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Mathe und Motivation Warum Intelligenz allein nichts bringt

"Mathe kapier' ich nicht!" - doch warum eigentlich? Sind Schülerinnen und Schüler zu dumm? Oder gibt es für die latente Mathe-Schwäche vieler Jugendlicher noch einen anderen Grund? Wahrscheinlich schon.

Stand: 21.01.2013
Mathematikunterricht | Bild: picture-alliance/dpa

Bei Mathematik hat man den Eindruck, es gibt nur Schwarz oder Weiß: Entweder man kapiert die wundersame Zahlenwelt oder geht in ihr verloren. Doch woran liegt das eigentlich? Wie kann es sein, dass so viele Jugendliche an Mathe scheitern? Forscher der Ludwig-Maximilians Universität München haben jetzt rund 3.500 bayerische Schüler über mehrere Jahre hinweg beobachtet.

Lernstrategien und Motivation

Drei Aspekte standen bei der Untersuchung im Mittelpunkt: die Motivation, Lernstrategien und die Intelligenz der Jugendlichen. Das überraschende Ergebnis der Studie: Wie schlau Schüler sind, hat kaum eine Auswirkung auf den langfristigen Matheerfolg. Wichtig sind Motivation und die Lernstrategien.

Was steckt dahinter?

Motivation

Der Faktor Motivation setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

- Gefühl der Kontrolle ("Je mehr ich mich anstrenge, desto besser werde ich auch in Mathe.")
- Innere Motivation ("Ich lerne viel für Mathe, weil ich das Fach spannend finde.")
- Äußere Motivation ("Ich lerne viel für Mathe, weil ich gute Noten bekommen möchte.")

Die äußere Motivation hat den geringsten Einfluss auf das Matheergebnis.

Lernstrategien

Beim Lernen kann man zwei Ansätze unterscheiden:

- Tief gehende Lernstrategien ("Wenn ich mich auf Prüfungen in Mathe vorbereite, dann versuche ich Verbindungen zu anderen Gebieten in der Mathematik herzustellen.")
- Oberflächliche Lernstrategien ("Bei manchen Matheproblemen lerne ich einfach den Rechenweg auswendig.")

Oberflächliche Lernstrategien helfen den Schülerinnen und Schülern langfristig kaum.

Die Studie nutzte die Zahlen aus dem Projekt zur Analyse der Leistungsentwicklung in Mathematik, kurz Palma. Dabei wurden insgesamt 3.530 bayerische Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 aus Haupt- und Realschule und Gymnasium auf ihre Mathefähigkeiten hin untersucht. Darüber hinaus wurden Motivation, Lernstrategien und Intelligenz in Fragebögen getestet.

Schülerinnen und Schüler wurden dann besser, wenn sie das Gefühl hatten, dass sich ihre Anstrengung auszahlt, wenn sie Mathe als Fach spannend fanden und wenn sie tiefgehende Lernstrategien benutzten.

Nur bei den ganz jungen Schülerinnen und Schülern war die Intelligenz ein ausschlaggebender Faktor. Je älter die Jugendlichen waren, desto unwichtiger wurde er und die Motivation und Lernstrategien traten in den Vordergrund.

Wer schlecht ist, bleibt schlecht

Schulen sollten also darauf achten, gerade im Matheunterricht die Motivation der Jugendlichen aufzubauen und im Laufe der Schullaufbahn weiter anzufeuern. Vor allem, weil zusätzlich noch gezeigt werden konnte, dass der sogenannte "Matthew-Effekt" auch in der Mathematik eintritt. Dieser Effekt beschreibt das Phänomen, dass derjenige, der schlecht ist, langfristig sogar schlechter wird. Wer gut in Mathe ist, wird dagegen langfristig noch besser. Die Kluft zwischen den guten und den schlechten Schülerinnen und Schülern wird so immer größer.


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