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Insektenjäger in Not Kälte macht den Schwalben zu schaffen

Schwalben sind Insektenjäger. Fliegen, Mücken und Blattläuse bilden den Hauptanteil ihrer Nahrung. Diese fehlen ihnen bei der derzeitigen Kälte und Nässe. Worauf bei Erste-Hilfe-Maßnahmen zu achten ist.

Stand: 28.05.2013
Mit offenen Schnäbeln erwarten zwei kleine Schwalben im Nest das Futter der heranfliegenden Mutter. | Bild: picture-alliance/dpa

Das hundsgemeine Wetter im Frühjahr geht nicht nur den Menschen an die Substanz. Schwalben und Mauersegler, die ihre Brutzeit während der warmen Monate in Mitteleuropa verbringen, leiden Hunger. Darum ruft der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) dazu auf, den entkräfteten Flugkünstlern zu helfen.

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Mauersegler und Schwalben jagen in der Luft und ausschließlich Insekten wie Fliegen, Mücken und Blattläuse. Und genau da liegt das Problem: Im Moment fliegen einfach zu wenig Insekten, die sie im Flug erbeuten könnten. Fatalerweise fliegen die Insektenjäger bei ihrer Nahrungssuche daher sehr tief, was in jüngster Zeit vermehrt zu Autounfällen geführt hat. Die Mauersegler sind im Sturzflug mit bis zu 200 Kilometer in der Stunde unterwegs. Entdeckt man einen Schwalbenschwarm, empfiehlt es sich daher äußerst vorsichtig und langsam zu fahren.

Hilfe für den Mauersegler

Ein Pappkarton leistet gute Dienste

Entkräftet hockt das Mauerseglerküken auf einem Küchentuch.

Mauerseglerküken können bei Nahrungsmangel aufgrund des nasskalten Wetters zwar in eine Hungerstarre verfallen, doch das funktioniert bei den ganz jungen Tieren noch nicht. Daher empfiehlt der LBV, wenn man einen Vogel findet, der sich nass und kalt anfühlt, ihn aufzusammeln, mit Küchenpapier abzutrocknen und ihn in einen kleinen Karton mit Luftschlitzen zu setzen. Dort soll er sich eine Nacht bei Zimmertemperatur ausruhen können.

Keine Scheu: Füttern erlaubt

Infos

Sollte diese Hilfe nicht ausreichen, um die Tiere wieder fit zu machen, gibt es noch die Möglichkeit sie zu füttern. Allerdings bedeutet das im Falle von Mauerseglern und Schwalben eine Zwangsernährung mit lebendigen Insekten, die in Baumärkten oder im Zoofachhandel erhältlich sind. Und am Besten verabreicht man die Futtertiere stündlich mit der Pinzette. Keine ganz leichte Aufgabe. Aber immer noch besser, als die flugunfähigen Jäger verhungern zu lassen. Einige Tage kann die Versorgung dauern. Ob der Vogel dann wieder stark genug ist, überprüft man, indem man ihn von der hoch erhobenen Hand starten lässt.

Der Frühling 2013 fällt ins Wasser

Jetzt ist es amtlich: zu nass, zu kalt, zu grau. Dieser Frühling ist wahrlich ins Wasser gefallen - und ein Ausreißer unter den Jahresanfängen. "Der Eindruck täuscht nicht: Gefühlt und gemessen stimmen überein", bestätigte heute Uwe Kirsche, der Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Seit Jahresbeginn habe es extrem wenig Sonnenschein gegeben. Bislang zählten die Meteorologen rund 450 Sonnenstunden. Damit gehört dieser Frühling zu den drei trübsten Einstiegen ins Jahr seit Beginn der Aufzeichnung vor mehr als sechzig Jahren. Mehr zum Wetter und seinen Kapriolen finden Sie in unserem Meteorologie-Dossier.

Meister der Lüfte und des Nestbaus


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wildbirdsandbees, Donnerstag, 30.Mai, 00:01 Uhr

1. Schwalbensterben

Leider bringt es nichts die entkräfteten Tiere nur aufzuwärmen.

Schwalben fallen genauso wie Mauersegler in den Energiesparmodus wenn es keine Nahrung gibt und die Reserven erschöpft sind.

Wärmt man sie dann nur auf, steigt der Stoffwechsel, sie verheizen ihre letzten Depots und verhungern.

Findet man die Tiere sind sie oft so stark geschwächt das sie keine Nahrung mehr verwerten können.
Eine Depotinfusion mit Nährlösung beim Tierarzt hilft den Stoffwechsel aufrecht zu erhalten so das die Verdauung wieder funktioniert.

Nach 2 Stunden kann man dann Traubenzuckerlösung mit einer Pippe seitlich an den Schnabelrand geben so das die Tiere trinken können.

Alle halbe Stunde einige Tropfen sorgen dafür das der Magen sich erneut an die Nahrungsaufnahme gewöhnt, dann kann man anfangen zu füttern.

Nach 2 Traubenzuckerwasserfütterungen kann man beginnen kleine Mengen Nahrung zu geben.

Meist eignet sich ein pastenartiger Futterbrei besser als ganze Insekten.

Hierzu besorgt man sich Heimchen, Mehlwürmer, Fliegenmaden, friert diese ein, zerkleinert sie gefroren zu Bröseln(kleine Mengen Tiere in Plastikbeutel und mit dem Nudelholz zerdrücken), mischt und streicht den Brei in eine Einwegspritze.

0,5ml Brei alle 2 Stunden pro Schwalbe. Danach einige Tropfen Wasser zum runterspülen.

Den Brei zu Kügelchen geformt portionsweise gleich einfrieren, so bleibt er frisch und man spart sich das Zubereiten vor jeder Fütterung.

Ein Vitamin-Mineralpräparat für Vögel sollte man zufügen nach Anweisung.

Infos wie man die nicht sperrenden Altvögel füttert findet man unter www.wildvogelhilfe.org, da gibt es auch Adressen an die man sich telefonisch/direkt wenden kann.