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Müll in der Nordsee Wohin treibt der Plastikmüll in der Nordsee?

In den Meeren landen viele Millionen Tonnen Müll. Auch die Nordsee wird immer mehr von Plastik verschmutzt. Wohin der Müll treibt und wie er sich in der Nordsee verteilt, ist bisher kaum bekannt. Ein Projekt der Uni Oldenburg will das ändern.

Stand: 11.10.2016

Nordseestrand: Alte Netze aus Plastik landen im Sand | Bild: dpa-Bildfunk

Hunderte Millionen Tonnen Plastik werden jedes Jahr weltweit produziert. Mindestens ein Zehntel davon landet als Müll in den Meeren. Auch in der Nordsee. Ein neues Projekt des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) in Wilhelmshaven, das zur Universität Oldenburg gehört, will nun herausfinden, nach welchem Muster sich der Plastikmüll in der Nordsee und an den Küsten verteilt.

Schwierige Faktenlage

Weltweit gelangen nach Angaben der Uni Oldenburg geschätzt etwa zehn Prozent der jährlichen Plastikproduktion von derzeit 300 Millionen Tonnen ins Meer. Exakte Zahlen, wie viel Plastik und Müll in der Nordsee landen, gibt es derzeit nicht. Nur Schätzungen. So geht das Umweltbundesamt in Dessau davon aus, dass derzeit rund 600.000 Kubikmeter Müll in der Nordsee treiben. Einige Fachleute beurteilen solche Zahlen skeptisch. Auch Jörg-Olaf Wolff, Leiter der Arbeitsgruppe für physikalische Ozeanologie am ICBM. Er glaubt, dass sich solche Zahlen schwer ermitteln lassen. Wolff und sein Team untersuchen derzeit, wie sich der Abfall in der südlichen Nordsee verbreitet.

Gibt es Müllstrudel in der Nordsee?

Während bekannt ist, dass in den großen Ozeanen ein weltumfassendes System an Meeresströmungen den Müll mitreißt und ihn nicht mehr los lässt, sodass riesige Müllstrudel entstehen, ist für die Nordsee noch nicht erforscht worden, wohin der Müll darin treibt. Wolff, der Spezialist für Makroplastik – also Plastikmüll von einer Größe ab fünf Millimetern – ist, will nun herausfinden, ob und wo sich in der Nordsee solche Akkumulationsgebiete für Müll und herumtreibendes Plastik bilden. Was eigentlich im wahrsten Sinne des Wortes augenscheinlich klingt, ist es gar nicht.

"Selbst wer mitten durch so einen Müllstrudel fährt, kriegt vermutlich kein einziges Plastikteil zu Gesicht. Sie sind auf viele Hundert Quadratkilometer verteilt."

Jörg-Olaf Wolff, Leiter der Arbeitsgruppe für physikalische Ozeanologie am ICBM

Gefundene Driftkörper bitte melden!

Infos zum Projekt

Hier geht es zum Projekt auf den Seiten des ICBM der Universität Oldenburg und auf die Webseite "macroplastics.de". Dort können Holzdrifter gemeldet werden.

Holzdrifter der Univsersität Oldenburg

Für das Projekt des ICBM werden in den kommenden zwei Jahren sogenannte Driftkörper in der südlichen Nordsee und ihren Zuläufen ausgesetzt: rund 100.000 kleine, markierte Holzschiffchen von unterschiedlicher Dicke. Anfang Oktober wurden bereits 800 Drifter in einer stark befahrenen Schifffahrtsroute bei Helgoland ausgesetzt und am 11. Oktober dann weitere 800 kleine Holzstückchen im Jadebusen ins Meer gelassen.

Bremen: Dieser Müll wurde in einem Jahr auf der Westerinsel Lankenau gesammelt.

