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Inklusion Thema

Von: Die Autoren dieses Dossiers sind Volontäre des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses

Stand: 29.04.2014


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Alles inklusive?

Alles inklusive? | Bild: BR

Sie haben körperliche Behinderungen, Lernschwächen, geistige Einschränkungen - und trotzdem gehen die Kinder in die Regelschulklasse. Dieses Ideal der UN soll seit 2011 auch in Bayern umgesetzt werden. Im Schuljahr 2013/14 gibt es hier 127 Inklusionsschulen. Doch es bestehen Zweifel: "Was wir jetzt machen, ist die Umsetzung der UN-Konvention zum Billigtarif", sagt Schulleiterin Simone Fleischmann, die ihre Schule zur Inklusionsschule machen möchte. Wir haben mit Eltern, Lehrern und Experten gesprochen, haben uns verschiedene Schulen angeschaut und gemerkt: Es gibt eben nicht alles immer inklusive!

Wie dieses Dossier entstanden ist

Dieses Dossier wurde von Hörfunk-Volontären des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp) im Rahmen des Seminars "Online/Crossmedia" erstellt. Das ifp ist die Journalistenschule in Trägerschaft der Katholischen Kirche. 

Inklusion

Kinder sitzen an Tischen und melden sich | Bild: Sebastian Grom/ifp zum Artikel Vorzeigeschule Außergewöhnlich normal

In dieser Grundschule funktioniert es schon: Alle lernen zusammen. Und zwar so gut, dass es niemandem auffällt. Woran liegt das? [mehr]

Inklusion

Henrike Paede | Bild: BR zum Artikel Eltern ohne Information Keiner hat wirklich Ahnung

Die Idee ist gut, die Umsetzung miserabel. Der Elternverband steht noch immer vor einem großen Fragezeichen. Es fehlen schlichtweg die Informationen. [mehr]

Inklusion

Linda Summer-Schlecht fördert ihren Sohn auch zu Hause | Bild: Verena Tröster/ifp zum Artikel Erklärtes Ziel Inklusion Vorerst gescheitert

Der Wille war groß, aber gereicht hat es am Ende nicht. Der neunjährige Felix ist zurück im Förderzentrum. In der normalen Grundschule konnte er nicht bestehen. [mehr]

Inklusion

Schulbegleiterin mit Schüler | Bild: Ninja Friedel/ifp zum Artikel Schulbegleiter Nicht allein

Lukas hat Hilfe - zum Glück. Zu zweit kann er schaffen, woran er alleine scheitern würde. [mehr]

Inklusion

Grund- und Mittelschule Poing | Bild: Grund- und Mittelschule Poing zum Artikel Auf dem Weg Vorbild sein wollen

Eine Schulleiterin will die Inklusion. Das Gleiche leisten wie die Förderschulen, trotz weniger Zeit. Geht das? [mehr]

Inklusion

Monika Ahrens unterstützt ihren Sohn in allen Lebenslagen | Bild: Anna Kohn/ifp zum Artikel Förderschule Wie eine große Familie

Eine Mutter will für ihren Sohn nur das Beste: Individuelle Förderung und Lernen ohne Druck. Eine Inklusionsschule kommt deshalb für sie nicht in Frage. [mehr]

Inklusion

Junge sitzt in der Klasse und sortiert seine Unterlagen | Bild: Sebastian Grom/ifp zum Artikel Montessori-Schule Private Alternative

Was die neuen Inklusionsschulen mühsam umsetzen, passiert hier schon seit Jahren. Und das ohne Verordnung, sondern freiwillig. [mehr]

Inklusion

Oswald Utz, Behindertenbeauftragter der Stadt München | Bild: Markus Gann zum Artikel Behindertenbeauftragter Noch ist nichts inklusiv

Die Schule ist nur ein Anfang - Oswald Utz will deutlich mehr. Ihm geht es um die gesamte Gesellschaft. Umdenken dringend erforderlich. [mehr]


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Edwin Stegmann, Dienstag, 09.September, 09:45 Uhr

14. Inklusion im Kindergarten

Großes Thema bei der Inklusion ist unser Schulsystem.
Inklusion fängt aber bereits in den Kindertagesstätten an.
Hier liegt aber vieles noch im Argen, was wir selbst mit unserer Tochter erleben mussten. Ein sogenannter "Integrativer Kindergarten" , der dafür auch eine entsprechende Finanzierung über den Bezirk erhalten hat, hat unserer Tochter den Kindergartenplatz gekündigt. Kinder mit einer umfassenden Behinderung wurden in diesem Kindergarten gar nicht betreut, sondern die Gelder hat man für Kinder bezogen, die eine gewisse Entwicklungsverzögerung aufwiesen - alles andere war zu aufwendig. An die Leistungsvereinbarung der Bayerischen Bezirke hat sich der Kindergartenträger auch nicht gehalten, denn der vorgehaltene pädagogische Fachdienst hatte nicht die erforderliche Qualifikation, z.B. als Heilpädagoge. Der Kindergartenträger hat sich letztlich ohne unser Wissen sogar an das zuständige Jugendamt gewandt, um eine Kindswohlgefährdung zu unterstellen.
Letztlich wurden wir als schwierige und unmögliche Eltern dahingestellt. Wir sind mit all diesen Erfahrungen regelrecht traumatisiert und haben auch aus diesen Grund unseren bisherigen Wohnort verlassen.

