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Krill, Plankton, Algen Die Basis des Lebens

Für das bloße Auge sind sie fast unsichtbar, für das Leben in den Ozeanen aber unerlässlich: Kleinstlebewesen pflanzlichen und tierischen Ursprungs. Sie dienen Robben, Pinguinen und Walen als Nahrung. Doch was passiert, wenn sich durch den Klimawandel die Meere erwärmen?

Stand: 12.07.2012
Eine farbenprächtige, riesige Planktonblüte, die der Satellit Envisat im Norden Europas aufgenommen hat. | Bild: picture-alliance/dpa

Fast 98 Prozent der Biomasse in unseren Weltmeeren bestehen aus Plankton, also aus winzig kleinen im Wasser dahintreibenden Pflanzen und Tieren. Sie sind die Grundlage allen Lebens im Meer, indem sie die Nahrungsbasis für Fische, Robben oder Wale bilden. Ohne sie wären unsere Ozeane leer.

Prinzip der Photosynthese

Grob teilt man die Kleinstlebewesen in pflanzliches und tierisches Plankton auf: in Phytoplankton und Zooplankton. Wenn das Phytoplankton die richtigen Bedingungen vorfindet, kann es sich unglaublich schnell vermehren. Dazu braucht es Sonnenlicht - das heißt, die Algen müssen relativ dicht unter der Oberfläche treiben - maximal zwanzig Meter tief. Und bestimmte Nährstoffe müssen beispielsweise für die Kieselalgen in ausreichender Menge vorhanden sein: Dann kommt es zur Algenblüte.

Schwund an Biomasse

Phytoplankton wie die Kieselalge bildet die Nahrungsgrundlage für zahlreiche kleine tierische Organismen im Meer. Jahrmillionen hat das Phytoplankton den Strömungen und Widrigkeiten der Weltmeere getrotzt, doch heute sind die Minipflanzen gefährdet. Seit 1950 ist die Biomasse an tierischem oder pflanzlichem Plankton fast um die Hälfte zurückgegangen. Dies ist wohl eine Folge des Klimawandels.

Nahrungsgrundlage für Wale und Robben

Der Krill - eine Mini-Garnele - die bei Gefahr rötlich leuchtet.

Gibt es weniger Kieselalgen, dann bekommt eine andere Planktonart ein Problem: tierisches Plankton, das sich auf Kieselalgen spezialisiert hat. Wie zum Beispiel der Krill in der Antarktis: Bis zu sechseinhalb Zentimeter groß wird die Mini-Garnele, die bei Stress rötlich leuchtet. Ohne sie würden Bartenwale und Krabbenfresser-Robben verhungern.

Krill weidet sich an Algenblüte

Algen und Krill brauchen das Meereis zum Leben.

Auf eine Menge von unglaublichen 130 Millionen Tonnen schätzen manche Experten den Krill allein im südlichen Ozean. Der antarktische Krill liebt und braucht die Nähe zum Meereis. Er grast die grün-bräunlich leuchtenden Kieselalgen regelrecht von den Meereisschollen ab. Wenn es hell ist, versteckt er sich in den tieferen, dunkleren Wasserschichten vor Räubern. Wenn es dunkel ist, traut er sich nach oben, wo die Kieselalgen "blühen".

Leichte Beute

Der Lebensraum für Krill wird kleiner und damit schwindet die Lebensgrundlage für Wale.

Der Krill bewegt sich in Schwärmen durchs Wasser und macht es seinen Feinden damit leicht: Bartenwale müssen ihr Maul nur weit genug aufreißen, um Tausende der Leuchtgarnelen gleichzeitig fressen zu können. Kieselalgen, antarktischer Krill und Bartenwale bilden eine kurze, aber perfekt organisierte Nahrungskette.

Klimawandel verändert Nahrungskette

Doch der Klimawandel erwärmt das Meer. Das Eis bricht ab und schmilzt im sich erwärmenden Wasser. Und mit ihm verschwinden die scheinbar endlosen Nahrungsgründe des Krill. Und noch etwas ändert sich: Die Biomasse im Meer nimmt ab und es gibt eine Verschiebung von den Kieselalgen hin zu kleineren Algen. Wie kommt der nächste in der Nahrungskette damit klar, der Krill? Über die Auswirkungen auf den Menschen können Forscher bislang nur spekulieren. Fest steht: Ohne Plankton kein Krill. Und ohne Krill letztlich keine Fische.

Weltmeere im Klimawandel


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