Wer solch ein Holzstück dann irgendwo am Strand findet, wird gebeten, den Fundort und die auf dem Holzdrifter befindliche Identifikationsnummer dem Institut zu melden. Dazu hat die Universität die Webseite www.macroplastics.de eingerichtet. Mit den auf diese Weise gewonnenen Daten soll nach und nach ermittelt werden, welchen Weg die kleinen Treibhölzer – und damit auch das Plastik im Meer – genommen haben.

"Ich vermute, dass es in der Nordsee nicht diese großen Müllinseln und Strömungen gibt. Dafür ist das Meer zu flach und variabel."

Jörg-Olaf Wolff, Leiter der Arbeitsgruppe für physikalische Ozeanologie am ICBM


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Kommentare

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Jürgensen, Monika, Samstag, 15.Oktober, 17:56 Uhr

3. Bericht v. 12.10.16 im Jeverschen Wochenblatt Drifter-Projekt

Leider hatte ich nur 1000 Zeichen-deshalb 1 kurzer Anhang: Mein Mann und ich waren auf Lanzarote im Sept. für 14 Tage--es war grauenhaft mit d. Plastikmüll, es wird Nichts sortiert! kleine Wasserflaschen, mittlere Flaschen u. große Plastikkannister mit Wasser-überall ohne Pfand -nichts wird recycelt, alles kommt in d. Mülleimer-aus dünnen Plastikbechern, die man nach dem Trinken gleich entsorgt-die flogen durch den Wind aus den Mülleimern heraus. Der Atlantik ist dort doch gleich in. d. Nähe! Freunde von uns waren in Griechenland im Urlaub-überall wird der Müll so entsorgt-nur die Hotelanlage ist sauber.Es ist 5 vor 12-warum ziehen solche Länder nicht mit, warum ändert sich gerade dort nichts und warum werden jetzt auch noch Coffee To Go Becher hergestellt --noch mehr Müll der durch die Gegend fliegt--Kaffee trinken ist doch auch was gemütliches--warum muss ich den Kaffee unterwegs im Hetzen trinken. Hoffentlich ändert sich bald etwas, sonst ist es zu spät!!

Jürgensen, Monika, Samstag, 15.Oktober, 17:28 Uhr

2. Zeitungsbericht v. 12.10.16 im Jeverschen Wochenblatt

Es ist eine tolle Sache mit diesem Holzdrifter-Projekt. In unserer Gegend im Wangerland u. besonders an d. Küste wird sehr auf Mülltrennung geachtet u. alles saubergehalten. Hier in Wiefels ist das große Abfallwirtschaftszentrum, d.h. hier kommt sehr viel Müll aus dem Umland zusammen.
Einmal im Jahr wird in unserer Gegend ehrenamtlich Müll aufgesammelt was an Straßenrändern und in Gräben herumliegt, viele Leute helfen mit, sogar Kinder sind voller Eifer dabei und zum Schluß gibt es ein Treffen Im Dorfgemeinschfatshaus Wiefels bei Erbsensuppe o.ä.
Ein guter Nebeneffekt ist doch auch der Zusammenhalt und dass man miteinander redet.
Warum gibt es dass nicht überall, warum denken die Menschen nicht darüber nach was sie unseren Kindern u. Enkelkindern hinterlassen. Unser 5. Enkelkind ist unterwegs und ich mache mir wirklich Sorgen wie es eines Tages für meine Enkelkinder auf dieser Welt aussieht.

R. Schipper, Donnerstag, 04.August, 06:37 Uhr

1. Lösung anbieten

Das Problem Plastikmüll wird hier schon angesprochen, aber keine Lösungen angeboten.
Jeder kann doch a) weniger Plastiktüten verwenden (beim Einkauf eine Stofftasche mitnehmen)
b) bei Verpackungen auf weniger Plastik achten (z.B. mehr Glasverpackungen, soweit vom Preis und Produkt möglich etc )
c) die APP " Beat the Microbead" benutzen - man kann mit einem Scan nachsehen, ob ein Produkt Mikroplastik enthält ( Peelings, Schampoo etc)