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Planeten im September Venus, Jupiter, Mars & Co.

Ob roter Mars, Ringplanet Saturn, helle Venus oder mächtiger Jupiter: Sie können sich im September sattsehen an Planeten - und das paarweise. Hier finden Sie Sternkarten und alle Infos, wann und wo welcher Planet heute zu sehen ist.

Stand: 01.09.2014

Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel | Bild: colourbox.com, NASA

Am funkelnden Firmament gibt es einige besondere Lichter: die Planeten, unsere Nachbarn im Sonnensystem. Die meisten von ihnen strahlen weitaus heller als die Sterne, weil die Planeten uns viel näher sind. Oft erscheinen sie als erste Lichter abends in der Dämmerung und sind morgens als letzte noch zu sehen.

Die Planeten im September

Im September können Sie fast alle Planeten des Sonnensystems sehen, zumindest kurz. Und immer paarweise: Am frühen Abend gibt es einen Wettlauf zwischen Mars und Saturn. Die Nacht gehört den beiden fernen Gasriesen Neptun und Uranus. Und am Morgen leuchten Jupiter und Venus um die Wette. Das Abend- und das Morgenpaar sind besonders spannend, denn sie demonstrieren Ihnen deutlich die Unterschiede unserer Planeten.

Mars und Saturn als Doppelpunkt am Abend

Das erste Planetenpaar im September sehen Sie gleich am frühen Abend, sobald der Himmel etwas dunkler geworden ist: Mars und Saturn stehen tief im Westen über dem Horizont.

Heller Doppelpunkt im Westen

Am 1. September führt der Mond Sie zu dem Duo: Gut eine Handbreit rechts unter dem Mond sind die beiden Planeten zu finden. Mars und Saturn bilden Anfang September einen auffallenden Doppelpunkt: Keine drei Fingerbreit trennen die beiden, die etwa gleich hell sind.

Doch Ihnen bleibt wenig Zeit, Mars und Saturn zu finden. Anfang September sind sie etwa bis neun Uhr abends zu sehen, wenn die Abenddämmerung schon weit fortgeschritten ist. Danach versinken sie im Dunst des Horizonts und gehen unter. Davor stehen sie noch deutlich höher, sind mit einer scheinbaren Helligkeit von 0,6 mag auch etwas heller als die meisten Sterne, in der frühen Abenddämmerung aber schwer zu entdecken.

Wettlauf mit der Sonne

Im Verlauf des September wird es immer schwieriger, die Planeten zu beobachten, denn die Sonne rückt den beiden auf den Pelz. Ende September geht Saturn schon kurz nach halb neun Uhr unter und ist nur noch bis etwa halb acht Uhr im Westen zu sehen. Da endet gerade erst die blaue Stunde, der Himmel ist noch recht hell.

Mars ist vermutlich noch eine halbe Stunde länger zu entdecken, denn unser äußerer Nachbar versucht, der Sonne zu entkommen. Er rast übers Firmament und entfernt sich bis zum Monatsende deutlich von Saturn.

Mars beim "Gegenmars"

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Sie finden Mars Ende September zwei Handbreit links von Saturn beim Sommersternbild Skorpion. Mars steht nur anderthalb Fingerbreit über dessen hellstem Stern Antares und zeigt Ihnen damit deutlich, woher dieser Stern seinen Namen hat: Im Griechischen wird der Kriegsgott Mars Ares genannt. Antares ist der "Gegenmars", weil er so rötlich wie Mars leuchtet, der alle zwei Jahre dicht an ihm vorbeikommt.

Mars und Saturn Ende September

Der Mond führt Sie zum Monatsende noch einmal zu den Planeten: Am 27. September schimmert die Mondsichel drei Fingerbreit über Saturn. Zwei Abende später hat sie den Mars erreicht und steht keine drei Fingerbreit über unserem äußeren Nachbarn.

Ferne Gasriesen Neptun und Uranus

Danach wird es erst einmal sehr ruhig in der Septembernacht. Nur die Sterne funkeln am Firmament. Beinahe, denn zwei Heimlichtuer haben sich unter ihnen versteckt: Neptun und Uranus. Mit einem Fernglas oder kleinem Teleskop können Sie die fernen Gasplaneten finden, denn im September stehen sie günstig.

Uranus und Neptun im September

Anfang September endet um neun Uhr die nautische Dämmerung, während der die Sterne hervorzutreten beginnen. Ab jetzt können Sie sich im Osten auf die Suche nach Neptun machen. Er hat dann gerade genügend Höhe über dem Dunst des Horizonts erreicht, um sichtbar zu werden.

Neptun nur im Teleskop sichtbar

Der äußerste der Planeten ist jedoch so weit von uns entfernt, dass Sie sein schwaches Licht mit nur 7,9 mag scheinbarer Helligkeit nur mit einem Fernglas oder kleinem Teleskop entdecken können. Dafür sind im Moment die Bedingungen so gut wie das ganze Jahr nicht: Neptun stand Ende August in Opposition und hatte seinen geringsten Abstand zu uns. Jetzt im September ist er immer noch sehr nah und in den längeren und klareren Nächten bequemer zu finden. Um ein Uhr erreicht Neptun seine höchste Stellung im Süden, zum Monatsende schon zwei Stunden eher. Dann ist es schon ab acht Uhr dunkel genug, um ihn im Osten zu finden.

