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Hochbegabung Genies in der Schule

Sie sind störrisch und können in der Schule kaum stillsitzen. Sie träumen und ziehen sich zurück. Lehrer und Eltern sind meist ratlos, wenn die Diagnose lautet: hoch begabt. Welche Möglichkeiten der schulischen Förderung gibt es für diese Genies?

Stand: 01.12.2011
Junge macht seine Hausaufgaben. | Bild: Image Source

Wer einen Intelligenz-Quotienten von mehr als 130 hat, gilt als besonders begabt oder hoch begabt. Auf rund zwei Prozent der Bevölkerung trifft das zu. Was zunächst positiv klingt, ist bei Kindern und Jugendlichen mit vielen Problemen verbunden. Denn aufgrund ihrer Besonderheit werden sie in der Schule schnell zum Außenseiter.

Hochbegabte fallen auf

Hochbegabte fallen häufig durch kreative oder originelle Lösungsansätze auf.

Hochbegabung ist Fluch und Segen zugleich. Die Kinder sind meist sehr sensibel, kreativ und intuitiv. Sie begreifen schneller als ihre Altersgenossen, was sie aber nicht vor Misserfolgen in der Schule schützt. Sie machen ihre Hausaufgaben nicht immer ordentlich, ihnen unterlaufen bei leichten Aufgaben Fehler und sie verhalten sich oft unangepasst. Hier ist die Erfahrung des Lehrers gefragt, zu erkennen, ob der Schüler unterfordert ist.

Intelligenztests - was sagen sie aus?

Zum Messen der intellektuellen Fähigkeiten des Schülers wird dann zumeist ein standardisierter IQ-Test herangezogen. Diese Tests sollen in erster Linie die Begabungsrichtung und die Intelligenzhöhe des getesteten Kindes bestimmen. Die Testergebnisse bestätigen oft die Einschätzung der Eltern hinsichtlich der Begabungen ihres Kindes und schützen davor, den Sohn oder die Tochter zu über- bzw. zu unterfordern.

Förderung von Hochbegabten

Selbstständiges und projektorientiertes Arbeiten steht im Vordergrund.

Lehrer orientieren sich bei der Vermittlung des Lernstoffs zumeist am Klassendurchschnitt. Bei Schülern, die mehr Stoff verarbeiten könnten, als der Lehrplan in einer bestimmten Zeit vorsieht, hat der Lehrer zwei Möglichkeiten: Er kann den normalen Unterricht beschleunigen (Akzeleration) oder anreichern (Enrichment). Beide Maßnahmen setzen eine flexible Unterrichtsgestaltung und motivierte Pädagogen voraus.

Beschleunigung der Schullaufbahn

Unter Beschleunigung versteht man die frühzeitige Einschulung in die Grundschule, den frühzeitigen Übergang in weiterführende Schulen oder auf die Universität und das Überspringen einer oder mehrerer Klassen. Beschleunigung muss aber nicht immer nur das Überspringen einer Jahrgangsstufe bedeuten: So kann ein begabter Schüler auch ein Schulbuch eigenständig schneller durcharbeiten.

Anreicherung des Unterrichts

Eine besondere Begabung kann auch beim Sport gegeben sein.

Mit Anreicherung ist die Erweiterung oder Vertiefung des Lehrstoffs gemeint. So kann man in Extra-Wahlfächern weitere Interessensgebiete anbieten und fördern wie Musik, Sport, Fremdsprachen, fremde Kulturen und Völker, Raumfahrt, Kunst und Geschichte - entsprechend den Anlagen des Schülers und den Möglichkeiten der Schule.

Förderklassen in Bayern

Mittlerweile gibt es in Bayern, über alle Regierungsbezirke verteilt, an acht Gymnasien Förderklassen für Hochbegabte: in Augsburg, Bayreuth, Deggendorf, Gauting, München, Nürnberg, Weiden und Würzburg. Ein mehrstufiges Aufnahmeverfahren soll sicherstellen, dass die Schüler tatsächlich hochbegabt sind. Ein Schulpsychologe untersucht jeden Bewerber und schreibt ein diagnostisches Gutachten. Bei erfolgreicher Beurteilung werden die Schüler zu Kennenlern-Tagen eingeladen, um herauszufinden, ob sie auch in der Klasse zueinanderpassen.

Bei Hochbegabten: weniger Wiederholung, dafür mehr Vertiefung im Unterricht.

Im Hochbegabtenprogramm sollen die Schüler ihre Kreativität entfalten und ihre Begabungen herausbilden. Der Unterricht hat ein höheres Lerntempo mit weniger Wiederholungen. Dafür sind mehr anspruchsvolle Übungen vorgesehen, zum Beispiel Referate und Präsentationen. In zusätzlichen Schulstunden stehen selbstbestimmtes und projektorientiertes Arbeiten im Vordergrund.


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