Gerti Maier, Mittwoch, 23.Juli, 17:24 Uhr

13. Inklusion

Ich begleite als Heilpädagogin die Eltern mit ihren Kindern hin zur Schule. Das Recht auf Inklusion fühlt sich dabei oft sehr zynisch an, wenn man die ganzen Hürden nehmen muss, und am Ende doch keine vernünftige Beschulung der Kinder mit Förderbedarf möglich ist, weil die Kosten für entsprechende Rahmenbedingungen nicht übernommen werden. Eine Inklusionsschule, mit entsprechendem Profil, die seit vielen Jahren erfolgreich, vor allem mit dem Tandem-Modell, arbeitet, weiß wieder bis heute nicht, ob die erste Klasse für das kommende Jahr als Tandem zustande kommt! Alle hängen in der Luft! "Es bestehe nicht genug Förderbedarf" bei den eingeschriebenen Kindern, maximal für eine "Projekt - Klasse", was wieder mind. 4 Lehrerstunden weniger bedeutet. Der Förderbedarf wird durch Gutachten die die Intelligenz betreffen ermittelt, der IQ sollte dabei unter 70 liegen. Das geht an den Bedürfnissen vorbei, da wir viele Kinder haben, die im Regelschulsystem nicht bestehen könnte, sei es aus psychischen oder entwicklungsbedingten Gründen, deren IQ aber häufig höher als 70 liegt. Über den Förderbedarf entscheidet eine Stelle, die von der Praxis weit entfernt ist! Die Pädagogen die seit Jahren mit dem Kind und den Eltern arbeiten werden dabei nicht gehört und Empfehlungen ignoriert. Es bleibt meist bei der traurigen Erfahrung, dass die Gesellschaft samt der Politik die dahinter steht kein Interesse an echter Inklusion hat. Bei uns und vor allem bei den Eltern der Kinder mit besonderen Bedürfnissen keimte durch die UN-Konvention in den vergangenen Jahren Hoffnung auf - wo sie nun auch gleich wieder erstickt wird. Hilfreiche Schulbegleitung gibt es in einigen Kommunen nur noch für Asperger Diagnosen - es wäre interessant, ob es bereits mehr Kinder mit diagnostiziertem Asperger Syndrom gibt? Ich vermute schon...

Kerstin Paulus, Dienstag, 17.September, 08:54 Uhr

12. Inklusion

Ich arbeite als Fachdienst im Kindergarten. Wenn den Kindern erklärt wird, warum zB. Anna anders aussieht oder Lukas im Rollstuhl sitzt, haben Kinder keine Berührungsängste. Die Eltern haben meist mehr Probleme. Eltern beeinträchtigter Kinder haben Angst, ihr Kind wird nicht genug gefördert. Eltern mit Kindern ohne Behinderung haben Angst ihrem Kind entstehen Nachteile. Ich denke beide profitieren. In unserem Zeitalter sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass keiner ausgeschlossen wird und eine echte Wahlmöglichkeit besteht, in welche Einrichtung das Kind gehen kann. Aber selbst Fachleute, die mit Menschen mit Beeinträchtigung arbeiten, kennen nicht die UN Behindertenrechtskonvention oder treten für Inklusion ein, da ihr Berufsfeld gefährdet wäre.

Schmetterling, Montag, 03.Juni, 21:10 Uhr

11. Das Recht auf Inklusion

Von einer individuellen Förderung in Sonderschulen kann nicht die Rede sein. Wenn man sich das Sonderschulsystem besser anguck,t da kann man nur den Kopf schütteln. In Sonderschulen werden seit Jahren vier Jahrgänge mit ungefähr 11 Kindern in einer Klasse unterrichtet, wobei der Grad der Behinderung unterschiedlich groß ist. Eine Sonderpädagogin und eine Heilerzieherin schaffen diese Kinder nicht gerecht zu fördern obwohl diese Kinder auch ein riesen Potenzial haben. Deutschlands Politiker sollten sich eigentlich schämen, weil sie sich seit Jahren nie gekümmert haben, dass behinderte Kinder in Sonderschulen zum Schuljahresbeginn auch mal ein Lehrbuch kriegen. Behinderte Kinder haben das tausendfache an mehr Förderbedarf als nicht behinderte Kinder. Wie kann man dann von einer individuellen Förderung Sonderschulen sprechen? Die hat es in Sonderschulen nie gegeben.Behinderte Kinder werden in Sonderschulen als eine Arbeitsbeschaffungsmassnahme für Pädagogen angesehen und nichts anderes.

Spiegl, Montag, 28.Januar, 09:42 Uhr

10. Norbert

Der Beitrag INKLUSION KOMPAKT geht an der Wirklichkeit vorbei.
So schaut die Wirklichkeit aus: Es gibt so gut wie keine Bewegung im Bereich der Regelschulen und deren Träger, inklusive Beschulung Wirklichkeit werden zu lassen. Die vielen Kleinigkeiten, die in der Summe erst eine Inklusion ermöglichen, werden von der Verwaltung zu großen Hindernissen aufgebaut. Deren Überwindung ist für Schüler mit Behinderung und deren Eltern kaum möglich.
Zusammenfassung: Schüler mit Behinderung sind nur in SONDERSchulen gern gesehen. Dort bringen sie Geld und schaffen und erhalten schöne Arbeitsplätze.

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