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Tiere im Winter Richtige Hilfe für Igel

Einfach putzig sehen sie aus, die knopfäugigen Igel. So richtig zum Knuddeln - wenn sie nicht gerade ihre Stacheln ausfahren. Doch das sollten sie! Denn gerade im Winter sammeln viele Menschen aus falsch verstandener Tierliebe jeden Igel auf, der ihnen über den Weg läuft. Total falsch, warnen Experten!

Stand: 11.11.2015

Die meisten Igel brauchen keine Winterhilfe. Ein Schälchen warme Milch beispielsweise kann für Igel tödlich sein, gerade wenn sie kränkeln - denn von Milch bekommen Igel Durchfall. Aufsammeln sollte man nur Igel, die bei Dauerfrost oder geschlossener Schneedecke unterwegs sind. Gerade, wenn eine andauernde zu milde Witterung den Igel zu früh aus dem Winterschlaf gerissen hat, kann dies der Fall sein. Normal ist es dagegen, wenn Igel im Herbst herumlaufen. Sie suchen sich lediglich ein gemütliches Schlafplätzchen.

Igel-Paradies im Garten

Wer einem Igel wirklich helfen will, lässt seinen Garten möglichst naturnah und verschiebt Aufräumarbeiten auf das Frühjahr. Laubhaufen im Garten sind ideal: Igel verkriechen sich darin und verbringen den Winter unter der schützenden Laubschicht. Gerne angenommen wird auch ein einfacher, trockener Verschlag. Darin baut sich der Igel sein Nest. Man kann ihm dafür ausreichend trockenes Heu und Laub zur Verfügung stellen. Sogenannte Igel-Iglus kommen dagegen nicht so gut an, da sie innen schnell feucht werden und schimmeln.

Wann brauchen Igel Hilfe?

Beobachten Sie ein umherstreifendes Tier genau. Verletzte oder kranke Igel erkennt man daran, dass sie tagsüber herumliegen, mager sind und sich apathisch verhalten. Wenn der Igel hustet, ist das ein Hinweis auf Befall mit Parasiten. "Problemigel" haben außerdem deutlich weniger als 600 g Gewicht. Auch kleine, verwaiste Igelsäuglinge sind ein Alarmzeichen. In diesen Fällen müssen Sie eingreifen und das Tier zum Tierarzt oder ins Tierheim bringen. Manche Tierheime haben eine eigens eingerichtete Igelstation. Krankheiten und Kälte sind übrigens nicht die einzigen Feinde des Igels. Auch Gartengeräte wie Tellersensen, Rasentrimmer, Häcksler und Laubsauger sind eine ernsthafte Bedrohung für die Stacheltiere.

Überwintern im Keller

Wenn Sie eine Überwinterung daheim planen - und der Tierarzt das für sinnvoll hält! - sollte der Keller dunkel sein und eine Kiste mit Holzwolle und Laub für den Igel bereit stehen. Im Frühjahr sollten die Tiere so schnell wie möglich in die Freiheit entlassen werden, wenn sie fressen und munter sind. Einsperren oder einzäunen ist nicht im Sinne des Tierschutzes. Schaffen Sie unberührte und unordentliche Ecken in Ihrem Garten und gewähren Sie so den stacheligen Gesellen Unterschlupf


Extra-Tipp: Nahrung für den Igel

Igel mögen gerne das, was auch die Katze frisst: Katzentrockenfutter, außerdem Thunfisch, gerne auch mal ein hartgekochtes Ei oder Hackfleisch mit Haferflocken.

Link-Tipps

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie unter anderem auf den Internetseiten von Bund Naturschutz e.V., Landesbund für Vogelschutz, und dem Verein für integrierten Naturschutz Deutschland e.V.


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