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Nobelpreis-Begründer Alfred Nobel und seine Stiftung

Sie kennen ihn vermutlich vor allem als Namensgeber des wohl berühmtesten Wissenschaftspreises, doch Alfred Nobels Leben selbst hatte Wumms: Er erfand das Dynamit und meldete 350 Patente an. Sein letzter Wille war folgenreich ...

Stand: 30.09.2015 | Archiv

symbolische Darstellung des Testaments von Alfred Nobel, das den Nobelpreis begründete | Bild: BR/Angela Smets; picture-alliance/dpa

Alfred Nobel wurde 1833 in Stockholm als Sohn einer Ingenieursfamilie geboren. Die Genialität lag wohl schon in den Genen, denn in seiner Ahnenreihe findet sich Olof Rudbeck, Schwedens bekanntester Techniker des 17. Jahrhunderts. Mit neun Jahren zog Alfred mit seiner Familie nach Russland, wo er und seine Brüder erstklassigen Privatunterricht erhielten.

Alfred Nobel hatte mit der Erfindung des Dynamits durchschlagenden Erfolg.

Dynamisches Genie

Alfred Nobels Karriere begann explosionsartig, als er 1866 das Dynamit erfand. In über zwanzig Ländern gründete er Firmen und Labore, und meldete mehr als 350 Patente an. Auch für seine musische Ader fand er Zeit: Er schrieb Dramen und Poesie und erwog angeblich eine Karriere als Schriftsteller.

Die Nobelpreis-Geschichte

Folgenreicher letzter Wille

Da er keine eigenen Kinder hatte, verfügte er in seinem Testament vom 27. November 1895, dass sein großes Vermögen zur Gründung einer Stiftung dienen solle, die alljährlich die besten Wissenschaftler auszeichnet. Rund ein Jahr danach starb Alfred Nobel am 10. Dezember 1896 an einem Herzinfarkt in San Remo, Italien.

Alfred Nobels Testament

Testament von Alfred Nobel

"Das Kapital [...] soll einen Fonds bilden, dessen jährliche Zinsen als Preise denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben.

Die Zinsen werden in fünf gleiche Teile geteilt, von denen zufällt: ein Teil dem, der auf dem Gebiet der Physik die wichtigste Entdeckung oder Erfindung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigste chemische Entdeckung oder Verbesserung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigste Entdeckung auf dem Gebiet der Physiologie oder der Medizin gemacht hat; ein Teil dem, der in der Literatur das Ausgezeichnetste in idealer Richtung hervorgebracht hat; ein Teil dem, der am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker und für die Abschaffung oder Verminderung der stehenden Heere sowie für die Bildung und Verbreitung von Friedenskongressen gewirkt hat."

Letzter Wille aus schlechtem Gewissen?

Alfred Nobel

Was den reichen Erfinder dazu veranlasste, jene, "die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben", an seinem Vermögen teilhaben zu lassen, darüber kann nur spekuliert werden. Theorien gibt es einige. Acht Jahre, bevor Alfred Nobel starb, sind in den Zeitungen fälschlicherweise Nachrufe auf ihn erschienen. Die Presse hatte den falschen Vornamen aufgeschnappt und Alfred Nobel mit seinem Bruder Ludvig verwechselt. Was der Erfinder über sich las, dürfte ihm nicht gefallen haben: "In den Nachrufen stand, dass er jemand war, der sein ganzes Geld mit Dynamit und Sprengstoffen verdient hatte - und über den es sehr schwierig sei, zu sagen, dass er der Menschheit etwas Gutes getan hätte", erzählt Gustav Källstrand vom Nobelmuseum in Stockholm. Journalisten betitelten ihn sogar als "Kaufmann des Todes". Denkbar, dass er mit seiner Idee der Welt etwas zurückgeben und deshalb den "größten Nutzen" für die Menschheit fördern wollte, wie er in seinem Testament schrieb.

Gutes für die ganze Gesellschaft

Angespornt könnte ihn jedoch auch eine Frau haben: die Friedenskämpferin Bertha von Suttner. Mit ihr war Alfred Nobel eng befreundet. Sie heuerte für kurze Zeit als seine Privatsekretärin an und sei "genau die Frau gewesen, nach der Alfred so lange gesucht hatte", schreibt der Autor Lars-Åke Skagegård 1993 in einem Buch über den Nobelpreis-Stifter. "Sie hat ihn ermuntert, einen Teil seines Vermögens an verschiedene Friedensbewegungen zu spenden." Vermutlich hat sie ihn dazu inspiriert, einen Friedenspreis zu stiften. "Aber die Idee, das Geld für Wissenschaft oder philanthropische Zwecke zu spenden, anstatt es der Familie zu überlassen, ist wahrscheinlich älter", meint Gustav Källstrand vom Nobelmuseum. Erstens habe seine Familie genug Geld gehabt. Zweitens soll er geglaubt haben, dass geerbter Reichtum faul mache. Stattdessen wollte er Menschen auszeichnen, die der gesamten Gesellschaft mit ihren Ansichten und Entdeckungen Gutes tun.


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