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Venus, Merkur & Co. Planetenreigen von abends bis morgens

Viele unserer Planeten sind im Juni am Firmament zu finden. Zwei der hellsten liefern sich ein spannendes Wettrennen. Doch Sie müssen schnell sein, um das zu sehen. Wir verraten Ihnen, wie schnell.

Stand: 31.05.2013
Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel | Bild: colourbox.com, NASA

Tausend Stern' am Himmel stehn - darunter meist ein paar besonders helle, die gar keine Sterne sind:

Die Planeten (früher auch "Wandelsterne" genannt) strahlen meist heller als echte Sterne, weil sie uns viel näher sind.

Oft erscheinen sie als erste Lichter in der Abenddämmerung und sind morgens die letzten, die noch zu sehen sind.

Im Juni zu sehen

Eine ganze Reihe von Planeten sind im Juni zu sehen, auch wenn ein paar davon schwierige Objekte sind. Am frühen Abend erstrahlen mit Venus und Merkur gleich zwei Abendsterne. Saturn dominiert die Nacht. Zwerg Pluto ist zu finden und morgens tauchen Neptun und Uranus auf.

Reigen der Abendsterne

Gut, dass die Sonne im Juni erst nach neun Uhr untergeht. So haben Sie genug Zeit, sich nach Feierabend fürs Sternegucken bereit zu machen. Gleich nach Sonnenuntergang wird es richtig spannend am Firmament. Tief im Westen liefern sich zwei der hellsten Planeten unseres Himmels ein Wettrennen. Schade nur, dass die Weißen Nächte jetzt so lange dämmern, denn das macht es schwer, die beiden zu finden. Wir helfen Ihnen:

Abendstern Venus: die Strahlende

Kurz nach Sonnenuntergang, sobald der Himmel dämmert, macht sich die Venus bemerkbar. Sie geht zwar erst anderthalb Stunden nach der Sonne unter, nach halb elf Uhr. Doch weil die Ekliptik jetzt abends im Westen sehr flach verläuft, steht sie nur knapp über dem Horizont. Ab halb zehn Uhr abends sollten Sie Ihr Glück versuchen, dann ist sie noch eine knappe Handbreit über dem Horizont.

Was die Venus so hell macht

Einmal entdeckt, ist die Venus unübersehbar, denn unser Abendstern ist das Hellste, was es nach Sonne und Mond am Himmel gibt: Mit einer scheinbaren Helligkeit von -3,9 mag übertrifft er alle Sterne am Firmament bei Weitem.

Das Scheibchen der Venus ist jetzt noch recht klein: Es misst etwa elf Bogensekunden in der scheinbaren Größe. Wenn Sie die Venus jetzt noch nicht finden, seien Sie nicht traurig: Sie beginnt gerade erst ihren Paradeauftritt als Abendstern. Im November wird sie ihren größten Abstand zur Sonne haben. Aber jetzt im Juni lohnt sich die Suche nach unserer Nachbarin doppelt, denn sie ist nicht allein:

Abendstern Merkur: der Kleine

Venus, Merkur & der Mond

Nur zwei Fingerbreit links über der Venus ist ein zweiter Strahlemann zu finden: Merkur. Der innerste Planet unseres Sonnensystems ist nur selten zu sehen, also nutzen Sie die Gelegenheit! Mit sieben Bogensekunden scheinbarer Größe ist er etwas kleiner als die Venus. Vor allem ist er lange nicht so hell: Nur -0,3 mag scheinbare Helligkeit hat er an den ersten Juniabenden und wird dann täglich dunkler. Am 12. Juni hat Merkur seinen größten Abstand zur Sonne, doch die Tage davor eignen sich besser. Denn nur etwa bis zum 15. Juni wird Merkur überhaupt zu sehen sein.

Mondsichel dicht bei der Venus

Am 10. und 11. Juni hilft Ihnen der Mond bei der Suche. Allerdings ist der am 10. Juni selbst noch schwer zu finden: Erstmals nach Neumond taucht seine zarte Sichel wieder auf, ebenfalls tief über dem Horizont, keine Handbreit links unter den Planeten. Am Abend darauf ist der Mond besser zu sehen - dann steht er mehr als eine Handbreit links der beiden.

Saturn, der Herr der Ringe

Wenn Venus und Merkur gerade untergehen, steht hoch im Süden schon der nächste Planet: Saturn. Mit nur etwa 0,5 mag scheinbarer Helligkeit ist der Planet kaum heller als die Spika eine gute Handbreit rechts von ihm.

Der Ringplanet Saturn im Juni

Saturns Scheibe ist mit 18 Bogensekunden scheinbarer Größe beachtlich und schon durch ein kleines Teleskop können Sie seine gewaltigen Ringe erblicken. Und dazu haben Sie fast die ganze Nacht Zeit: Erst in den Morgenstunden gegen vier Uhr geht Saturn unter - Ende Juni schon zwei Stunden eher. Die wachsende Mondscheibe kommt Mitte Juni zu einem Wettleuchten zu Besuch: Am 18. Juni streift sie ganz knapp unter der Spika vorbei, am 19. Juni ist sie nur zwei, drei Fingerbreit links unter Saturn.

Saturns Ringe öffnen sich

Sehenswerte Ringe

Ringplanet Saturn, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble | Bild: NASA

Es lohnt sich, Saturn durchs Teleskop zu betrachten, denn seine gewaltigen Ringe bieten einen immer wechselnden Anblick: Mal können wir auf die Ringebene blicken, mal sehen wir nur ihre Kante wie einen Strich vor dem Planeten.

