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Exzellenz-Initiative Bayerische Unis bleiben Elite

Jetzt stehen die Sieger der zweiten milliardenschweren Exzellenz-Initiative fest. Elf statt bislang neun Elite-Unis soll es geben: Die beiden Münchner Universitäten behalten ihren Titel, fünf neue Hochschulen steigen auf. Doch es gibt auch überraschende Absteiger.

Stand: 15.06.2012
Studenten im Hörsaal | Bild: picture-alliance/dpa

"Elite-Unis" will das Bundesbildungsministerium schaffen. 2,7 Milliarden Euro stellen Bund und Länder in den kommenden fünf Jahren für diese Initiative bereit. Neun Hochschulen wurden bereits von 2006 an gefördert, zwei davon befanden sich in Bayern, in München: Die Ludwig-Maximilians-Universität und die Technische Universität München dürfen ihren Titel auch behalten.
In die zweite Runde gehen ebenfalls die FU Berlin, Konstanz, Heidelberg und die RWTH Aachen. Neu in den Kreis steigen auf: die Humboldt-Universität Berlin sowie Bremen, Dresden, Köln und Tübingen. Zu den Absteigern gehört überraschend die Universität Karlsruhe, die wegen ihrer viel gelobten Zusammenarbeit mit der außeruniversitären Forschung besonders im Blickfeld der Bildungspolitik steht. Auch Göttingen und Freiburg verlieren ihren bisherigen Elite-Status. Nicht durchsetzen mit ihrem Zukunftskonzept konnten sich die Universitäten Bochum und Mainz.

Elite-Unis in Deutschland

Sieger-Unis aus 143 Anträgen gekürt

An der LMU sind Spitzenkräfte der Forschung versammelt.

Zum Stichtag am 1. September 2011 wurden für die dritte Runde insgesamt 143 Anträge bei der Forschungsgemeinschaft DFG eingereicht, davon 84 Fortsetzungsprojekte aus den ersten beiden Runden und 59 Neuanträge. Auch in der neuen Runde des Rennens mussten sich die bis dahin ausgezeichneten Unis wieder dem Wettbewerb um Ehre, Anerkennung und viel Geld stellen.

Impulse zur Weiterentwicklung

Die ersten beiden Runden

Für die Hochschulen standen im Rahmen der ersten beiden Auswahlrunden in den Jahren 2006 bis 2012 insgesamt 1,9 Mrd. Euro zur Verfügung, 75 Prozent davon trägt der Bund. Konkret geht es beim Wettbewerb Exzellenz-Initiative um drei projektorientierte Förderlinien (s. Kasten unten), die auch in der dritten Runde erhalten bleiben.

Beim Wettbewerb geht es darum, ein überzeugendes Zukunftskonzept für die eigene Hochschule zu präsentieren. Die Milliarden der Exzellenz-Initiative werden aber keineswegs nur in den Wettstreit um die besten Hochschulen gesteckt. Insgesamt gibt es drei Förderlinien: Zum einen fördern Bund und Länder die Zukunftskonzepte, zum anderen Graduiertenschulen und zum dritten sogenannte "Exzellenz-Cluster", also fachübergreifende Forschungsprojekte. Ein Viertel der Fördersumme stellen die Länder, in denen die Gewinner-Hochschulen stehen, drei Viertel stammen aus dem Forschungshaushalt des Bundesbildungsministeriums.

Qualität als oberstes Gebot

TU München | Bild: picture-alliance/dpa zum Audio mit Informationen Universitäten im Wettbewerb Sieger und Verlierer der Exzellenz-Initiative

Bis 2005 galten alle Universitäten in Deutschland als gleich. Die Exzellenz-Initiative hat das geändert: Im Wettbewerb gab es Gewinner und Verlierer. Wie wird sich die Universitätslandschaft dadurch insgesamt verändern? [mehr]

Welche Universitäten zur Spitze gehören, darüber entscheiden die DFG und der Wissenschaftsrat. Vornehmlich internationale Gutachter bewerten die Qualität der eingereichten Anträge. Für die deutschen Universitäten bedeutet das: Sie müssen mit zukunftsträchtigen Konzepten international konkurrenzfähig werden. Dann kann das Geld aus der Exzellenz-Initiative zum Beispiel in neue Stellen investiert werden. Denn im Ausland - wie in den USA - können Professoren sehr viel mehr verdienen.

Wettbewerb mit Nachteilen

In Garching sind die Natur- und Ingenieurwissenschaften der TUM zuhause.

Doch nicht nur der Kampf um einen Platz unter den Spitzenuniversitäten ist spannend. 28 weitere Hochschulen erhalten Fördergelder in Millionenhöhe pro Jahr für die Exzellenz-Cluster und Graduierteneinrichtungen. Hier kooperieren Wissenschaftler über Fächergrenzen hinweg beziehungsweise werden Nachwuchsforscher bei ihrer Promotion entsprechend unterstützt. Für diese Programme wurden in Bayern die Universitäten Bamberg, Bayreuth, Regensburg und Erlangen-Nürnberg ausgewählt.

Sorge bei Nichtgewählten

Was langfristig mit den Hochschulen geschieht, die kein Geld aus der Exzellenz-Initiative bekommen, kann niemand heute kann sagen, Es gibt Befürchtungen, dass sie in Zukunft an Bedeutung verlieren.

Welche Einrichtungen werden gefördert?

Insgesamt gibt es drei Förderlinien:

  • Graduiertenschulen für den wissenschaftlichen Nachwuchs: Sie bieten strukturierte Promotionsprogramme innerhalb eines exzellenten Forschungsumfeldes und eines breiten Wissenschaftsgebietes an.
  • Exzellenz-Cluster: Damit sollen an Unis konkurrenzfähige Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen etabliert werden.
  • Zukunftskonzepte zum Ausbau universitärer Spitzenforschung: Sie sollen das Forschungsprofil ausgewählter Unis weiter stärken. Voraussetzung: Die Uni muss mindestens eine Graduiertenschule, ein Exzellenz-Cluster sowie eine schlüssige Gesamtstrategie vorweisen können.

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