist die ideale Zeit für Saturn: Etwa um Mitternacht erreicht er seine höchste Position im Süden und geht erst im Westen unter, wenn morgens die Sonne erscheint. Beste Bedingungen, um sich den Ringplaneten genauer anzusehen. Der riesige Gasplanet ist auch aus unserer großen Ferne noch ein ganz schöner Brummer am Firmament: Seine Scheibe misst fast 19 Bogensekunden im scheinbaren Durchmesser. Und schon durch ein kleines Teleskop können Sie die prächtige Ringebene erkennen. Sie ist mehr als doppelt so groß: 42 Bogensekunden im scheinbaren Durchmesser. Derzeit ist sie um knappe 18 Grad zu uns gekippt und dadurch gut erkennbar.

Saturns Ringe öffnen sich

Sehenswerte Ringe

Ringplanet Saturn, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble | Bild: NASA

Es lohnt sich, Saturn durchs Teleskop zu betrachten, denn seine gewaltigen Ringe bieten einen immer wechselnden Anblick: Mal können wir auf die Ringebene blicken, mal sehen wir nur ihre Kante wie einen Strich vor dem Planeten.

Saturn kippt

Jahreszeitenwechsel beim Ringplanet Saturn, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble | Bild: NASA

Der Grund dafür: Die Ebene von Saturns Ringen ist geneigt zur Ekliptik, der Ebene der Planeten. In den knapp dreißig Jahren, in denen er einmal um die Sonne reist, neigt er uns daher mal seine Südhalbkugel zu, mal die Nordhalbkugel. Und dazwischen, ganz selten, auch mal die Kante der Ringe ...

Auf die Kante

Blick auf die Kante der Ringe Saturns, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble | Bild: NASA

Alle 15 Jahre gibt es einen Moment, an dem die Erde sich genau auf der gleichen Ebene wie Saturns Ringe befindet - die Kantenstellung, die die Ringe fast verschwinden lässt. Dieser Moment trat im September 2009 ein - da war Saturn an unserem Nachthimmel leider nicht zu sehen. Seither öffnen sich die Ringe für uns langsam wieder.

Ab in den Norden

Ringplanet Saturn | Bild: NASA

Wir blicken immer mehr auf die Nordhalbkugel des Planeten. Im Jahr 2017 wird Saturns Norden maximal zu uns "gekippt" sein, dann erscheinen die Ringe am breitesten. Danach neigt sich Saturn allmählich wieder zurück, bis wir 2025 wieder auf die Kante der Ringebene blicken.

Kurz zurück

Jedes Jahr gibt es einige Monate, in denen Saturn um ein paar Grad "zurückkippt": Während der Oppositionsschleife ist auch die scheinbare Bewegung der Ringebene rückläufig, die nur aus der Stellung der Erde zu Saturn entsteht.

Saturns momentane Kippbewegung, mit der er uns immer mehr seine Nordhalbkugel zuwendet, wird 2013 von Februar bis Juli unterbrochen. Er kippt ganz leicht zurück, die Ringebene schließt sich ein kleines bisschen.

Ferner Zwerg Pluto für scharfe Gläser

Hier finden Sie den Zwergplaneten

Spezialisten können einen Blick auf Pluto erhaschen. Doch der ferne Zwergplanet ist ein schwieriges Beobachtungsobjekt. Sie brauchen ein Teleskop mit mindestens 25 Zentimetern Spiegelöffnung, um den Winzling am Rande des Sonnensystems zu entdecken. Und viel Geduld: Erst ab etwa drei Uhr steht Pluto hoch genug über dem Horizont im Südosten. Ende Mai stört der Mond mit seinem hellen Licht in Plutos Nähe.

Erster Blick auf Neptun

Hier finden Sie Neptun

Wenn Sie schon mit einem Teleskop unterwegs sind, können Sie sich gleich noch auf die Suche nach Neptun machen, der jetzt im Mai wieder sichtbar wird. Allerdings sind jetzt die Beobachtungsbedingungen noch schlecht, denn Neptun taucht erst etwa ab vier Uhr im Südosten auf, wenn die Morgendämmerung schon einsetzt. Der große Gasplanet ist so weit von uns entfernt, dass nur wenig von seinem Licht uns erreicht: Mit einer scheinbaren Helligkeit von nur 7,9 mag ist er fürs bloße Auge nicht mehr sichtbar. Erst im Teleskop wird sein winziges Scheibchen von 2,2 Bogensekunden scheinbaren Durchmessers erkennbar. Um den 31. Mai verdirbt Ihnen der helle Mond die Sicht auf den Planeten.

Hinter der Sonne verborgen

Zwei Planeten sind im Mai gar nicht zu sehen: Mars und Uranus. Beide gehen zwar morgens vor der Sonne im Osten auf, stehen aber so tief auf der flach verlaufenden Ekliptik, dass sie für uns nicht zu sehen sind. Uranus werden wir im Juni erstmals wieder sehen können, doch auf unseren Nachbarn Mars müssen wir noch warten: Erst im August erscheint er wieder.


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