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Mondansichten des LRO Mit Scharfblick und Karacho

Seit 2009 umkreist sie in dichtem Abstand den Mond: die Sonde LRO. Schon in ihrem ersten Missionsjahr hat sie gezeigt: Wir wissen längst noch nicht alles über unseren alten Begleiter.

Stand: 03.02.2012
Sonde LRO (Illustration) | Bild: NASA

Viel hört man nicht von ihr, doch sie ist immer noch bei der Arbeit: Die NASA-Sonde LRO (Lunar Reconaissance Orbiter) umkreist unseren Mond seit Juni 2009. Ursprünglich war die Mission auf ein Jahr Dauer angesetzt. Das hat LRO mit Bravour absolviert: Am 23. Juni 2011 feierte die Sonde schon ihr zweijähriges Jubiläum im Mondorbit - nur 50 Kilometer von der Oberfläche entfernt. Die Mission wurde verlängert - bis zu fünf Jahre soll sie um unseren Trabanten kreisen und faszinierende neue Ansichten des Mondes liefern.

Am 18. Juni 2009 startete die Mondsonde LRO ins All, zusammen mit der Schwestersonde LCROSS. Fünf Tage später kamen die beiden beim Erdtrabanten an. Das gesamte Unternehmen kostet die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA rund 430 Millionen Euro. Und dafür erwartet sie viel:

LRO auf Spionage-Tour

Der LRO mit seinen Instrumenten

Mit sieben Instrumenten soll LRO auskundschaften, wie gut der Mond für menschliche Besucher geeignet ist: Die Sonde soll eine künftige bemannte Mission zum Erdtrabanten vorbereiten - auch wenn US-Präsident Barack Obama diese Mission aus Kostengründen erst einmal auf Eis gelegt hat.

Gesucht: geeigneter Landeplatz

Schnappschuss von der Reise

LRO vermisst mit Kamera, Radar, Laserhöhenmesser, Strahlenteleskop, Radiometer und verschiedenen Spektrometern die Oberfläche des Mondes bis auf fünfzig Zentimeter genau, um sie dreidimensional zur kartieren und zugleich vorherrschende Temperaturen und Strahlungen festzustellen. So entsteht die genaueste topographische Karte der Mondoberfläche, die je erstellt wurde. Die NASA hofft, dass der fast 2.000 Kilogramm schwere LRO brauchbare Rohstoffe sowie einen möglichst ebenmäßigen, günstig gelegenen Landeplatz für zukünftige Mondmissionen findet.

Ein Ende der Gerüchte?

Ganz nebenher hat der LRO aber auch den Blick in die Mond-Vergangenheit geworfen und die Landeplätze der Apollo-Missionen ins Visier genommen.

Silber und Wasser im Mondkrater

Nachdem LCROSS auf dem Mond eingeschlagen war, konnte LRO erste Daten in den aufgewirbelten Partikeln messen.

Die Begleitsonde LCROSS (Lunar CRater Observation and Sensing Satellite), die zusammen mit dem LRO im Juni 2009 zum Mond reiste, hatte am 9. Oktober 2009 ihren großen - und zugleich letzten - Auftritt: Sie stürzte gezielt in den eiskalten Cabeus-Krater am Südpol des Mondes. Ihr folgte - mit vier Minuten Abstand - der LRO durch die aufgewirbelten Partikel, um sie mit seinen neun verschiedenen Instrumenten, darunter Kameras und Spektrometer, zu untersuchen und die Daten sofort zurück zur Erde senden.

Mit Erfolg: Dieser Staub wurde analysiert und seit Oktober 2010 steht endültig fest: Es gibt eine Menge Wasser und sogar ein bisschen Silber auf dem Mond. Für die Nasa ist das eine gute Nachricht, denn zukünftige ständige Mondstationen stehen und fallen mit der Existenz von Wasser.

Im Staub des Mondkraters gefunden

1x Bodensee

Rund sechs Prozent des aufgewirbelten Mondstaubs bestanden aus gefrorenem Wasser. Forscher vermuten in den Kratern am Südpol des Mondes insgesamt die Wassermenge des Bodensees - das sind 50 Billionen Liter Flüssigkeit.

Silber & Co.

Die Forscher haben auch Spuren von Silber, Kohlenmonoxid, Ammoniak, Kalzium und Magnesium im Staub gefunden.

In der Kältefalle

Die Stoffe stammen zumeist von Asteroiden und Meteroiten, die seit 4,5 Milliarden Jahren auf dem Mond einschlagen. In der Kältefalle des Kraters wurden sie für alle Zeiten eingefroren.

Eine Schatztruhe

"Dieser Ort sieht aus wie eine Fundgrube von Elementen und Verbindungen, die auf den Mond gekommen sind." Peter Schultz, Brown Universität, Rhode Island, USA

Die Instrumente des LRO und ihre Aufgaben:

- CRaTER (Cosmic Ray Telescope for the Effects of Radiation): Teleskop, das kosmische Strahlen misst, die auf dem Mond vorherrschen.
- DLRE (Diviner Lunar Radiometer Experiment): Radiometer, das Temperaturen auf der Mondoberfläche misst.
- LAMP (Lyman Alpha Mapping Project): Spektrometer für den ultravioletten Bereich, soll in Kratern, die immer im Schatten liegen, nach Eis suchen.
- LEND (Lunar Exploration Neutron Detector): Neutronen-Spektrometer, misst den Neutronenfluss von Wärmeenergie, soll dabei helfen, Wasserstoff zu entdecken. 
- LOLA (Lunar Orbiter Laser Altimeter): Eine Art Radargerät, das eine genaue Karte des Mondes erstellen soll.
- LROC (Lunar Reconaissance Orbiter Cameras): Kamera, die Weitwinkel- und Nahaufnahmen machen kann und so nach möglichen zukünftigen Landeplätzen sucht. Sie hat eine Auflösung von 0,5 Metern pro Pixel.