Siebenschläfer zählen zu der Nagetierfamilie der Bilche, die auch Schläfer oder Schlafmäuse genannt werden. Zu ihnen gehören auch die in Deutschland lebenden Gartenschläfer, Haselmäuse und Baumschläfer. Der wissenschaftliche Name des Siebenschläfers ist Glis glis.
Der Siebenschläfer Ein kleiner Kobold und großes Wetter
Der 27. Juni ist berühmt berüchtigt: Siebenschläfertag! Das Wetter der nächsten sieben Wochen steht auf dem Spiel. Einem kleinen Kerl ist das jedoch völlig egal: dem Siebenschläfer.
Er ist tatsächlich eine der größten Schlafmützen im Tierreich: Der Siebenschläfer macht sieben Monate lang Winterschlaf. Erst im Mai schlägt das possierliche Nagetier mit dem weichen Pelz seine riesigen Augen auf. Zu Gesicht kriegt man ihn allerdings kaum einmal, denn der Siebenschläfer ist nachtaktiv und scheu - und leider selten bei uns. Dennoch kennt jeder seinen Namen, wegen einer alten Bauernregel.
27. Juni - der Siebenschläfertag
Bauernregel mit Biss
"Regnet es am Siebenschläfertag, es sieben Wochen regnen mag." So lautet eine alte Bauernregel, die erstaunlich oft recht hat: Mit einer Wahrscheinlichkeit von rund siebzig Prozent hält sich das Siebenschläfer-Wetter wirklich wochenlang - wenn man es nicht ganz so genau nimmt.
Neigung von Dauer
Seit der Einführung des gregorianischen Kalenders im Jahr 1582, bei dem sich alles um zehn Tage verschob, müsste der Siebenschläfertag rein rechnerisch auf dem 7. Juli liegen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) nimmt für die Siebenschläferregel den Zeitraum 27. Juni bis 1. Juli als Referenz. Tatsächlich stellt sich in dieser Zeit häufig eine sogenannte Großwetterlage ein, die laut DWD eine "beträchtliche Erhaltungsneigung" hat und das Wetter der folgenden Wochen bestimmt. Verantwortlich dafür ist der Verlauf eines ganz bestimmten Windes:
Stabile Ströme
Hoch in der Troposphäre, der Wetterschicht der Erdatmosphäre, treten Starkwindbänder auf, sogenannte Jetstreams. Das sind die stärksten Winde, die es gibt, und sie sind relativ stabil. Je südlicher der Jetstream über dem Ostatlantik und Europa verläuft, umso stärker ist die Druckdifferenz zwischen Azorenhoch und Islandtief: Feuchte und kühle Luft vom Atlantik weht uns an und bringt regenreiche Wochen. Verläuft der Jetstream dagegen weit im Norden, breitet das Azorenhoch ungestört seine warmen Lüfte zu uns aus: Das bringt sommerliches Siebenschläferwetter.
Regenfall als Regelfall
Eine regenreiche Großwetterlage nach Siebenschläfer ist eine sogenannte Singularität: So bezeichnen Meteorologen eine vom normalen Wetterverlauf abweichende Wetterlage, die aber zu bestimmten Jahreszeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit auftritt, wie auch grüne Weihnachten oder die Schafskälte.
Siebenschläfer oder Sieben Schläfer?
Und was hat die Großwetterlage mit dem kleinen Siebenschläfer zu tun? Gar nichts.
Der Siebenschläfertag ist nicht nach dem Tier benannt, sondern geht auf eine christliche Legende zurück: Sieben Brüder wurden unter dem römischen Kaiser Decius als Christen verfolgt. Sie suchten Zuflucht in einer Höhle. Der Kaiser ließ die Höhle mit Steinen zumauern. Die sieben Jünglinge riefen Gott an, der sie fast 200 Jahre schlafen ließ. Sie erwachten am 27. Juni 446 - und waren von der Verfolgung erlöst.
Schlafmütze mit großem Hunger
Mit den Sieben Schläfern vom 27. Juni hat das Tier nur das Schlafbedürfnis gemein. Von Oktober bis Mai hält der Nager Winterschlaf und taucht erst wieder auf, wenn alles blüht. Und dann interessiert den Bilch nur noch eines: Nahrung. Denn der Speck für den nächsten siebenmonatigen Winterschlaf muss erst einmal angefressen werden.
Gefährdet durch den Menschen
Der Siebenschläfer hat etliche natürliche Feinde wie Greifvögel, Marder oder Katzen. Auch lange Winter bedrohen ihn: Reicht die Speckschicht nicht über die lange Zeit, stirbt der kleine Bilch. Doch die größte Gefahr geht vom Menschen aus: Durch das Abholzen alter Laub- und Obstbäume gibt es immer weniger natürliche Schlaf- und Lebensräume für Siebenschläfer.
Hilfe für Bilche
Wenn Sie ein Jungtier oder einen entkräfteten Siebenschläfer finden, können Sie sich an den Eichhörnchen-Schutz e.V. München wenden. Dort erhalten Sie alle nötigen Informationen, wie Siebenschläfer aufgepäppelt, gepflegt und ausgewildert werden.
Stattdessen mieten sich die kleinen Kerle dann in Gartenlauben oder auf Dachböden ein. Und dort machen die Untermieter ordentlich Rabbatz: sie quieken, pfeifen und murren. Auch Schäden am Haus oder Fressspuren in der Küche können vorkommen. Haben Sie Probleme mit den geschützten Tieren, können Sie sich an den örtlichen Schutzverein wenden.

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