Saturn kippt

Jahreszeitenwechsel beim Ringplanet Saturn, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble | Bild: NASA

Der Grund dafür: Die Ebene von Saturns Ringen ist geneigt zur Ekliptik, der Ebene der Planeten. In den knapp dreißig Jahren, in denen er einmal um die Sonne reist, neigt er uns daher mal seine Südhalbkugel zu, mal die Nordhalbkugel. Und dazwischen, ganz selten, auch mal die Kante der Ringe ...

Auf die Kante

Blick auf die Kante der Ringe Saturns, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble | Bild: NASA

Alle 15 Jahre gibt es einen Moment, an dem die Erde sich genau auf der gleichen Ebene wie Saturns Ringe befindet - die Kantenstellung, die die Ringe fast verschwinden lässt. Dieser Moment trat im September 2009 ein - da war Saturn an unserem Nachthimmel leider nicht zu sehen. Seither öffnen sich die Ringe für uns langsam wieder.

Ab in den Norden

Ringplanet Saturn | Bild: NASA

Wir blicken immer mehr auf die Nordhalbkugel des Planeten. Im Jahr 2017 wird Saturns Norden maximal zu uns "gekippt" sein, dann erscheinen die Ringe am breitesten. Danach neigt sich Saturn allmählich wieder zurück, bis wir 2025 wieder auf die Kante der Ringebene blicken.

Kurz zurück

Jedes Jahr gibt es einige Monate, in denen Saturn um ein paar Grad "zurückkippt": Während der Oppositionsschleife ist auch die scheinbare Bewegung der Ringebene rückläufig, die nur aus der Stellung der Erde zu Saturn entsteht.

Saturns momentane Kippbewegung, mit der er uns immer mehr seine Nordhalbkugel zuwendet, wird 2013 von Februar bis Juli unterbrochen. Er kippt ganz leicht zurück, die Ringebene schließt sich ein kleines bisschen.

Ferner Zwerg Pluto für scharfe Gläser

Hier finden Sie den Zwergplaneten

Spezialisten können jetzt einen Blick auf Pluto erhaschen. Doch der ferne Zwergplanet ist ein schwieriges Beobachtungsobjekt. Sie brauchen ein Teleskop mit mindestens 25 Zentimetern Spiegelöffnung, um den Winzling am Rande des Sonnensystems zu entdecken. Und viel Geduld: Erst ab ein, zwei Uhr steht Pluto hoch genug über dem Horizont im Süden. Ende Juni können Sie schon ab Mitternacht nach ihm suchen. Früher lohnt die Suche nach einem Zwerg wie Pluto sowieso nicht, da in den Weißen Nächten des Sommers der Himmel erst spät finster genug wird.

In den Nächten um den 24. Juni versaut Ihnen der fast volle Mond mit seinem hellen Licht die Suche nach Pluto. In der Nacht auf den 24. Juni bedeckt die Mondscheibe den winzigen Planeten sogar. Genau um 2.23 Uhr beginnt die Bedeckung, um 3.33 Uhr endet sie. So wird die Mondscheibe zum Wegweiser - allerdings ein viel zu heller: Es dürfte schwierig sein, Pluto dabei zu sehen.

Neptun und Uranus am Morgen

Neptun und Uranus im Juni

Wenn Sie schon mit einem Teleskop unterwegs sind, können Sie sich gleich auf die Suche nach Neptun und Uranus machen. Noch sind die Bedingungen für beide Planeten eher schlecht. Neptun geht erst gegen zwei Uhr (Ende Juni zwei Stunden früher) auf, Uranus rund eine Stunde später. Anfang Juni ist Neptun um drei Uhr gerade hoch genug über dem Horizont im Osten, Uranus eine Stunde darauf. Dann dämmert der Morgen aber bereits zu hell. Zum Monatsende tauchen die beiden früher auf: Dann ist Uranus ab etwa halb drei Uhr zu beobachten, Neptun etwas eher.

Neptun und Uranus

Die beiden Gasplaneten sind zwar weitaus näher und größer als Pluto und daher am Himmel besser zu finden, im Vergleich zu den übrigen Planeten aber schwere Objekte: Uranus wirkt mit einer scheinbaren Größe von etwa 3,4 Bogensekunden gerade mal halb so groß wie der viel kleinere Merkur und ist mit 5,9 mag scheinbarer Helligkeit gerade noch mit bloßem Auge zu sehen. Neptun ist noch weiter von uns weg und entsprechend schwieriger zu finden: Bei 2,2 Bogensekunden scheinbarer Größe und nur noch 7,9 mag scheinbarer Helligkeit brauchen Sie in jedem Fall ein gutes Fernglas oder gar ein kleines Teleskop. In dem entpuppen sich die beiden Gasplaneten als bläuliche Murmeln. In den letzten Juninächten verdirbt Ihnen der Mond die Suche, der mit seinem hellen Schein über den beiden Planeten vorbeizieht.

Hinter der Sonne verborgen

Zwei Planeten sind im Juni gar nicht zu sehen: Mars und Jupiter. Mars geht zwar morgens vor der Sonne im Osten auf, steht aber so tief auf der flach verlaufenden Ekliptik, dass er für uns nicht zu sehen ist. Erst im August erscheint er wieder. Sein äußerer Nachbar Jupiter dagegen ist so viel langsamer als die Erde, dass er schneller wieder zu sehen ist: Jetzt im Juni ist er genau hinter der Sonne, Ende Juli wird er aber wieder am Morgen sichtbar.


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