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Giganten der Eiszeit Höhlenbär, Säbelzahn und Co.

Während der Eiszeit lebten gigantische Tiere in unseren Breiten, die heute nur noch aus Filmen bekannt sind: Höhlenbär, Säbelzahn und Mammut. Von imposanter Erscheinung und mit gewaltigen Zähnen ausgestattet streiften sie umher.

Stand: 06.02.2014

Von den Giganten der Eiszeit weiß man in erster Linie durch Höhlenmalereien der Steinzeitmenschen. Die Wandmalereien belegen, dass sich Mensch und Tier zumindest aus der Ferne gesehen haben müssen. Die Höhlenbären lebten bis vor etwa 24.000 Jahren in Europa und hatten sich sogar in hochalpinen Gegenden eingerichtet.

Höhlenbär

Keine Angst vor großen Tieren: der Höhlenbär.

Die Menschen mussten keine Angst vor dem Bär haben. Im Laufe der Evolution hatte sich diese Spezies über einen Zeitraum von fast zwei Millionen Jahren vom Allesfresser zum Pflanzenfresser entwickelt. Große Säugetiere fielen also nicht mehr in sein Beuteschema. Dennoch muss der Höhlenbär mit einer Körperlänge von bis zu dreieinhalb Metern und einem Körpergewicht von 1.200 Kilogramm eine respekteinflößende Erscheinung gewesen sein.

Mammut

Der Ur-Elefant mit den langen geschwungenen Zähnen: das Mammut.

In der eiszeitlichen Tierwelt Bayerns war der Höhlenbär bei Weitem nicht der einzige Gigant. Mammuts brachten es auf eine Schulterhöhe von über dreieinhalb Metern. Die stark geschwungenen Stoßzähne der behaarten Ur-Elefanten konnten mehrere Meter lang werden.

Mammuts der arktischen Tundra ernährten sich von Kräutern

Bislang gingen Forscher davon aus, dass Mammuts und Wollnashörner sich ihren Winterspeck hauptsächlich mithilfe von Gräsern anfraßen. Doch dänische Biologen der Universität Kopenhagen fanden inzwischen heraus, dass die Eiszeitgiganten hauptsächlich energiereiche, proteinhaltige Kräuter verspeisten. Das zeigt eine Bestandsaufnahme der arktischen Flora der vergangenen 50.000 Jahre. Die Studie dazu wurde im Februar 2014 im Fachjournal "Nature" veröffentlicht. Bis dahin hatte man sich bei der Rekonstruktion der früheren Pflanzenwelt hauptsächlich auf die Analyse von Pollen gestützt, sodass die Verbreitung der Gräser stark überschätzt wurde. Denn anhand von 242 sicher datierten Permafrost-Bodenproben lässt sich heute ziemlich sicher sagen, dass die trockene Steppe überwiegend von kleinen krautigen Pflanzen dominiert wurde. Erst als vor rund 10.000 Jahren die Tundra wärmer und feuchter wurde, änderte sich dies: Die Kräuter gingen zurück und machten Platz für Gräser und holzige Pflanzen.

Höhlenlöwe

Der Höhlenlöwe besaß wohl keine Mähne, wie wir sie von heutigen Löwen her kennen.

Für Aufsehen sorgte auch der Höhlenlöwe. Er ist rund zehn Prozent größer als ein afrikanischer Löwe. An den Zeichnungen auf den Höhlenwänden fällt auf, dass die Tiere fast immer ohne die Mähne dargestellt werden, die wir heute von afrikanischen, männlichen Löwen kennen. Mithilfe einer DNA-Untersuchung ließ sich aber eindeutig feststellen, dass es sich um Löwen und nicht um Tiger handelt.

Säbelzahnkatze

Auffälligster Unterschied zwischen Tiger und Säbelzahnkatze: die spitzen, dolchartigen Zähne.

Auf der Suche nach Beute - großen Huftieren wie Hirschen oder Rindern - streifte der Höhlenlöwe über die Steppen Eurasiens. Dabei bekam er Konkurrenz von einem anderen imposanten Raubtier, das mehrere hundert Kilo wog und es mitunter auf die gleichen Tiere abgesehen hatte: der Säbelzahnkatze. Mit ihren gewaltigen Säbelzähnen konnte sie die Halsschlagader des Opfers treffen und dieses dadurch zum Verbluten bringen. Die dolchartigen Eckzähne waren bei geschlossenem Maul nicht zu sehen, sie verschwanden in Hauttaschen.

Hyäne

Der Allesfresser mit dem gefährlichsten Gebiss: die Hyäne.

Vom dem, was Raubtiere wie der Höhlenlöwe und die Säbelzahnkatze von ihrer Beute übrig ließen, profitierte ein anderer Räuber: die Hyäne. Sie war selbst ein geschickter Jäger, machte sich aber auch über Aas her. Und wie kein anderes Lebewesen des Eiszeitalters erwies sie sich als Meisterin im Zerlegen von Knochen. Man findet Knochenhaufen in Höhlen, die nur Hyänen hinterlassen haben können.

Ausgestorben, weil zu einseitig

Knochenfunde in Höhlen, die wohl Hyänen hinterlassen haben.

Vor allem Klima-Veränderungen werden dafür verantwortlich gemacht, dass große Säugetiere wie Mammut, Höhlenbär, Höhlenlöwe und Säbelzahnkatze gegen Ende der Eiszeit ausstarben. Die meisten von ihnen hatten sich wohl zu stark auf eine bestimmte Nahrungsquelle spezialisiert, was ihnen möglicherweise zum Verhängnis wurde. Die Hyänen hingegen haben in Afrika und Asien bis heute überlebt.


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