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Lügen üben Tipps fürs richtige Mogeln

Psychologen zufolge flunkern wir mehrmals pro Tag. Eigentlich müssten wir wahre Lügenprofis sein. Doch immer wieder verstricken wir uns und werden schließlich bei der Unwahrheit ertappt. Grund genug, das Lügen zu üben.

Stand: 17.10.2017

Frau zwinkert und freut sich - hat sie gerade gemogelt? | Bild: colourbox.com

Wir flunkern, dass sich die Balken biegen - sei es, um unsere Haut zu retten, um selbst gut dazustehen oder um jemanden vor etwas Unangenehmem zu schützen. Wollen wir beim Flunkern nicht auffliegen, sollten wir uns noch einmal das Grundprinzip der Lüge vor Augen führen: Jede Lüge muss gut durchdacht sein! Schließlich: Nichts ist folgenreicher als spontanes Lügen.

Fehler beim Lügen

Die Reflexlüge

Sie treffen auf der Straße einen Bekannten, neben dem Sie vor ein paar Jahren bei einem Abendessen stundenlang sitzen mussten und sich langweilten. "Hallo, schön Sie zu sehen! Wie geht es Ihnen?"

STOPP: Treten Sie nicht in die Falle der konventionellen Heuchelei. Es kostet Sie Stunden, sich die Litaneien des Anderen anhören zu müssen und eine weitere Lüge, um das Gespräch zu beenden.

Ein einfacher Satz hilft Ihnen aus der Klemme: "Ja, hallo! Schade dass wir nicht reden können, ich bin in Eile. Grüßen Sie Ihre Frau!" Das ist zwar auch eine Lüge, doch eine, die sich lohnt und Ihnen Zeit und Nerven spart.

Die Dummlüge

Ihre Chefin entdeckt einen Fehler, den Sie begangen haben. "Das war ich nicht, den Auftrag hat wohl Frau Müller liegen gelassen ..."

STOPP: Bedenken Sie die Konsequenzen. Ihre Chefin wird Frau Müller befragen, mit dem Ergebnis, dass sie eine Untersuchung einleiten wird und sich Ihre Kollegen in der Mittagspause künftig an einen anderen Tisch setzen werden als Sie.

Statt die Schuld auf Mitmenschen zu schieben, greifen Sie besser zur Computerlösung: "Was, die E-Mail ist nicht angekommen? Das gibt es doch nicht! Ich werde meine Post künftig nur noch per Einschreiben versenden ..."

Die Durchschnittslüge

Sie kommen zu spät zur Arbeit. Ihr Chef tobt. "Tut mir leid, ich stand im Stau ... Die U-Bahn hatte Verspätung ..."

STOPP: Das sind die falschen Entschuldigungen. Zwar kann Ihr Chef Ihnen die Lüge nicht nachweisen, doch wird er sich merken, dass er Ihnen nicht trauen kann.

Stattdessen werden Sie lieber kreativ: "Tut mir leid, aber vor mir auf dem Gehsteig ist eine Frau umgefallen und ich wollte sie nicht allein lassen, bis der Krankenwagen kommt." Diese Lüge lässt Sie als sozial engagierten Menschen erscheinen und ist so dreist und selten, dass sie wohl kaum als Lüge auffallen wird.

Flunkern für mehr Freunde

Wer sich durch's Leben lügt, hat mehr Freunde. Fragt sich nur, wie lange die das mitmachen.

Haben Sie sich diese Lektionen gut eingeprägt? Dann können Sie sich ab sofort gekonnt durchs Leben lügen und werden ein beliebter Mensch sein: Immerhin haben Psychologen herausgefunden, dass gute Lügner mehr Freunde haben als ehrliche Menschen. Die Frage ist nur, wie lange das so bleibt ...

Lügen schadet der Gesundheit

Der Gesundheit ist Lügen nicht zuträglich. Das ergab eine Studie der US-Universität Notre Dame in Indiana 2012. Für ihre Analyse testete die Psychologin Anita Kelly zehn Wochen lang 110 Studienteilnehmer mittels Lügendetektor. Außerdem mussten die Testpersonen Fragebogen über ihre Gesundheit sowie ihre Beziehungen ausfüllen. Der Hälfte der Probanden wurde vorgeschrieben, während der Tests nicht zu lügen. Sie durften ihre Antwort verweigern und Geheimnisse haben, aber nie die Unwahrheit sagen. Die andere Gruppe bekam keine Vorschriften.

Ergebnis: Wer häufiger lügt, leidet auch öfter unter seelischen und körperlichen Beschwerden. Diejenigen, die bei der Wahrheit blieben, klagten deutlich seltener über Verspannungen, Stress, Kopf- und Halsschmerzen, Traurigkeit und Angst. Die Erklärung der Mediziner: Wer weiß, dass er nicht oder kaum lügt, hat weniger Stress und ist daher in einer besseren körperlichen und geistigen Verfassung.

  • "Wie sich Lügner verraten": am 17. Oktober 2017 um 15 Uhr in "Planet Wissen", ARD-alpha

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