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Startup NearBees Imker retten Stadtbienen

Die Bienen werden europaweit immer weniger. Doch wenn sie sterben, hat das auch Folgen für den Menschen. Immer mehr Städter werden deshalb Imker und gründen Initiativen zur Rettung der Biene. Eine davon ist das Startup NearBees.

Stand: 06.05.2014

Butterbrot mit regionalem Honig | Bild: Viktoria Schmidt/BR

In Deutschland können die Bienen nur noch ein Viertel bis die Hälfte der bedürftigen Pflanzen bestäuben. Die Gründe dafür sind vielfältig: Eine Mitschuld hat der Mensch, weil er Pestizide verwendet, die der Biene schaden. Die ertragsorientierte Landwirtschaft schafft Monokulturen. Viele Wiesen werden schon vor der Blüte gemäht, damit geht Bienennahrung verloren. Der Honig wurde in der Vergangenheit durch andere industrielle Süßungsmittel ersetzt und verlor an Wert.

Dünner Speiseplan für die Biene

Lebenselixier Nektar

Bienen brauchen Blumen zum Überleben. Blütenpollen sind wichtig für die Ernährung der Bienenbrut und der jungen Bienen. Nektar liefert die nötige Energie zum Fliegen, er ist so etwas wie das Benzin der Bienen. Sie benötigen eine große Blumenvielfalt, um über das ganze Jahr hinweg gut ernährt zu sein.

Gespritzt und monoton

Auf dem Land gibt es diese Vielfalt aber immer weniger. Die extrem ertragsorientierte Landwirtschaft mit Monokultur-Flächen steht in Verdacht, den Bienen zu schaden. Viele Wiesen werden zudem schon vor der Blüte gemäht, damit geht auch Bienennahrung verloren. Die Folge ist Mangelernährung.

Landflucht der Bienen

Auch große Gärten mit einem reichhaltigen Blütenangebot werden rar auf dem Land. Es fehlt die Vielfalt. All das führt inzwischen dazu, dass es viele Imker und Bienen in die Stadt zieht. Dort gibt es inzwischen durch Blütenpracht in Parks und auf Balkonen mehr Futter. Dementsprechend wächst die Zahl der Stadtimker.

Den Honigvertrieb regionalisieren

Honig ist zu einem Luxusprodukt statt zu einem alltäglichen Konsumartikel geworden. Und wenn, dann greifen die Verbraucher häufiger zu Honig aus dem Ausland, der günstiger ist. Rund 80.000 Tonnen Honig werden jährlich nach Deutschland importiert, obwohl es qualitätsvollen Honig auch von regionalen Imkern zu kaufen gibt.

Stadtimker aus München haben sich ein neues Geschäftsmodell überlegt: Sie entwickelten die Online-Plattform "NearBees", auf der Hobby-Imker ihren Honig regional verkaufen können. Bislang stehen die 94.000 deutschen Imker vor einem Problem: Fast 95 Prozent betreiben die Imkerei als Hobby, bei ihnen steht die Arbeit an den Bienen im Vordergrund und nicht der regionale Vertrieb.

Auf der Online-Plattform soll nun jeder Imker in einem Profil seinen Honig und seine Bienen präsentieren. Konsumenten können direkt beim Imker bestellen und wissen so genau, wo der Honig herkommt. In 400-Gramm-Tüten verschickt der Imker den Honig per Post oder wirft ihn in den Briefkasten des Käufers.

Landflucht der Bienen

Wenn jeder ein bisschen lokalen Honig löffelt, bekommt die Biene zumindest in der Stadt wieder einen festen Platz. Auf dem Land machen Monokulturen und Pestizide den Bienen das Überleben schwer. In der Stadt hingegen kommen Bienen zunehmend besser klar: Es ist wärmer, es gibt mehr Pflanzenvielfalt – und es wird nicht gespritzt. Dort boomen Imkerkurse und Imkervereine erleben einen Zuwachs.

Von der Biene zum Honig


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