Blick auf den Wald von Iwokrama
Das Gebiet hat ungefähr die Fläche von Mallorca. Er ist Heimat von vielen Tieren - auch Fröschen.
Ökosystem Iwokrama Wenn Frösche Alarm schlagen
Das kleine Guyana in Südamerika hütet seinen unberührten Regenwald. Der soll aber auch den Menschen nutzen. Ein deutsches Forschungsteam geht deswegen im Iwokrama Regenwaldschutzgebiet auf Froschsuche.
Noch ist die Abholzung in Guyana nicht angekommen. Über 75 Prozent der Landesfläche ist in dem südamerikanischen Land weitestgehend unberührter Regenwald. Aber der wirtschaftliche Druck wächst, Kapital aus den Wäldern zu schlagen. Im Iwokrama Regenwaldschutzgebiet wird deswegen die nachhaltige Nutzung bestimmer Waldgebiete erprobt. Davon soll am Ende die Bevölkerung profitieren und das ökologische Gleichgewicht nicht gestört werden. Auch die Forstwirtschaft soll in einem streng reglementierten Rahmen zugelassen werden. Ein von der Deutschen Forschungsgesellschaft gefördertes Projekt untersucht im Wald von Iwokrama, ob das Projekt nicht doch Spuren hinterlässt. Den entscheidenden Hinweis sollen Frösche geben.
Frösche geben Alarm
Guyana
Lage: Staat nördlich von Brasilien und östlich von Venezuela
Einwohner: rund 750.000
Anteil der Regenwaldfläche: 75 Prozent
Vom Tiger-Makifrosch bis zum Hornfrosch, Regenwälder wie in Iwokrama besitzen eine hohe Vielfalt an Amphibien. Die Biologen Monique Hölting und Raffael Ernst von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung nehmen die Entwicklung dieser Artenvielfalt deshalb seit 2009 als Indikator für Veränderungen im Ökosystem. Im Projekt BioDec Guiana vergleichen die Forscher bewirtschaftete mit unberührten Waldstücken im Wald von Iwokrama. Die Biologin Monique Hölting zählt dafür Frösche.
Oft helfen die Geräusche der männlichen Frösche bei der Suche von Monique Hölting, denn viele Arten wie der Hornfrosch sind gut getarnt. Wie das Ökosystem beeinträchtigt wird, das zeigt aber nicht nur die Anzahl der Arten und der Frösche selbst. Bei BioDec Guiana geht es auch um die Eigenschaften und Überlebensstrategien der Arten und deren Rolle in den Nahrungsnetzen tropischer Wälder. "Es gibt auf jeden Fall nicht nur ein Artensterben, sondern eine Veränderung der Artenzusammensetzung und somit unter Umständen auch der ökologischen Eigenschaften und Funktionen," sagt Projektleiter Raffael Ernst.
Wichtige Hinweise geben deswegen auch Flächen, die vor und nach dem Einschlag beobachtet wurden. Denn dann können auch andere Arten heimisch werden. Veränderungen finden sich auch dort, wo man es nicht vermutet - zum Beispiel an einer Zufahrtsstraße.
Krötenglück an der Zufahrtsstraße
Die Forscher haben Veränderungen durch das Anlegen und die Benutzung von Zufahrtsstraßen beobachtet. In den Fahrspuren kann sich dort sehr viel Wasser sammeln. Manche Arten fühlen sich dort dann pudelwohl und verbreiten sich. So ist etwa die Aga-Kröte zumindest ein Gewinner der Holzwirtschaft. Wie viele gleichzeitig verlieren, ist noch unklar.

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