Wissen


3

Bayern unter Beschuss Jedes Jahr kiloweise Meteoriten

Jahr für Jahr wird Bayern um rund sieben Kilogramm schwerer, statistisch gesehen: Es regnet himmlisches Gestein! Denn wie jeder Fleck der Erde sind wir permanent einem Bombardement aus dem All ausgesetzt.

Stand: 02.11.2012

In jeder Stunde treffen tausende Gesteinskörper die Erde, bleiben jedoch unbeachtet oder werden von uns als Sternschnuppen bestaunt. Denn die meisten haben nur die Größe eines Staubkorns. Doch jährlich treffen den Erdboden rund 20.000 Meteorite, die mehr als 100 Gramm wiegen. Das macht für ganz Deutschland etwa zwei faustgroße Meteorite pro Jahr.

Der Meteorit von Neuschwanstein

Bayern wurde zuletzt vor mehr als zehn Jahren von einem Meteoriten getroffen. Zumindest war das der letzte, den wir mitbekommen haben: Mit rund 250.000 Stundenkilometern raste am 6. April 2002 ein Gesteinsbrocken durch die Atmosphäre. Ein Lichtblitz erhellte sekundenlang den Nachthimmel, einige Minuten später war der Überschallknall zu hören. Der ursprüngliche Körper dürfte nach Berechnungen des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) ein Gewicht von bis zu 600 Kilogramm gehabt haben, als er in die Erdatmosphäre eintrat und zerbarst. Doch nur ein kleiner Teil gelangte in Form von Bruchstücken bis auf die Erde. Gefunden wurden davon bislang etwa sechs Kilo: drei größere Bruchstücke in der Nähe des Schlosses Neuschwanstein.

Sieben Einschläge in drei Jahrhunderten

Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat alle zur Verfügung stehenden historischen Unterlagen seit dem Jahr 952 nach Christus kritisch unter die Lupe genommen, um zu erfahren, wieviele größere Meteoriten Bayern im vergangenen Jahrtausend getroffen haben.

Bayerns Brocken

Der größte Knall

Das Ergebnis ist übersichtlich: Seit 1722 wurden fünf Meteorite gefunden, zwei weitere Einschläge sind glaubwürdig bezeugt. Ein achter Meteorit soll 1969 bei Otterskirchen im Bayerischen Wald gelandet sein, wurde jedoch nie gefunden. Diese Meteoriten brachten Bayern ein Mehrgewicht von rund 100 Kilogramm ein. Dabei wogen die meisten nur wenige Kilogramm. Der größte Brocken landete 1807 bei Untermässing im Landkreis Roth: ein kanpp achtzig Kilogramm schwerer Eisenmeteorit. Doch nicht mal dieser richtete größeren Schaden an.

Meteoriteneinschläge seit 1722 in Bayern


3