Mars-Felsen, aufgenommen vom Opportunity- und Curiosity-Rover
Eine Bildcombo, die zwei Felsen auf dem Mars vergleicht: Das linke Bild wurde von der Opportunity aufgenommen, das rechte von der Curiosity. Der Fels links heißt "Wopmay" und liegt im Endurance Krater (aufgenommen am 6. Oktober 2004). Rechts befindet sich die "Sheepbed"-Einheit in der Yellowknife Bay im Gale Krater (aufgenommen am 18. Februar 2013). NASA-Wissenschaftler sind sich sicher, hier bei einer Bohrung Grundelemente des Lebens gefunden zu haben.
Mars-Mission Lebensfreundliche Bedingungen auf dem Mars
Vor Kurzem hat der Mars-Rover Curiosity mit seinem Bohrer einen Stein angebohrt und Proben aus dem Inneren genommen. Erste Ergebnisse deuten darauf hin: Es gab zumindest Voraussetzungen für mikrobielles Leben auf dem Planeten.
NASA-Forscher John Grotzinger äußerte sich begeistert über die neueste Entwicklung bei der Mars-Entdeckungs-Tour: Bei der untersuchten Gesteinsprobe des Mars-Rovers haben die Wissenschaftler wichtige Ausgangsstoffe für mikroskopisch kleinste Lebewesen gefunden, die früheres Leben auf dem Mars vermuten lassen. Wann genau das gewesen sein soll, ist allerdings noch völlig offen. Spuren von Schwefel, Stickstoff, Phosphor und Kohlenstoff wurden in der Probe entdeckt - Mineralien, die bei der Entstehung von Leben eine große Rolle spielen. Das Überraschende daran: Im Gegensatz zum roten Oberflächengestein des Mars, das chemisch sehr aggressiv ist, muss die urzeitliche Umgebung, die diese Mineralien schuf, lebensfreundlich gewesen sein.
Panoramabild vom Mars
Einen ganz besonderen Eindruck von der Marsoberfläche liefert das Mosaikfoto vom Mount Sharp: Er ragt mehr als 5.000 Meter hoch über den umliegenden Kraterboden hinaus. Curiosity hat von ihm zahlreiche Aufnahmen geschossen, die die NASA zu einem Panoramafoto zusammengesetzt hat. Auffallend ist der blaue Himmel, der durch einen Weißabgleich erreicht wurde. Normalerweise würde das menschliche Auge einen bräunlichen Marshimmel sehen. Klicken Sie auf die untenstehende Grafik, um sich selbst ein Bild davon zu machen. Sie können ganz nah hineinzoomen - fast, als würden Sie selbst über den Mars spazieren:
Curiosity schießt Berg in voller Breite
Gesteinsprobe des Rovers
Bei der NASA war vor der Premiere von Curiositys Bohrer die Anspannung groß. "In einen Stein zu bohren, um eine Probe zu entnehmen, wird die größte Herausforderung der Mission seit der Landung", sagte NASA-Manager Richard Cook. Im Lauf der Entwicklung des Mars-Bohrers waren auf der Erde mit acht verschiedenen Instrumenten mehr als 1.200 Löcher in zwanzig verschiedene Gesteinsarten gebohrt worden. Beim ersten Bohrversuch auf dem Mars ging alles gut: Curiosity drang ohne Probleme in den ausgewählten Stein ein und nahm Proben aus dessen Inneren. Für Verwunderung sorgte dessen Farbe: Der Stein, aus dem die Proben stammen, ist außen rot, der gesammelte Staub hingegen grau. NASA-Wissenschaftler vermuten, chemische Reaktionen mit Sauerstoff könnten den Mars rot gefärbt haben.
Kohlenstoff auf dem Mars?
Gerüchte um schmutzige Spitze
Für Unruhe in der Missionsleitung sorgten im September Gerüchte, dass der Roboterarm von Curiosity mit Keimen verseucht sein könnte. Die Bohrerspitze war womöglich nicht steril, als sie am äußersten Ende des Arms befestigt wurde. Irdische Mikroben an Curiosity könnten genau die Proben auf dem Mars kontaminieren, die der Roboter untersuchen soll.
Der Stein liegt in einer Senke namens "Yellowknife Bay" im Gale Krater. Die NASA-Wissenschaftler haben den Ort für die Premiere des Bohrers gewählt, weil der Boden dort jede Nacht langsamer abkühlt als an anderen Orten auf dem Mars. In diesem Krater hatte Curiosity bereits fünf Bodenproben genommen und eingehend analysiert. Dabei gab es eine interessante Entdeckung: Im Marssand fand er neben Sauerstoff und Chlorgas auch einfache Kohlenstoff-Verbindungen. Diese sind die molekulare Basis allen irdischen Lebens. Allerdings ist unklar, ob der Kohlenstoff wirklich vom Mars stammt oder ob der Marsrover ihn von der Erde mitgebracht hat. Falls sich herausstellt, dass die Moleküle wirklich vom Mars stammen, bedeutet das: Auf dem Mars gibt es Grundvoraussetzungen für Leben.
Die NASA warnte allerdings eindringlich vor vorschnellen Schlüssen und übertriebenen Erwartungen. "Curiositys zweiter Name ist Geduld", sagte der Leiter der Mars-Mission, John Grotzinger. "Davon brauchen wir jetzt eine ganz schön hohe Dosis." Einige NASA-Experten - unter anderem Grotzinger selbst - hatten zuvor Spekulationen angeheizt, dass der Forschungsroboter aufsehenerregende neue Funde gemacht habe. Angesichts des riesengroßen Medieninteresses ruderten sie dann aber zurück.