Uranus: für scharfe Augen

Uranus und Neptun

Sein Nachbar Uranus ist ein wenig später dran: Er erscheint zu Monatsbeginn erst ab zehn Uhr über dem Horizont im Osten, Ende August schon gegen halb neun Uhr. Erst nach halb vier Uhr (Ende September schon ab halb zwei Uhr) erreicht Uranus seinen Höchststand im Süden. Uranus ist dafür etwas besser zu sehen als Neptun: Mit 5,7 mag scheinbarer Helligkeit könnten Sie sein kleines Scheibchen mit bloßem Auge finden, wenn Sie eine klare Nacht erwischen. Beide Planeten stehen in den unscheinbaren Sternbildern Fische und Wassermann, sodass um sie herum keine hellen Sterne stören. Nur der Mond vereitelt die Suche, wenn er vom 7. bis 11. September an ihnen vorbeizieht.

Jupiter & Venus am Morgen

Heller Jupiter mit seinen Monden

Die beiden hellsten Planeten tauchen im September erst morgens kurz vor der Sonne auf: Wenn zu Monatsbeginn um fünf Uhr gerade der Morgen zu dämmern beginnt, erscheint im Osten allmählich Jupiter über dem Dunst des Horizonts. Der größte Planet des Sonnensystems ist auch am Firmament ein Gigant: Seine Scheibe misst 33 Bogensekunden im scheinbaren Durchmesser und zeigt schon in einem kleinen Teleskop ihre weißen und roten Streifen. Sogar die hellsten Monde Jupiters können Sie damit sehen.

Heller als der hellste Stern

Jupiter und Venus im Osten

Jupiter ist mit -1,9 mag scheinbarer Helligkeit selbst in der hellen Dämmerung nicht zu übersehen. Er ist noch heller als der hellste Stern des Himmels: Sirius, der gut 45 Grad rechts von Jupiter erstrahlt - für Sie eine Achteldrehung im Uhrzeigersinn.

Morgenstern Venus kämpft mit der Dämmerung

Was die Venus so hell macht

Eine gute halbe Stunde nach Jupiter erscheint Anfang September ein noch helleres Licht: die Venus. Mit einer scheinbaren Helligkeit von -3,9 mag übertrifft sie Jupiter um zwei Größenklassen, erscheint uns also viermal so hell. Ihr Scheibchen misst dabei nur zehn Bogensekunden, ist aber der Erde sehr viel näher als Jupiter. Dafür hat die Venus viel mehr mit der wachsenden Morgendämmerung zu kämpfen, weil sie rund anderthalb Handbreit unter Jupiter steht. Etwa von Viertel vor bis zehn nach sechs Uhr ist sie Anfang September zu sehen.

Abschied vom Morgenhimmel

Ihre Zeit als strahlender Morgenstern endet in diesem Monat. Denn unsere innere Nachbarin rast am Sternenhimmel der Sonne entgegen und geht immer später auf. Immer heller ist der Himmel, wenn sie erscheint, immer weniger weit kann sie nach oben klettern, bis die Sonne ihr Licht auslöscht. In der letzten Septemberwoche endet ihre Sichtbarkeit.

Mondsichel beim Morgenstern

Mondsichel bei Jupiter und Venus

Am 22. September können Sie sie vielleicht noch entdecken, wenn die hauchzarte Mondsichel rechts über ihr steht, etwa anderthalb Handbreit entfernt. Danach verschwindet die Venus hinter der Sonne und wird erst zum Jahresende wieder erscheinen, als Abendstern im Westen. Jupiter dagegen ist genau in die andere Richtung unterwegs: Der äußere Planet entfernt sich immer weiter von der Sonne und geht daher immer früher auf. Ende September ist er schon ab halb vier Uhr zu sehen, wenn der Himmel noch nachtschwarz ist. Ihn besucht die Mondsichel bereits am 20. September und ist dann keine drei Fingerbreit von dem Planeten entfernt.

Beide Planeten wandern in der gleichen Richtung um die Sonne herum. Aber unsere innere Nachbarin Venus ist schneller als die Erde unterwegs und verschwindet aus unserem Blickwinkel gerade hinter der Sonne. Der äußere Planet Jupiter dagegen ist viel, viel langsamer als wir: Seine Wanderung über unseren Himmel rufen wir zum größten Teil selbst hervor. Aus Jupiters Sicht ist die rasende Erde gerade hinter der Sonne wieder aufgetaucht und wird sich ihm allmählich nähern.

Tief am Horizont verborgen

Nur ein Planet lässt sich im September gar nicht blicken: Merkur, der innerste Planet des Sonnensystems. Er ist zwar schon hinter der Sonne hindurch gezogen und erreicht sogar seinen größten seitlichen Abstand zu ihr, sodass er abends nach Sonnenuntergang über dem Horizont im Westen steht. Doch dort steht er so viel tiefer als Saturn und Mars, dass er eben nicht zu finden ist.


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