Jubel auch in Franken
Die NASA ist mit der Mission bislang hochzufrieden: "Wir sind glücklich und überrascht, wie gut es bisher läuft", sagte Mike Watskin, der Chef der Curiosity-Mission. Aber nicht nur im fernen Amerika freut man sich: Auch Unterfranken hat Grund dazu, denn Curiositys Laser, der von unterfränkischen Forschern entwickelt wurde, funktioniert bislang einwandfrei.
Curiosity auf einen Klick
Schwierige Landung im Krater
Curiositys schwieriger Landeplatz im Gale Krater hatte den NASA-Forschern allerdings Kopfzerbrechen bereitet: Der große und schwere Rover konnte nicht wie seine Vorgänger einfach an einem Fallschirm "fallen gelassen" werden. Auch die Airbags, die frühere Rover beim Aufprall genügend schützten, reichten hier nicht. Erst spezielle Landedüsen und ein "Himmelskran" machten das Aufsetzen möglich.
Anflug und Landung Bild für Bild
Die Anspannung war den Mitarbeitern insbesondere während der sieben Minuten langen Landephase dann auch ins Gesicht geschrieben. Doch am Ende verlief das riskante Manöver erfolgreich. Im Kontrollzentrum brach minutenlanger Jubel aus. "Das ganze Team ist außer sich. Es ist ein unglaubliches Gefühl", freute sich NASA-Manager Peter Theisinger nach dem Aufsetzen des Rovers.
Mission: Die Suche nach Leben
Offiziell heißt der über zwei Milliarden US-Dollar teure und rund 900 Kilogramm schwere Rover "Mars Science Laboratory". Als rollendes Labor soll er auf dem Mars zwei Jahre lang nach organischen Materialien suchen, den grundlegenden Zutaten für Leben. "Es ist kein Rover, wie man ihn bisher kannte", beschreibt der Direktor des Marsprogrammes Doug McCuistion die Sonde auf Rädern. Curiosity sei das komplexeste von Menschenhand geschaffene Objekt, "das jemals auf der Oberfläche eines anderen Planeten landete".
Curiosity ist mit einer Vielzahl von ausgeklügelten Instrumenten bestückt.
Dazu gehören unter anderem ein Bohrer zur Erforschung von Gesteinsschichten, ein Strahlungsmessgerät sowie ein Laser, der den Marsboden in einem Umkreis von rund sechs Metern um den Rover chemisch untersuchen kann.
"Es ist die anspruchsvollste Mission, die wir je zu einem anderen Planeten geschickt haben."
Doug McCuistion, Direktor des Marsprogrammes der NASA
Curiosity im Detail
Nächste Mission bereits in Planung
Die US-Raumfahrtbehörde plant schon ihren nächsten Mars-Roboter. "InSight" soll er heißen und 2016 auf den Roten Planeten geschickt werden. Er soll Tiefenbohrungen vornehmen und so das Innere des Mars genauer untersuchen. So soll herausgefunden werden, ob das Innere des Planeten flüssig oder fest ist, und warum die Oberfläche des Mars nicht wie die der Erde aus tektonischen Platten besteht. Dabei werden auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau beteiligt sein.

Wetter





raumfahrtfan, Samstag, 16.Februar, 14:40 Uhr
10.
Einen Menschen auf den Mars zu schicken... das war der Traum einer 1970er Technologie. Doch seither hat die Elektronik und Computertechnologie zugelegt. Was kann ein Mensch auf dem Mars schon leisten, was ein Roboter nicht auch könnte. Dazu noch um so vieles billiger. Danke für jeden tollen Bericht über "unseren" Aufbruch ins nahe Weltall.
Gecko, Montag, 05.November, 19:57 Uhr
9. Nach Messung von Curiosity kein Methan auf dem Mars
Hallo zusammen,
in der irdischen Atmosphäre kommt Methan mit einem Anteil von 2 ppm (parts per million = 2 Millionstel) bei einem mittleren Luftdruck von 1 bar vor.
Das Meßgerät von Curiosity kann Methankonzentrationen nur ab 5 ppm messen bei einem mittleren Luftdruck des Mars von < 10 mbar.
Das bedeutet, dass das Messgerät von Curiosity zwar die irdische Konzentration leicht messen könnte, für das Marsklima aber offenkundig zu unempfindlich ist.
FloJo, Montag, 22.Oktober, 15:10 Uhr
8. Warum muss sich die Forschung immer rechtfertigen
Da macht man alle paar Jahre eine Forschungsreise auf unseren Nachbarplaneten und muss sich dafür auch noch rechtfertigen...
Wir verblasen so viel mehr Geld für Waffen, der Überproduktion von Lebensmittel und anderen Dingen die nicht zum Wohle der Menschheit genutzt werden und dennoch beschweren sich einige über die Marsmission.
Und das Argument "wir sollten uns erst um die Probleme auf der Welt kümmern" ist eh das dümmste überhaupt. Denn wir werden immer Probleme haben. So gut wie z.Z. ging es den Menschen nie in der Geschichte der Menschheit. Außer für die Schwarzmaler vielelicht
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